Test
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18.04.2018

DAP Audio Core Mix-3 Test

DJ-Mixer

Multifunktionales Mischpult

Core Mix-3 ist ein Dreikanal-Mischpult, das primär für Event- und Showeinsätze entwickelt, ein robustes, klassisches Design mit modernen Ausstattungsmerkmalen für den digitalen DJ kombinieren möchte. Der Hersteller DAP Audio hat seinem DJ-Mixer dafür einige nützliche Ingredienzien mit auf den Weg gegeben, darunter einen integrierten USB-Player/Recorder, einen Send-Return-Weg und gleich zwei (!) USB-Buchsen, Typ-B zur Verbindung mit dem Computer, was man sonst eher selten in diesem Preisbereich sieht.

Das Pult richtet sich an Einsteiger und fortgeschrittene Anwender, Dienstleister, Wedding- und Working-DJs gleichermaßen, mitunter könnte es auch eine preiswerte Lösung für den Rental-Markt darstellen. Und wie steht’s um Handling, Qualität, Sound, Flexibilität und die Praxistauglichkeit? Fragen, die es im Test zu klären gilt.

Details

Der Testkandidat wird mit Strom- und USB-Kabel sowie einer englischen Bedienungsanleitung geliefert. Das schwarzgraue Design des Metallgehäuses weiß zu gefallen, die Lackierung ist ordentlich aufgetragen, die Aufdrucke gut ablesbar. An der Verarbeitung gibt es, außer dass die Blechenden an wenigen Stellen etwas rau – vielleicht einer suboptimalen Entgratung geschuldet – sind, wenn man mit dem Finger dran entlangfährt, nichts weiter auszusetzen. Wahrlich kein Beinbruch, es ist mir nur aufgefallen.

Die Standfüßchen sind leider nur aufgeklebt und bestehen aus Schaumstoff, erfüllen aber ihren Zweck. Das Pult misst 268 x 381 x 88 Millimeter und wiegt 4,6 Kilogramm. Es begnügt sich laut Bedienungsanleitung mit einer Leistungsaufnahme von 10 Watt – das ist wenig. Mein DJM-900NXS2 genehmigt sich satte 60 Watt – nur mal zum Vergleich.

Hinsichtlich der Haptik der Bedienelemente stelle ich fest, dass die Drehregler out-of-the-box unterschiedlich reagieren, vereinzelt sogar ziemlich schwergängig, was sich hoffentlich im Laufe der Nutzung legt, aber bis dahin ist es erstmal „nicht so toll“.

Der Kopfhöreranschluss ist als Standardklinke ausgeführt, Miniklinke ist nicht dabei. Ein zweiter Kopfhöreranschluss hätte vor dem Hintergrund zweier USB-Buchsen für zwei Protagonisten durchaus sinnvoll sein können.

Backpanel

Das Backpanel offeriert am Kanal 1 und 2 je zwei Paar Cinch-Buchsen zum Anschluss von Line- und CD-Signalquellen, am Kanal 3 gibt es den einzigen Phono-Anschluss. Vinyl-Freunde oder Turntablisten sind hier also nicht angesprochen, wenngleich gesagt werden muss, dass manche Turntables heutzutage auch schon Line-Output ermöglichen.

Unter dem Eingangs-Panel folgen die beiden USB-Buchsen nebst Trim-Regler für die USB-Dämpfung (0 bis -22 dB), die im Test allerdings keine Auswirkung auf das Master- und/oder Kanalsignal zeigte. Auch der Output des Mixers ist um 10 dB in beide Richtungen via Rädchen „trimbar“ und kann obendrein von stereo auf mono geschaltet werden.

Zur Versorgung von Saal- und Monitor-PA stehen Cinch (Master, Booth, Rec) und XLR (Master) bereit. Die Send-Return-Schleife setzt auf Cinch. Eine Kaltgerätebuchse nebst Einschaltknopf beendet die visuelle Erkundungstour der Rückseite.

Bedienoberfläche

Für Durchsagen und Moderation lässt sich oben links ein Mikrofon via XLR/Klinkeneingang andocken, via Dreiband-EQ im Klang anpassen, mit einem externen Effekt versehen und per Talkover-Schalter absenken. Prima und ein Ein/Aus-Knopf ist auch noch an Bord.

Der Cut/Boost der Bänder liegt bei +/-12 dB. Die EQs arbeiten mit fixen Centerfrequenzen bei 5 kHz (Hi), 800 Hz (Mid) und 120 Hz (Low) an. Ein weiteres Highlight in dieser Vertikalen: Es gibt neben dem Booth-Monitor-Regler, der Kopfhörerlautstärke und den Cue-Mix auch einen Bass-EQ für das Headphone. Macht es nicht genug Rumms am Ohr, um sich gegen die PA durchzusetzen, könnt ihr hier nachjustieren. Natürlich auch in die andere Richtung. Richtig laut aufdrehen lässt sich der Ausgang auch, nur Vorsicht dann mit dem Bass-EQ.

Jeder der drei Hauptkanäle ist mit einem Dreiband-EQ bestückt, der mit einem Cut/Boost von -26/+12 dB arbeitet. Die Mittelfrequenzen liegen bei 13 kHz, 1 kHz und 70 Hz (Hi, MID, Low). 15-schrittige, Ampel-farbcodierte LED-Ketten verraten, wie es um die Pegelstände an den Kanälen bestellt ist. Daran schließt sich der Send-Regler an, um das Kanal-Signal ins externe Effektgerät zu schicken.

Wer jetzt hier das mittlerweile fast obligatorische Filter-Poti erwartet, ist vielleicht enttäuscht, hat so aber am Ende mehr Möglichkeiten des Sound-Shapings. Interne FX sind beim Core Mix-3 nicht verbaut. 

Es folgen die Vorhörtasten, um die Einzelkanäle auf den Cue-Bus zu schicken, dann drei mit 60 Millimetern amtlich lange Linefader (auswechselbar), jeweils in Begleitung eines Schalters für die Crossfader-Zuordnung (A, THRU, B) und schließlich der 45er-Überblendregler. Dieser ist, wie auch die Kurvencharakteristik der Linefader, dreistufig via Switch schaltlbar. 

Auf der rechten Außenseite residiert der Return-Pegelsteller – ausgeführt als Mini-Flachbahnregler von 30 Millimetern Länge. Darüber logieren die Master-Lautstärke und Balance, ein Stereo-Display und der integrierte USB/SD-Player, was nun in den Praxisteil überleiten soll.

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