Test
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26.01.2016

Audio-Technica ATH-MSR7 Test

Geschlossener, dynamischer Lifestyle-Kopfhörer

Wahrlich attraktiv und in bestechender Form

Der Traditionshersteller Audio-Technica bringt mit dem ATH-MSR7 einen Lifestyle-Kopfhörer auf den Markt, der mit professionellem Sound und maximalem Tragekomfort anspruchsvolle Musikenthusiasten zufriedenstellen möchte. Die Marketingabteilung der englischen Company bewirbt den geschlossenen Ohrhörer unter anderem mit großen „True Motion“ Hi-Res Audio-Treibern und weichen Memory-Foam-Ohrpolstern, die lang anhaltenden Tragekomfort gewährleisten sollen.

Für die Integration der neusten Technologien lässt sich Audio-Technica durchaus ansprechend entlohnen, denn der Kopfhörer geht mit 237 Euro UVP in den Einzelhandel, was auf den ersten Blick nicht unbedingt nach einem Schnäppchen aussieht. Ob der Proband meine nun hochgesteckten Erwartungen auf ganzer Linie zu erfüllen vermag, verrät euch dieser Test.

Details

Audio-Technica liefert den Kopfhörer, obschon er als Lifestyle Headphone beworben wird, in einem schwarzen bedruckten Karton aus, der ohne Knickknack zu öffnen ist und gänzlich ohne transparente Kunststofffenster auskommt. Toll, dafür schon mal vielen Dank! (Der Umwelt und meinen Nerven zuliebe). Ist der Umkarton erst einmal abgestreift, wird der Blick auf eine schlichte schwarze Schachtel frei, die den neusten Sprössling aus UK komfortabel beherbergt. Aus dem Pappkistchen wiederum kommen dann der sehr solide erscheinende ATH-MSR7, ein genügend großer kunstlederner Transportbeutel und drei Kabel (!) zum Vorschein. Die Strippen sind beidseitig als Miniklinkenstecker ausgeführt, an einem Ende mit einem Winkelstecker bestückt und auf der anderen Seite gerade. Den obligatorischen 3,5-auf-6,35-Millimeter-Adapter suche ich, finde ihn aber nicht. Es ist keiner da, weil keiner mitgeliefert wird, was meine Web-Recherchen bestätigen.

Ein wahrer Ästhet

Der erste Eindruck, den der Kopfhörer bei näherer Betrachtung und bei der Bildung erster haptischer Erfahrungswerte macht, ist aber ... aber so was von verdammt gut. Lange habe ich nicht etwas derart Solides ausgepackt, was sich aber auch hinsichtlich seines Designs hinter gar nichts zu verstecken braucht. Ein durch und durch robustes und trotzdem wunderschön anzusehendes Exemplar britischer Ingenieurs-Kunst. Mal schauen, welche Farben es noch gibt.

Auf der Homepage des Herstellers werden zwei Standardmodelle in den Farben Schwarz (BK) und Gun Metal (GM) ausgewiesen. Derzeit gibt es auch noch eine limitierte Sonderedition in Knallrot. Na gut, wer’s mag (also das Rot), Gun Metal hingegen mutet schon fast „designpreismäßig“ an und weil ich (fast schon „leider“) die schwarze Ausführung erhalten habe, folgen anschließend ausnahmsweise mal Bilder des Herstellers, unter anderem vom Gun Metal-Modell. Das kann ich euch nicht vorenthalten.

Techspecs

Kommen wir nun von den äußeren zu den inneren Werten, die ja bekanntlich die entscheidenden sein sollten, wobei die optische Attraktivität eines Produktes immer eine Rolle beim Kauf spielt. Womöglich bei dem einen nur unbewusst, aber die meisten würden glaube ich kein Produkt für 200 Euro kaufen, wenn es keinen optischen Reiz auf sie ausüben würde. Das Auge isst bekanntermaßen mit.

Der vorliegende Ohrhörer ist „für unterwegs“ entwickelt worden, weswegen die Kapseln geschlossen konzipiert sind. Die Muscheln beherbergen 45 Millimeter im Durchmesser betragende Treiber, die freilich nach dem dynamischen Prinzip arbeiten. Die Muscheln umschließen die Ohren vollständig, was im Zweifel auf Dauer komfortabler ist als ohraufliegende Kapseln, da der Anpressdruck der Bügelkonstruktion das Ohr selbst dabei nicht in Mitleidenschaft zieht und somit das Headphone länger getragen werden kann. So muss zwar auch Spannung und Druck ausgeübt werden, um effektiv abzuschirmen und die „Kammer“ zu schließen, um den angestrebten Wirkungsgrad zu gewährleisten. Wenn überhaupt, drücken die Ohrpolster auf den Schädel des Hörers und nicht auf die Weichteile des Außenohrs, was in der Regel ziemlich unangenehm werden kann und langen Hörsessions nicht besonders zuträglich ist.

Die maximale Eingangsleistung beträgt laut Hersteller 2000 Milliwatt, was nicht näher spezifiziert wird. Ähnlich unvollständig sind die Angaben seitens Audio-Technica bei der Nennung der Empfindlichkeit (100 dB) und des zu übertragenden Frequenzbereichs, der von 5 bis 40.000 Hertz reichen soll. Die Werte können ohne Angabe von Abweichungen, Toleranzen und Messbedingungen so nicht für einen direkten Vergleich mit anderen Produkten herangezogen werden.

Die Anschlussimpedanz wird mit 35 Ohm angegeben, was in Kombination mit einer wirklich effektiven Abschirmung am mobilen Endgerät für genügend Pegelreserven sorgt. Das Gewicht gibt Audio-Technica auf deren Produktseite mit 290 Gramm an, was ich so bestätigen kann, meine Küchenwaage ermittelte sogar fünf Gramm weniger (ohne Kabel). Bei der Disziplin Eigengewicht bewegt der MSR7 sich folglich „zentral im Mittelfeld“ ohne sichtbare Tendenzen oder Ambitionen. Das Gewicht empfand ich auch bei längeren Hörsessions zu keiner Zeit als unangenehm.

Ungeahnter Kabel-Luxus Der ATH MSR7 ist der erste Kopfhörer, den ich bislang zu Testzwecken erhalten habe, der seitens des Herstellers drei Strippen als Zugabe erhält. Kürzlich noch hatte ich einen DJ-Kopfhörer von Pioneer hier. Der hatte zwei im Gepäck, was ich schon bemerkenswert fand. Und nun sind es schon drei. Jedenfalls scheint auch Audio-Technica „mein Flehen“ dahingehend erhört zu haben, denn hier gibt’s lange und kurze Exemplare. Ein Mitglied des Cable-Trios ist 3 Meter lang, die beiden übrigen, von denen eins über eine Remote verfügt, bringen es auf 1,3 Meter. Allen gemein ist die ausschließliche Verwendung von Miniklinkensteckern. Die beiden kurzen Exemplare münden hörerseitig in gegossenen, geraden Auslegungen und auf der Geräteseite in Winkelsteckverbindern, die obgleich des wenig professionellen Formates, einen soliden Eindruck vermitteln. Nicht nur wegen der vergoldeten Kontakte, sondern auch wegen ihrer Robustheit und einer sauberen Verarbeitung. Das 3 Meter lange Kabel ist mit geraden Miniklinken ausgestattet.

Was mir gerade nicht so recht einleuchten will: Warum hat der Hersteller keinen 3,5-auf-6,35-Millimeter-Klinkenadapter beigepackt hat, wo doch ein schönes langes Kabel zum Lieferumfang zählt?

Der bei allen drei Kabeln verwendete PVC-Schlauch scheint mir recht widerstandsfähig zu sein, jedenfalls ist er einigermaßen widerspenstig. Seit gut drei Wochen ist der MSR7 nun schon von seiner Kartonage befreit und die Strippen aus den Klauen der Kabelbinder entrissen. Nach so langer Zeit sollte die ursprüngliche Form der Wicklung endlich mal ausgehangen sein, nicht so hier.

Ist das Kabel unter Spannung, fällt es kaum auf, legt man es aber einfach irgendwo hin, schnellt das Kabel ein wenig unkontrolliert in seine ursprüngliche Form zurück. Das nervt ganz gut und ist echt nicht immer wirklich praktisch. Wann die Kabel wohl vollständig verwicklungsfrei sein werden? Man wird sehen. Glücklicherweise sind sie ja alle grundsätzlich austauschbar, weil abnehmbar – cool. Gegen die Herstellung eigener Kabel würde also auch wirklich gar nichts sprechen.

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