Test
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04.08.2020

Behringer B 906 Mikrofon Test

Dynamisches Instrumentenmikrofon

Große Nummer, kleiner Preis

B 906 heißt die neueste Kreation der auf sehr günstiges Audio-Equipment spezialisierten Firma Behringer. Auch ohne weitere Informationen zum Produkt dürfte Soundfreunden schnell klar sein, welches dynamische Instrumentenmikrofon bei der Konzeption Pate stand. Richtig, das Sennheiser e906, seines Zeichens ein moderner Klassiker, wenn es um die Abnahme von Gitarrenverstärkern und auch Trommeln geht. In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts vorgestellt, sorgte es mit seiner speziellen, Amp-freundlichen Form und dem neuartigen, dreistufigen EQ-Schalter für einigen Wirbel. Dass das Konzept funktioniert, zeigt auch die Tatsache, dass nicht nur Sennheiser selbst später eine abgespeckte Variante namens e609 auf den Markt gebracht hat, auch das Superlux PRA628 MKII ließ sich zumindest von der Form inspirieren.

Unser Testobjekt sieht zwar etwas anders aus als das e906/e609, die Grundform ist allerdings schon ziemlich nahe dran, und auch bei den technischen Innereien sind die Gemeinsamkeiten auffällig. Den dreistufigen Schalter zur Beeinflussung des Frequenzgangs gibt es auch hier, dasselbe gilt für die Richtcharakteristik. Ein krasser Unterschied besteht allerdings schon auf dem Papier: Das Behringer kostet nur etwa ein Viertel. Ob sich die Einsparungen beim B 906 bemerkbar machen, lest ihr auf den folgenden Zeilen.

Details

Das B 906 ist größer als die Sennheiser-Vorbilder

Wie von vielen dynamischen Behringer Mikros gewohnt, kommt auch das neue B 906 in einer länglichen Kunststoffbox zum Soundfreund. Neben dem Mikrofon finde ich den üblichen Papierkram in Form einer kurzen Anleitung samt Datenblatt und Frequenzdiagramm sowie einen Kunststoffhalter zur Stativmontage. Das nötige EU-Verkleinerungsgewinde zur Montage am Mikrofonstativ ist bereits in die Messingfassung eingefräst.

Das Behringer B 906 selbst besitzt ein sogenanntes „Side Adress“ Design, womit es sich schon optisch vom gängigeren Handheld-Stil abhebt. Im Gegensatz zu den beiden Sennheiser-Modellen besteht der Mikrofonkopf komplett aus Kunststoff, nur die beidseitig angebrachten Gitter zum Schutz der Kapsel sind aus Metall. Auch bei der Größe gibt es Unterschiede, denn das B 906 ist etwas breiter und länger und wirkt damit im direkten Vergleich deutlich klobiger.

Drei Frequenzgänge können gewählt werden

Im Inneren des Lollipop-Gehäuses werkelt eine Kapsel mit Supernieren-Charakteristik, auch dies kann als Reminiszenz an die 906/609-Typen verstanden werden. Im Gegensatz zur Niere sorgt diese für eine stärkere Richtwirkung auf die Quelle und damit für eine Reduktion möglicher Übersprechungen. Als Empfindlichkeit gibt Behringer 2,0 mV/Pa an, ein Standardwert, welcher knapp unter jenem des e906 liegt (2,2 mV/Pa). Kommen wir nun zum einzigen Bedienelement am B 906, dem dreistufigen Frequenzgang-Wahlschalter. Dieser fällt ziemlich groß aus und rastet sauber ein, angespitzte Bleistifte sind zur Bedienung definitiv nicht nötig.

Für Erheiterung und Verwirrung zugleich sorgt ein Blick in die Anleitung zum Behringer B 906, denn die schriftliche Erklärung der linken Schalterposition möchte nicht so recht zum auf dem Mikro aufgedruckten Symbol passen. Dieses zeigt eine im Höhenbereich abfallende Kurve, die Anleitung – und auch das Produktvideo – sprechen jedoch von einem Low Cut. Gemeint ist aber ein High Cut, was wiederum zur Beschreibung des Einsatzgebietes passt: „For blue & jazz warm music“. Kaum weniger kurios wird es bei der neutralen Stellung, welche „for classic music“ gedacht sein soll, während das Symbol mit der nach oben steigenden Kurve von Menschen angewählt werden kann, die „aggressive music“ aufnehmen möchten. Anders ausgedrückt: Das Testgerät verfügt neben einer neutralen Stellung zusätzlich über die Möglichkeit, die Höhen abzusenken oder anzuheben. Und natürlich ist die neutrale Position auch nicht wirklich neutral, wie üblich für dynamische Instrumentenmikrofone besitzt sie einen Peak im Präsenzbereich um 5000 Hertz. Dieser Peak lässt sich mit der High-Boost-Schalterposition noch deutlicher herausstellen, der High Cut reduziert den Anstieg um etwa zwei dB. Als nutzbaren Übertragungsbereich nennt Behringer für das Testobjekt 50 bis 18000 Hertz.

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