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01.06.2011

Auflegen als Beruf

DJing ist kein Lehrberuf, doch gibt es Personen, die ihren vollen oder zumindest einen Teil ihres Lebensunterhaltes aus dieser Tätigkeit beziehen. Wie in allen Tätigkeitsbereichen gibt es auch hier verschiedene Herangehensweisen. Als (werdende) DJs könnt ihr euch die Frage nach den Ambitionen stellen: Wollt ihr DJing zum Spaß machen, oder wollt ihr davon irgendwann euch und vielleicht sogar eure Familie ernähren?

Hobby DJs

Hobby-DJs sind finanziell nicht darauf angewiesen, mit ihrem DJing Geld zu verdienen. Außerdem können oder möchten sie nicht jede Woche viele Stunden in ihr Hobby investieren. Sie legen nur dann für sich oder andere auf, wenn sie wirklich Lust dazu haben. Und wenn sie mal keine Lust oder Zeit haben, dann lassen sie die Turntables auch ohne schlechtes Gewissen mehre Wochen verstauben. Oft übersteigen die Ausgaben für Equipment und neue Tonträger die dürftigen Einnahmen.

Semiprofi-DJ

Semiprofessionelle DJs investieren in der Regel mindestens eine Stunde täglich in ihre Tätigkeit. Denn wer regelmäßig arbeiten möchte, der muss sich immer auf dem Laufenden halten und sich um Jobs bemühen. Sie haben in der Regel noch einen „normalen“ Vollzeit-Job und verdienen sich an den Wochenenden und Feiertagen mit dem DJing zusätzliches Geld.
Der klare Vorteil daran ist die finanzielle Unabhängigkeit, falls die Gigs einmal für mehrere Wochen/Monate ausbleiben. Klarer Nachteil ist die große Doppelbelastung. Außerdem ist es als Semiprofi fast unmöglich, mit Vollprofis zu konkurrieren, da diese einfach mehr Zeit in ihre Performance und ihre Promotion investieren können und schlicht und einfach häufiger zu sehen sind.

Vollprofi-DJ

Vollprofi-DJs leben ausschliesslich von ihren Einnahmen durch das DJing. Sie haben durchschnittlich mindestens zwei Gigs in der Woche. Die meisten Profis sind in wenigstens einer Diskothek wöchentlich als Resident-DJ beschäftigt. Und wenn nicht, dann verfügen sie über ein gutes Netzwerk an Veranstaltern, die sie regelmäßig buchen. Außerdem haben die meisten Profis einen Vertrag mit einer Booking-Agentur, die ihnen zusätzlich (oder auch exklusiv – je nach Vertrag) Gigs besorgt. Wer dort mithalten möchte, muss ständig seine Fähigkeiten auffrischen und immer musikalisch auf dem Laufenden sein. Auch professionelle und regelmäßig aktualisierte Webauftritte sind sehr wichtig. In vielen Genres, wie etwa im elektronischen Bereich, ist es fast unumgänglich, als DJ auch regelmäßig eigene Songs zu veröffentlichen, um seinen Bekanntheitsgrad zu halten oder gar zu steigern. Regelmäßige Radioshows bei mittelgroßen oder größeren Sendern können ebenfalls diesen Zweck erfüllen. All diese Dinge erfordern viel Zeit und Selbst-Organisation. So sollte völlig klar sein, dass ein Profi-DJ mindestens genauso viel Zeit in seinen Job investieren muss wie jeder andere Berufstätige auch. Da man in der Regel als DJ bei einer Diskothek nicht angestellt ist, muss man selbst für seinen Versicherungsschutz und sonstiges sorgen. Dies ist allerdings relativ kostengünstig über die KSK (Künstlersozialkasse) möglich.
Wer sich dazu entschliesst, ins Profilager zu wechseln, sollte immer bedenken, dass die meisten Profi-DJs sich auf dem Mainstream-Markt (Großraumdiskothek, etc.) bewegen. Nur der kleinere Anteil bedient dabei den (hart umkämpften) Markt der spezielleren Genres (z.B. Drum & Bass, Hip Hop, DubStep).

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