Gitarre Hersteller_Catalinbread
Test
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20.06.2019

Catalinbread Coriolis Effect Test

Multi-Effektpedal für E-Gitarre

Schön schräg

Das Catalinbread Coriolis Effect-Pedal zeugt zuerst einmal vom kreativen Potenzial, das diverse Hersteller bei der Namensgebung ihrer Schöpfungen an den Tag legen und das dem bei der Soundgestaltung kaum nachsteht. Und so hat man sich bei Catalinbread entschlossen, eines der aktuellen Pedale auf den Namen Coriolis Effect zu taufen.

Ob und wie unser Pedal seine Flugbahn verändert, wenn man es in einen rotierenden Raum wirft, werden wir in diesem Test zwar nicht erörtern, dafür gibt's interessante Soundbeispiele von virtuellen schwarzen Löchern und fremden Galaxien, die hoffentlich noch nie ein Mensch zuvor gehört hat.

Details

Konzept und Aufbau

Wenn man die etwas verwirrende Bezeichnung einmal außen vorlässt, hat man es beim Coriolis-Pedal mit einer ziemlich abgefahrenen Kombination zu tun, die drei Effekte bietet: Pitch Shifter, Filter und Sustainer. Beginnen wir mit der Pitchcontrol bzw. dem Harmonizereffekt. Hierfür zuständig ist der mittig gelegenen Velocity Regler. Voll aufgerissen ist das Tuning mit dem Originalsignal identisch und je weiter man den Regler zurückdreht, desto tiefer wird die Stimmung und leider auch die Latenz größer. Der Regler hat übrigens keine Rasterung, mit der sich die Tonhöhe in Halbtonschritten verändern lässt, was die genaue Einstellung des gewünschten Intervalls zu einem waghalsigen Unternehmen macht.

Kommen wir zum Acceleration-Regler, bei dem es sich um einem 2-Pole Low-Pass Filter handelt. Ebenso wie beim Velocity-Regler ist das Effektsignal in der Vollgaseinstellung mit dem Originalsignal weitestgehend identisch, was übrigens zu einem leichten Kammfiltereffekt führt, wenn man beide Signale mischt. Apropos Mischen: Der Position-Regler auf der linken Seite ist im wahren Leben der Mixregler. Auf 12 Uhr liegen beide Signale in einem Mischungsverhältnis von etwa 50/50 vor.

Bevor ich auf die weiteren Schalter der Pedaloberseite eingehe, sehen wir uns zuerst einmal die Stirnseite an. Hier gibt es neben den beiden Klinkenein- und Ausgängen und dem 9-Volt-DC-Netzteilanschuss eine Buchse für das optional erhältliche Expressionpedal. Hier wird die Sache langsam interessant, denn erst mit einem Expressionpedal lassen sich wirklich abgefahrene Sounds realisieren. Um Letzterem einen der beiden Parameter zuzuweisen, bietet das Coriolis auf seiner Oberseite einen kleinen Schalter, mit dem man zwischen Pitch Shifter und Low Pass Filter wählen kann.

Der Hold- bzw. Sustainereffekt lässt sich mit dem linken Fußschalter aktivieren. Er ist so etwas wie ein einfacher Looper, der bei Aktivierung eine kurze Sequenz aufnimmt und so lange wiedergibt, bis man den Taster erneut drückt. So lassen sich nicht nur sphärische Klänge, sondern auch vertrackte Sequenzen realisieren. Nach dem Abschrauben der Bodenplatte finden sich im Inneren zwei weitere Schalter für die Aktivierung des Buffers und die Umkehrung der Polarität des angeschlossenen Expressionpedals.

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