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Test
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11.08.2018

Bitwig Studio 2.4 Test

Digital Audio Workstation

Neue Sounds und besserer Workflow

Bitwig Studio 2.4 ist da! Die DAW wird im fünften Jahr zusehends erwachsen. Man rüstet Funktionen nach, die im Übereifer der ersten Releases im Vergleich zu den großen Mitbewerbern noch fehlten, bleibt aber mit seiner Multi-Plattform-Ausrichtung, dem ausgeklügelten Modulationssystem und einem sehr durchdachten, kontextabhängigen Bedienkonzept in vielen Punkten in der Vorreiterrolle.

Bitwig Studio ist in Version 2 ausgereifter und zugänglicher geworden, hat aber seine Verspieltheit und die Modular-Ansicht behalten. Seit dem Release von 2.0 im März 2017 sind insgesamt drei größere Updates erschienen, die zwei neuesten, die seit unserem letzten Test erschienen sind, stellen wir euch heute vor und haben sie ausgiebig getestet.

Details

Bedienoberfläche und Konzept der Hybrid DAW

Optisch erinnert Bitwig Studio an Studio One von Presonus, die verschiedenen Bereiche Arrangement, Inspector (links), der Clip-Modus und der Clip/Device-Bereich unten haben Anleihen von Ableton und Logic Pro X. Und so ist die DAW im besten Sinne ein Hybrid nach dem Prinzip „Best of many worlds“ ohne nach blankem Abklatsch auszusehen.

Die Mischung aus bekannten Bedienelementen und Bereichen der GUI und dem auf bis zu drei (!) Bildschirme ausklappbaren, sehr modularen Bedienkonzept inspiriert und lädt zum schnellen Musikmachen ein.

Bitwig Studio 2.2

Fünf neue Modulatoren kamen zum neuen Modulator-Konzept dazu. Der Time Shift Device, ein Darstellungsprofil für die gemischte Nutzung von Bitwig Studio auf einem Monitor und einem Touchscreen sowie das Synchronisationsprotokoll Ableton Link waren ebenfalls neu. 

Bisher waren Ableton Live selbst und Reason von Propellerheads die einzigen DAWs, die Link integrierten. Das Protokoll, das in unzähligen iOS-Musikapps und einigen DJ-Programmen vorhanden ist, erlaubt kinderleichte Synchronisation aller Link-fähigen Geräte und Apps in einem WiFi. So könntet ihr quasi mit zwei Bitwig-Workstations „jammen“ und diese würden immer synchron abspielen.

Bitwig Studio 2.3

Größte Neuerung war der Phase-4 Synthesizer, ein auf Phasenverzerrung und Phasenmodulation basierender Synthesizer mit vier Oszillatoren. Sein Sound lehnt sich an die CZ-Reihe von Casio, die neben der berühmten DX-Reihe von Yamaha Vorreiter bei den digitalen Synthesizern der 80er waren. 

Dazu kam eine neue Timestretching-Engine namens Elastique, neue Modi der eigenen Timestretching-Engine, die Möglichkeit Taktwechsel zu vollziehen und sogenannte Instrument- und FX-Selector-Devices, mit denen man mehrere Synthesizer oder Effekte als Layer gleichzeitig ansteuern kann. 

Die neue Timestretching-Engine zeigen wir euch im Praxisteil in Aktion, einige Soundbespiele zu Phase-4 gibt es hier.

Bitwig Studio 2.4

Der Sampler wurde in diesem Update komplett überarbeitet, hat neue Wiedergabe-Modi, eine Pitcherkennung und eine erweiterte Multi-Sampling-Ansicht bekommen. Brachte Bitwig Studios Sampler bisher schon einen sehr mächtigen aber einfach zu bedienenden Workflow mit, ist hier noch mal an allen Ecken gedreht und auch der Look verändert worden.

Weiter gibt es die Möglichkeit, jeder Spur und sogar jedem Instrument in einem Layer einen einzelnen MIDI-Kanal zu zuweisen. Einige neue Devices und Modulatoren sind auch dazugekommen und es gibt die ersten Templates, um nicht vor einem leeren Projekt zu sitzen müssen, wenn ihr ein neues startet. Je nachdem, ob ihr mit Drums, einem Klavier oder einer Reihe Synthesizern starten wollt, oder direkt eine Vorlage für ein Performance-Set braucht, hier gibt es Einstiege.

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