Test
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11.08.2018

Beyerdynamic Fox Test

USB-Mikrofon mit Großmembran-Kondensatorkapsel

Ein ausgefuchstes Mikro

Beyerdynamic ist neben Kopfhörern in erster Linie für seine kabelgebundenen Mikrofone wie das M88 bekannt. Mit dem Fox betritt das Unternehmen aus Heilbronn mit einem in China gefertigten und recht preiswerten USB-Mikrofon den Markt. Sprachaufnahmen für allerlei Zwecke, Vocalrecording, aber auch Instrumentenaufnahmen sind damit ohne weitere Investition in Hardware möglich. Eines der ersten Beyerdynamic Fox hat seinen Weg zu mir gefunden – dann will ich das Tierchen mal fachgerecht waidmännisch aufbrechen!

Details

Schlauer Fuchs – zumindest Halter und Poppschutz

Bei USB-Mikrofonen für wenig Geld stellt sich für Käufer – und somit auch für Hersteller – die Frage nach der artgerechten Haltung. Äh, Halterung, Entschuldigung. Anstatt weiteres Geld für Tischarme ausgeben zu müssen, setzt auch Beyerdynamic bei seinem Fox auf ein integriertes System. Dieser Fuß ist äußerst simpel, wird unten ins Mikrofon eingeschraubt, lässt sich neigen, das Mikro lässt sich darin drehen. Auch der Poppschutz arbeitet mit wenig Aufwand und geringem Materialeinsatz, denn er wird schlichtweg eingeclipt.

Kondensatorkapsel: Niere. Gain: schaltbar.

Den Schall nimmt eine einzöllige Kondensatorkapsel mit Nierencharakteristik auf. Die Verstärkung vor der Analog-Digital-Wandlung erfolgt immerhin zweistufig mit einem rückseitigen Gainschalter. Manche Mikrofone verfügen nicht über einstellbare Vorverstärkung, was deutlich den Headroom verringert (und die tatsächlich genutzte Auflösung des Wandlers manchmal auf schwache vier Bit reduziert) und auf der anderen Seite das Aufzeichnen hochpegeliger Quellen unmöglich macht. Andererseits kann schon ein simpler Gainregler blutige Anfänger überfordern, die sich dann ihre ersten Aufnahmen unwiederbringlich zerstören, weil „laut“ ja immer auch „besser“ ist.

Mit maximal 96 kHz Samplingfrequenz wandelt das Beyerdynamic Fox, die Quantisierung beträgt übliche 24 Bit. Ein Blick in den Pegelfrequenzgang offenbart, dass es einen ordentlichen, schmalbandigen Dip bei 8,5 kHz gibt. Ganz sicher dient das dem Entschärfen von S-Lauten. Eigentlich sinnvoll, denn der typische User wird nicht unbedingt ständig einen De-Esser nutzen und korrekt einstellen können. Insgesamt sind die Höhen (bis auf das oberste „Luftband“, welches Großmembranmikrofone immer etwas schwächer übertragen) ein wenig verstärkt, eine Bassanhebung gibt es besonders bei naher Besprechung aufgrund des Proximity-Effekts.

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