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25.05.2017

Die 5 besten Synthesizer-Emulationen

Diese Software-Emulationen analoger Synthesizer sollten in keiner Sammlung fehlen!

Immer mehr Hersteller bereichern den Software-Markt mit Emulationen analoger Synthesizer und mittlerweile liefern viele der virtuellen Klone einen authentischen Sound. Die Modeling-Methoden werden immer aufwendiger und ermöglichen originalgetreue Nachbildungen bis ins kleinste Detail der Schaltbilder. Selbst wenn die beste Software-Emulation keinen Hardware-Synth ersetzen kann, kommen einige Nachbildungen schon sehr nah ran und bieten darüber hinaus oft nützliche Zusatzfeatures.

Mittlerweile gibt es allerdings so viele Emulationen unterschiedlicher Hersteller, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht. Welche Emulationen überzeugen also wirklich und sollten in keiner Plug-in-Sammlung fehlen? Wir haben fünf Emulationen rausgesucht, die den Sound ihrer Hardware-Vorbilder am besten nachbilden. Neben käuflich zu erwerbenden Synth-Nachbildungen für Windows, Mac, Linux und iOS haben wir auch eine Freeware-Empfehlung für euch. Vorhang auf für unsere Top 5 der besten Synthesizer-Emulationen.

5. PG-8X – Roland PG 800 (Freeware)

Der PG-8X ist das kostenlose Remake des Roland-Klassikers JX8P und des Programmers PG 800. Wie sein Vorbild verfügt er über zwölf Stimmen und zwei digital kontrollierte Oszillatoren (DCO). Alternativ lässt er sich unisono, dementsprechend sechsstimmig, und monophon spielen. 

Das Interface erinnert deutlich an das analoge Vorbild, wurde jedoch erweitert. Auch ein Editor im Stil des Roland PG-800 Programmers wurde nachgebildet, mit dem sich die Sounds komfortabel modifizieren lassen. Auch das Innenleben wurde emuliert, wodurch sich SysEx-Presets zwischen Plug-ins der Hardware austauschen lassen. Entwickler Martin Lüders hat mit dem PG-8X einen analog klingenden Software-Synth programmiert, der mit aufwendigen Modulationsmöglichkeiten punktet. Das VSTi-Plug-in gibt es für Windows, und zwar kostenlos!

Den Test des PG-8X findet ihr hier!

4. Nepheton – Roland TR-808 Nachbau

Nepheton heißt die Software-Emulation der japanischen Drum-Machine-Legende Roland TR-808 Rhythm Composer. Die Emulation des Herstellers D16 Group bildet die Hardware nicht nur nach, sondern erweitert sie mit nützlichen Parametern für jeden Drumsound, wodurch sich die Drums umfangreicher tweaken lassen, als man es von der 808 gewohnt ist. Zudem können alle Sounds gleichzeitig verwendet werden – man muss sich also beispielsweise nicht zwischen Clap oder Maracas entscheiden wie beim Original. Im direkten Vergleich zur Hardware sind durchaus Klangunterschiede zu verzeichnen, dennoch kommt die Emulation schon nah an den Grundsound heran. Erweiterungen finden sich zudem im internen Sequencer, wie A/B-Variationen sowie eine Randomizer-Funktion zur Generierung von Zufallspatterns. Der Sequencer lässt sich deaktivieren, um die virtuelle Drum Machine in der DAW zu programmieren bzw. mit einem MIDI-Controller live zu spielen. Nepheton gibt es als VST- und AU-Plug-in für Windows und Mac zu einem Preis von 99 Dollar.

Einen Testbericht zu Nepheton gibt es hier!

3. Moog Model 15 (iOS App)

Die Emulation des modularen Moog Model 15 aus dem Jahr 1973 wurde von Moog selbst in aller Sorgfalt als iOS-App umgesetzt. Zu den Modulen des Originals kommen fünf weitere Exemplare hinzu, etwa Audio- und MIDI-Bridges – mit denen sich Signale anderer Apps durch den Synth jagen lassen – sowie ein Ping-Pong-Delay. Die Module werden über virtuelle Patchkabel verbunden, was mit dem Touchscreen super funktioniert und auch für einen gewissen Spaß-Faktor sorgt. Model 15 ist kompatibel zu vielen aktuellen iOS-Standards. Zum Spielen der Sounds ist die App mit vier virtuellen Controllern ausgestattet. Darunter auch das Animoog-Keyboard, mit dem sich die Klänge mit einer Art Aftertouch spielen lassen. Ein interner Recorder mit Overdub-Funktion rundet das iOS-Remake ab. Für 30 Euro erhält man die Emulation einer 10.000-Dollar-Synth-Legende des eigenen Herstellers. Hardwarevoraussetzung ist ein 64-Bit-fähiges iOS-Gerät (iPad oder iPhone).

Wir hatten Moog Model 15 im Test!

2. u-he Repro-1

u-hes erste Reproduktion eines Hardware-Gerätes ist die Emulation des 80er-Jahre-Klassikers Sequential Circuits Pro One. Der Berliner Hersteller hat das Konzept des monophonen Originals optisch und klanglich mit einer aufwendigen Modeling-Technik sehr originalgetreu nachgebildet und mit nützlichen Zusatzfeatures erweitert. Repro-1 erlaubt viele Modifizierungen unter der Haube, die das Klangverhalten beeinflussen. Ein flexibel ausgebauter Step Sequencer sowie unabhängige Synchronisierung von Sequencer und LFO bereichern die Reproduktion ebenso wie eine solide Effektsektion im analogen Style. Wer den brachialen Sound des Pro One kennt, wird überrascht sein, wie nah Repro-1 an das Original herankommt. Die Pro One Nachbildung ist für 105 Euro zu haben. Neben den Windows- und Mac-Plug-ins hat man bei u-he übrigens auch an eine Linux-Version gedacht!

Den Testbericht zum u-he Repro-One gibt es hier!

1. Softube Modular

Softube Modular ist das „Eurorack in the box“! Wie beim Original lassen sich zahlreiche Einzelkomponenten mit Patchkabeln verbinden. Die fotorealistische Bedienoberfläche bildet die Module originalgetreu nach. In der soliden Basisversion sind Doepfer-Module sowie weitere Komponenten mit an Bord, die sich für vergleichbar kleines Geld mit weiteren Elementen von Intelijel und Co. erweitern lassen. Bei der Klangqualität kommt Modular den Originalen erstaunlich nah. Die Software lässt sich zudem nutzen, um die klanglichen Möglichkeiten der Module vor einem Hardware-Kauf zu testen. Für 75 Euro erhält man eine Emulation des Euroracks inklusive einiger authentisch umgesetzter Module von Doepfer. Das virtuelle Eurorack gibt es für Windows und Mac in den Plug-in-Formaten VST, VST3, AU sowie AAX. 

Hier geht es zum Softube Modular Testbericht!

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