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12.01.2016

Audio-Technica ATW-13F AT-ONE Handheld Mikrofonsystem Test

Funkstrecke für Einsteiger

Viel Rock ’n’ Roll für wenig Pesos

Audio-Technica steigen in den Kampf um günstige drahtlose Funksysteme ein und legen mit dem AT-ONE Handheld-Set ein Einsteigergerät vor. Obwohl die im UHF-Bereich agierende Funkstrecke kaum mehr als zwei grüne Euro-Scheinchen kostet, arbeitet sie mit Diversity-Technik und möchte uns mit Display und Rack-Kit verwöhnen. Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen, dem Neuling eine Chance zu geben, sich in der Praxis zu beweisen.

Da die Konkurrenz in diesem Segment nicht gerade gering ist, muss sich das AT-ONE ATW-13F allerdings warm anziehen. Schließlich warten auch andere Hersteller mittlerweile mit preisgünstigen Funksystemen auf, deren Funktionalität und Verarbeitung nicht von schlechten Eltern ist. In unserem Test erfahrt Ihr, ob das Vocal-Set der AT-ONE-Reihe das Zeug zum Dauerbrenner für den Road-Betrieb hat.

Details

Auftritt

Das vorliegende AT-One hört auf den Herstellernamen ATW-13F und besteht aus dem Empfänger ATW-R1F und dem Handsender ATW-T3F. Für Instrumental-Mucker ist das Set um den Taschensender ATW-T1F erweiterbar. Für Moderationen und Präsentationen ist ein vergleichbares Set der Serie erhältlich, welches das Lavaliermikrofon ATR35cW enthält. Wir schauen uns an dieser Stelle die Version mit „Handgurke“ an und checken, was uns Technik, Verarbeitung, Benutzerfreundlichkeit und Sound des Funksets zu bieten haben. Dass es spannend wird, ist garantiert, denn der Test von Funksystemen ist eine ganz besondere Sache – zumal, wenn es sich um ein Gerät der Einstiegsklasse handelt. Schließlich sind die Anforderungen an die Benutzerfreundlichkeit und Robustheit von Live-Gear deutlich höher als für Recording-Equipment, das sein wohlbehütetes Dasein im trauten Heim fristet.

Deshalb fällt schon mal positiv auf, dass das System in einem ausreichend stabilen Transportkoffer aus PVC geliefert wird. Auch wenn dieser nicht stapelbar ist, kann er überzeugen: Seine Schließklappen sind mit einem eleganten Faltmechanismus ausgeführt und werden mittels Metallstiften verstärkt. Auch die Scharniere des Koffers gewinnen durch eingelassene Metallstifte an Robustheit. Damit heimst der Kandidat schon mal ein halbes Sternchen auf der Habenseite ein.

Ein Blick in den Koffer offenbart die road-taugliche Lagerung der Komponenten. Gut gepolstert findet sich in den Aussparungen des Transportkoffers der üppige Lieferumfang aus dem Handsender ATW-T3F, dem stationären Empfänger ATW-R1F nebst zweier Antennen, einem Netzteil mit Steckaufsatz, einer Stativklemme und einem Quick-Start-Guide. Sogar ein Rack-Set samt Befestigungsmaterial liegt dem Set bei. Das kann sich sehen lassen.

Technik

Der auf abschraubbaren Füßchen stehende Empfänger ATW-R1F ist für den Rack-Betrieb konzipiert und bietet auf seiner Frontseite nicht nur einen An/Aus-Schalter, der bei Geräten in dieser Budget-Range keineswegs selbstverständlich und deshalb hier eines gesonderten Lobes wert sei, sowie die Info-LEDs für das Funk- (RF) und Audiosignal (AF), sondern auch ein zweistelliges Display. Mithilfe von zwei Tastern (Up/Down) lässt sich der gewünschte Funkkanal einstellen.

Die Rückseite des Empfängers zieren zwei Antennenanschlüsse in BNC-Ausführung. Hier werden die beiden zum Lieferumfang gehörenden dreh- und kippbaren Antennen angeschlossen. Außerdem stehen hier ein unsymmetrischer Klinkenausgang und sogar ein symmetrischer XLR-Ausgang bereit. Ein Wahlschalter lässt zwischen Line- und Mikrofon-Pegel wählen. Ein Squelch-Regler ist ebenso vorhanden. Mit seiner Hilfe kann vermieden werden, dass der Empfänger bei zu geringer Funkstärke aufrauscht. Eine Stromversorgungsbuchse samt Zugentlastung für den Anschluss des Netzteils rundet das positive Bild des AT-ONE-Empfängers ab.

Technisch arbeitet das AT-ONE-System in der sogenannten Duplexlücke, die sich zwischen den Frequenzen 824-831 und 863-865 MHz befindet. Somit kann das Set anmelde- und kostenfrei betrieben werden. Da es auf Diversity-Empfang setzt, kann es auch in relativ ungünstigen Umgebungen eingesetzt werden, ohne dass es zu Problemen bei der Übertragung des Funksignals kommen sollte. Der Übertragungsbereich des Sets deckt ein für Vocal-Signale vollkommen ausreichendes Frequenzspektrum von 16 bis 16.000 Hz ab. Mit einer Reichweite von 60 Metern bei typischer Nutzung liegt das AT-ONE gegenüber seinen Mitbewerbern allerdings nur im Mittelfeld.

ATW-T3F

Das Äußere des Handsenders besteht nahezu vollständig aus Kunststoff. Er tritt mit einem satinierten anthrazitfarbenen Finish auf, das edel wirkt und von weitem den Eindruck erweckt, das Mikrofon bestehe aus Metall. Durch seine leicht angeraute Oberfläche hinterlässt der Gebrauch des Handsenders löblicherweise keine unschönen Fingerabdrücke. Eine Ausnahme zur Kunststoffbauweise bildet hier der Drahtgeflechtkorb zum Schutz der Mikrofonkapsel. Er wird nochmals durch einen Metallring gegen Verformung verstärkt. Der Mikrofonkopf wirkt deshalb widerstandsfähig für den harten Alltagseinsatz.

Am unteren Ende des Kunststoffschaftes befindet sich die Sendeeinheit des Funkmikrofons. Der Sender liefert eine Ausgangsleistung von 10 mW, üblich für Geräte dieser Preisklasse. Unter dem Fuß des Mikrofon-Bodys ist ein An/Aus-Schalter angebracht, der zugleich eine Stummschalten-Funktion aktivieren kann. Damit er nicht versehentlich betätigt wird, ist er in einer kleinen Vertiefung untergebracht. Auch das ist gut gelöst. Der Schalter reagiert für die Einschalt- und Mute-Funktion zügig. Um den Handsender auszuschalten, muss der Taster gedrückt gehalten werden.

Schraubt man das untere Ende des Mikrofonschafts ab, kommt das Batteriefach zum Vorschein, in dem zwei 1,5 V Batterien des Typs AA eingesetzt werden. Sie sorgen dafür, dass der AT-ONE-Handsender auf eine maximale Betriebsdauer von 10 Stunden kommt. Damit liegt das Set konkurrenzmäßig im vorderen Bereich. Ist das Batteriefach erst freigelegt, kommt auf der Rückseite des Mikrofons außerdem der Channel-Drehschalter des Senders zum Vorschein. Er lässt sich mithilfe des mitgelieferten Schlüssels einstellen (ein kleiner Schlitzschraubendreher kann ebenfalls eingesetzt werden). Durch die innen liegende Kanalwahlwahl ist der Sender im Betrieb optimal vor einem nicht beabsichtigten Verstellen des Sendekanals geschützt.

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