Bass
Test
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02.08.2018

Bassline Bustiny 5 Test

E-Bass mit kurzer Mensur

Kleiner Bass ganz groß!

Shortscale-Bässe lassen sich leicht spielen, verursachen wenig Transportaufwand und können durchaus erwachsene und bandtaugliche Basssounds liefern. Kein Wunder also, dass immer mehr Tieftöner ihre Basssammlung mit einem Shorty als handliche Alternative für die Reise oder sogar als Hauptbass ergänzen. Neben den großen Bass-Herstellern haben auch viele Boutique-Bassschmieden in den letzten Jahren diesen Trend erkannt und bieten mittlerweile Shortscale-Versionen ihrer Modelle an - teilweise sogar in fünf- oder sechssaitigen Ausführungen!

In diesem bonedo-Test knöpfen wir uns einen schicken Shorty-Fünfsaiter aus der Krefelder Bassmanufaktur Bassline vor. Beim Bustiny 5 handelt es sich um eine spezielle Shortscale-Headless-Version des beliebten Bassline Buster Standard, die mit einem zusätzlichen Kopfhörerverstärker für den unkomplizierten Einsatz auf Reisen ausgestattet wurde.

Details

Ausgeliefert wird der Bassline Bustiny 5 in einem kompakten, gepolsterten Softcase, welches dem Instrument auf Reisen hervorragenden Schutz bietet. Im Case liegt außerdem einiges an Zubehör - hierzu zählt eine ausführliche Dokumentation, die sämtliche Spezifikationen des Instrumentes sowie Erklärungen zur Elektronik und der Hardware beinhaltet, ein schwarzes Bassline-T-Shirt, und schließlich natürlich das passende Werkzeug zum Einstellen der Brücke und des Halsspannstabes.

Als ich den Bustiny zum ersten Mal aus dem Koffer nahm, war ich doch ziemlich erstaunt, wie kompakt und handlich der Bass in Wirklichkeit erscheint. Aber klar, durch die Kombination der verkürzten 30-Zoll-Mensur mit einem Headless-Design ist der Bustiny naturgemäß eben sehr kurz. Trotzdem hat man bei diesem Bassline sofort das Gefühl, einen hochwertigen, edlen Boutique-Bass in den Händen zu halten, denn bei der Qualität der Materialien und der Verarbeitung werden natürlich auch beim Shorty keine Kompromisse gemacht - hier bekommt man die gewohnte Qualität der Krefelder Company!

Der Korpus des Bustiny 5 besitzt grundsätzlich die Form des Bassline Buster, er wurde allerdings deutlich verkleinert und besteht im Falle meines Testexemplars aus geflammtem Ahorn. Als Finish kommt eine transparente Mattlackierung in Anthrazit zum Einsatz. Der aufgeschraubte Hals des Bassline-Shorties besteht aus einem Streifen Ahorn (canadian hard maple), darauf wurde ein sehr attraktiv gemasertes Griffbrett aus Vogelaugen-Ahorn geleimt, in welchem wiederum 24 Bünde im Jumbo-Format sowie ein Nullbund Platz finden.

Der Halsrücken wird durch ein schwarzes Satin-Finish geschützt, während auf dem Griffbrett natürlich ein komplett transparentes Satin-Finish zum Einsatz kommt. Der Hals meines Testkandidaten endet schließlich in einem Headless-Kopfstück, das zur Befestigung der Saitenenden mit vier Inbusschrauben ausgestattet ist. Für den Bustiny werden also keine speziellen Saiten benötigt: Die normalen Saiten werden einfach auf die entsprechende Länge gekürzt und mit den Schräubchen eingeklemmt - fertig!

Das Headless-Kopfstück stammt vom deutschen Hardware-Spezialisten ETS, der auch den Steg und den Tuner-Block für den fünfsaitigen Bustiny liefert. Der massive Steg bietet die von ETS gewohnten komfortablen Einstellmöglichkeiten für die Saitenlage und die Intonation. Nach der Justierung werden die Saitenreiter mit kleinen Inbusschrauben fest arretiert, damit sie beim Saitenwechsel ihre Position behalten. Die Schrauben am ETS Tuner-Block laufen sehr leichtgängig und präzise, sodass der Bustiny wirklich mühelos und schnell gestimmt werden kann.

Aber nicht nur die Hardware, sondern auch der Tonabnehmer und die Elektronikausstattung des Bustiny kommen von renommierten deutschen Herstellern. Ein SBC-Humbucker von Delano sorgt für die Tonabnahme und leitet das Signal an die Richter BassXX B2-S-Elektronik weiter. Die Richter-Elektronik stattet den Bustiny mit einem Zweiband-EQ aus, der mit je einem Regler für Bässe und Höhen bedient wird. Zusätzlich bietet das Cockpit des Basses einen Volumen-Regler für die Lautstärke.

Der kleine Bassline-Bass kann allerdings auch passiv gespielt werden - hierfür muss einfach der Lautstärkeregler, der über eine Push/Pull-Funktionalität verfügt, herausgezogen werden. Für weitere Klangvariationen hat Bassline im Cockpit des Bustiny außerdem einen Schalter installiert, mit dem die Spulen des Humbuckers wahlweise seriell oder parallel geschaltet werden können. Wer die Fotos im Test aufmerksam betrachtet, wird feststellen, dass neben der normalen Klinkenbuchse an der Zarge des Bustiny auch eine Miniklinke parkt: Richtig, hier wird der Kopfhörer eingesteckt, wenn man mit dem Bustiny zu Hause still üben will oder im Hotelzimmer ohne Amp ein paar Songs für den Gig checken muss. Bassline hat dem Winzling nämlich einen hochwertigen Kopfhörerverstärker spendiert, damit er sich unterwegs möglichst unabhängig und flexibel einsetzen lässt. Der Richter HA-1 sitzt zusammen mit der Richter BassXX B2-S-Elektronik in einem Fach auf der Rückseite.

Hier finden wir außerdem eine 9-Volt-Batterie, mit der die komplette Elektronikausstattung des kleinen Basses betrieben wird. Das ringsum mit Kupferfolie ausgekleidete Elektronikfach selbst sieht super ordentlich aus und wird mit einem Holzdeckel und drei in Gewinde laufenden Schräubchen verschlossen. In der Holzabdeckung sitzt außerdem eine LED, die aufleuchtet, wenn sich die Lebensdauer des Stromspenders dem Ende zuneigt. Ein sehr nützliches Feature, das eigentlich bei allen Bässen mit aktiver Elektronik zum Standard gehören sollte!

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