Gitarre Hersteller_Blackstar
Test
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25.08.2020

Praxis

Für den Praxisteil wird der Amp erst einmal mit einem Mikrofon (Neumann TLM-103) abgenommen, die Speaker-Simulation kommt später an die Reihe. Wir starten mit dem Clean-Channel bei neutraler Einstellung und ihr hört die beiden unterschiedlichen Voicings.

Der Cleansound kommt mit einem ordentlichen Bassfundament, das sich verstärkt bemerkbar macht, wenn der Amp auf dem Fußboden steht. Der Sound von Voicing 1 geht klar in die amerikanische Ecke, hat aber nicht ganz so perlige Höhen wie mancher Fender Amp. Beim zweiten Voicing wird es etwas rauchig, die Vorstufe beginnt bei mittlerem Volume schon etwas zu übersteuern und man hört den Vox/Marshall-Einfluss, aber mit eigenem Charakter. Der erste Kanal hat eine recht große Bandbreite an Sounds im Angebot, die von Ultra-Clean bis zum Mid-Gain-Brett mit Humbucker-Gitarren reichen. Die dynamische Ansprache bei verzerrten Sounds ist in diesem Kanal sehr gut, im dritten Beispiel gibt es davon eine Kostprobe. Das Anfüttern mit externen Overdrive-Pedalen klappt auch, allerdings ist der Amp eher keine neutrale Pedal-Plattform, mir fehlt in diesem Kanal zu diesem Zweck der Mittenregler bzw. ein neutralerer Frequenzgang. Aber zum Zerren gibt es ja einen Overdrive-Channel. Hier sind einige weitere Beispiele mit dem Clean-Channel.

Der Reverb ist von digitaler Herkunft und liefert im Bright-Modus einen etwas kürzeren Nachhall mit mehr Höhen, beim Dark-Mode ist dann Federhall-Style angesagt, was mir persönlich besser gefällt. Aber an einen richtigen Federhall kommt das Ganze klanglich nicht heran.

Jetzt geht es an den Overdrive-Kanal, und der liefert bei mittlerem Gain bereits ein sattes Zerrbrett. Auch hier hört ihr zuerst die beiden Voicings mit mittlerer Einstellung aller Regler.

Es folgt der Test zur Gain-Bandbreite bei beiden Voicings, danach hört ihr die klanglichen Auswirkungen der Einstellung des ISF-Reglers.

Was den Zerrgrad anbetrifft, ist hier allerhand los. Von leichter Verzerrung bis zur modernen High-Gain-Keule hat der HT Club 40 MKII 6L6 alles im Angebot, und mit dem ISF-Regler kann noch etwas Finetuning betrieben werden. Der Höhenbereich des Amps ist recht hart und bei Zerrsounds kann es auch mal ziemlich bissig klingen, aber mit höheren Einstellungen des ISF-Reglers kann man den Grundsound etwas wärmer gestalten. Was etwas harsch klingen mag, wenn man die Gitarre allein hört, setzt sich aber in der Band recht gut durch. Stilistisch ist der Amp sehr vielseitig einsetzbar, vor allem moderne High-Gain-Sounds lassen sich recht überzeugend spielen. Mit tiefer gestimmten Gitarren hat unser Testkandidat auch keine Probleme, auch dort werden Riffs auf den tiefen Saiten sauber wiedergegeben. Hier hört ihr noch einmal eine Bandbreite aus dem klanglichen Angebot des Overdrive-Channels.

Als Nächstes steht die Speaker-Simulation im direkten Vergleich zum mikrofonierten Signal. Der Speaker-Simulator ist in Ordnung, kann aber mit der klanglichen Güte beispielsweise von Two Notes Simulationen, wie sie bei manchen Revv-Amps integriert sind, nicht mithalten. Zum Üben ist das ausreichend, aber auf der Bühne oder beim Recording würde ich bei der Abnahme des Amps auf jeden Fall ein Mikrofon oder einen höherwertigen Speaker-Simulator bevorzugen.

Zum Abschluss hört ihr den Amp noch im Bandkontext. Alle Gitarren wurden mit dem HT Club 40 MKII 6L6 aufgenommen. Zusätzliche Effekte kamen aus der DAW (Delay) oder waren im Einschleifweg geparkt (Chorus).

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