Test
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06.12.2021

Behringer HC 2000 Test

Studio Monitoring Headphones

geschlossener Low-Budget-Kopfhörer

Behringer ist nicht unbedingt als Kopfhörerspezialist bekannt. So überrascht beim Blick auf die Homepage des Herstellers, wieviele Kopfhörer tatsächlich im Angebot sind! Dabei unterscheiden sich die Modelle eher im Design als in der Preisklasse, da alle Behringer Kopfhörer im untersten Preissegment angesiedelt sind, wodurch keine eindeutige Produkthierarchie erkennbar ist. Dass billige Kopfhörer aber nicht schlecht sein müssen, wissen wir von Herstellern wie beispielsweise Superlux und sind gespannt, was der Behringer HC 2000 auf dem Kasten hat!

Details & Praxis

Merkmale und Ausstattung

Der Behringer HC 2000 ist ein dynamischer, ohrumschließender Kopfhörer in geschlossener Bauweise, der vom Hersteller primär zum Monitoring angepriesen wird. Die faltbare Konstruktion mit einem Kopfbügel aus Federstahl macht einen grundsätzlich seriösen Eindruck, wobei die Materialanmutung in ihrer Gesamtheit schon den Hinweis auf eine günstige Fertigung liefert. Verarbeitungsmängel kann ich aber keine feststellen und der Gelenkmechanismus der Ohrmuscheln, das praktische Spiralkabel und der gut funktionierende Mechanismus zur Größenanpassung sind positiv zu bewerten. Seitens der Hardware sollte einfachen Monitoring-Anwendungen also nichts im Wege stehen.

Tragekomfort

Für einen ohrumschließenden Kopfhörer – die Muscheln umschließen meine nicht besonders großen Ohren knapp – ist der HC 2000 äußerst leicht und recht angenehm zu tragen. Die weiche Polsterung, speziell die des Kopfbügels, wirkt auf den ersten Blick vielleicht ein wenig spärlich, ist aber dennoch vollkommen ausreichend. Das Kabel und auch die Ohrmuscheln erzeugen bei Berührung einen unangenehmen Körperschall, was bei anliegendem Signal aber in den Hintergrund rückt. Insgesamt ist der Tragekomfort dem sehr günstigen Preis entsprechend als positiv/befriedigend zu beurteilen.

Klang

Das hört sich jetzt vielleicht etwas niederträchtig an, aber mein erster Gedanke beim Hörcheck mit dem HC 2000 war tatsächlich „Joghurtbecher“. Die Frequenzabbildung setzt einen resonanten Fokus auf die oberen Mitten und liefert gleichzeitig wenig Bass, wobei mir letzteres allerdings lieber ist als ein dröhnender Billig-Bass. Dabei ist die Wiedergabe nicht so übel, wie man nach dem Lesen des ersten Satzes in diesem Abschnitt vielleicht denken sollte! Der Behringer Kopfhörer klingt trotz seiner Klangfärbung überraschend frisch, transparent und detailfreudig, sodass er sich durchaus für Kontrollzwecke und zum Monitoring (ohne Bass-Relevanz) eignet. Auch eine gewisse Pegelfestigkeit zeichnet den HC 2000 aus, obwohl die tendenziell schrille Frequenzabstimmung für hohe Abhörlautstärken vielleicht nicht optimal ist. Tatsächlich empfinde ich es als „interessant“ und irgendwie aufschlussreich, eigene Produktionen über den HC 2000, quasi als alternative Abhöre, mit einem anderen Blickwinkel anzuhören, wohlgemerkt bei moderater Abhörlautstärke. Im direkten Vergleich mit meinem nicht wesentlich teureren Mackie MC-100 klingt letzterer aber deutlich erwachsener und voluminöser und eignet sich somit besser zum Monitoring-Einsatz im musikalischen Kontext. Fassen wir zusammen: Sofern man keine klangentscheidenden Maßnahmen durchführen möchte und eine adäquate Bass-Wiedergabe keinen hohen Stellenwert besitzt, sind die Wiedergabeeigenschaften des HC 2000 dem Preis und dem Zweck entsprechend okay.

Fazit

Dass man für ca. 20 Euro keinen Referenzkopfhörer erwarten darf, sollte jedem klar sein. Die Eigenschaften des kompakten Behringer HC 2000 haben aber durchaus ihren Nutzwert, sofern man die genannten klanglichen Einschränkungen bei der Frequenzwiedergabe beachtet. Persönlich sehe ich den HC 2000 eher als zusätzlichen, günstigen Zweitkopfhörer, da man zu unwesentlich höheren Preisen bereits Kopfhörer mit deutlich besseren Wiedergabeeigenschaften findet, die auch für kreative und klangentscheidende Maßnahmen geeigneter sind.

  • Pro
  • sehr günstiger Preis
  • praxisgerechte Dämmeigenschaften zum Monitoring
  • klappbares, leichtes Kopfhörergehäuse
  • preisbezogen überraschend transparente Wiedergabe
  • Contra
  • für tontechnische Maßnahmen insgesamt eher ungeeignet
  • auffallend unnatürliche Wiedergabe der Mitten
  • wenig Bass
  • Kabel überträgt Körperschall
  • Features & Spezifikationen
  • Studio Monitoring Headphones
  • geschlossene Bauweise
  • ohrumschließend
  • faltbares Gehäuse
  • dynamisch
  • Treiber: 40mm
  • Übertragungsbereich: 20 - 20.000Hz
  • Impedanz 32 Ohm
  • Empfindlichkeit 98dB (± 3dB)
  • Spiralkabel (ca. 2,5) mit 3,5-mm-Klinkenstecker (vergoldet)
  • 6,35-mm-Schraubadapter (vergoldet)
  • Gewicht 158g (ohne Kabel)
  • Preis: € 19,– (Straßenpreis am 6.12.2021)

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