Test
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25.05.2020

Behringer BA 19A Test

Grenzflächenmikrofon

Auf Sparkurs dank Zahlendreher

BA 19A heißt das neue Grenzflächenmikrofon von Behringer und, wie kaum anders zu erwarten, haben sich die Ingenieure bei einem etablierten Schallwandler dieser Gattung inspirieren lassen. Wer wissen möchte, von welchem, wendet den einfachen Zahlendrehertrick an: Aus der 19 wird dann die 91 und schon sind wir beim Shure Beta 91A. Besonders beliebt sind „Grenzen“ seit jeher für die Abnahme der Bassdrum und auch als Raummikros können sie eine sehr gute Figur machen. Zugute kommt ihnen dabei der Umstand, dass sie – konstruktionsbedingt – rückseitig einfallenden Schall komplett ausblenden. Auch das stativlose Ausrichten macht sie zu echten Plug-and-Play Mikrofonen. Ob das Behringer trotz seines günstigen Preises zum professionellen Werkzeug taugt, lest ihr auf den folgenden Zeilen des Testberichts.

Details

Äußerlich ein Bekannter

Schon beim Auspacken frage ich mich, ob ich dieses Mikrofon nicht schon einmal getestet habe. Ein Irrtum? Ja, denn es sieht tatsächlich nur exakt so aus wie das t.bone BD 500 Beta, seines Zeichens ebenfalls ein sogenanntes Budget-Mikrofon und schon länge erhältlich. Beide Mikros teilen dieselbe, verrundete Beta 91er Grundform, auch das restliche Layout ist nahezu identisch. Dazu gehört das angenehm schwere und sehr stabil wirkende Metallgehäuse mit gummierter Unterseite samt EQ-Schalter für zwei wählbare Frequenzkurven. Die rückseitig eingelassene XLR-Buchse hat Behringer allerdings mit einem kleinen Gimmick aufgewertet, nämlich einem LED-Ring, welcher bei aktivierter Phantomspeisung aufleuchtet. Erwähnenswert ist noch der Lieferumfang, der eine längliche Plastik-Transportbox mit praktischem Griff und Schaumstofffütterung beinhaltet sowie den üblichen Zettel mit technischen Daten und Ausstattungsmerkmalen.

Ein EQ-Schalter soll die Anpassungsfähigkeit erhöhen

Technisch handelt es sich beim BA 19A um ein Kondensatormikro mit der Richtcharakteristik Halbniere. 50 bis 18000 Hertz gibt Behringer als nutzbares Frequenzband an, der mitgeliferte Graph zeigt einen relativ ausgeglichenen Verlauf zwischen 30 und 5000 Hertz, danach fällt die Kurve langsam ab. Dies gilt jedoch nur, wenn man den EQ-Schalter auf der Unterseite in der Neutralstellung belässt. Schiebt man ihn auf das Symbol mit der kleinen Nase, verändert sich das Frequenzverhalten des BA 19A in Richtung einer deutlich Mittenreduktion. Das Ganze wird auch „Smiley“ genannt, denn die Kurve ähnelt einem lächelnden Gesicht. Der Sinn der Sache besteht darin, die für die Bassdrum typischen Frequenzen, also Tiefbass und Anschlagsgeräusch, hervor zu heben, während die eher störenden Mittenresonanzen heraus gefiltert werden. Wie beim Vorbild Shure Beta 91A liegt die Centerfrequenz der Absenkung bei etwa 400 Hertz. Dass unser Testobjekt nicht für leise Quellen konstruiert wurde, erkennt man an der geringen Empfindlichkeit, welche bei gerade einmal 1 mV/Pa liegt. Das macht aber nichts, denn in Bassdrums herrschen hohe Schalldrücke, die bei einer erhöhten Empfindlichkeit des Mikrofons zu Verzerrungen führen können.

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