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12.04.2019

Audio-Technica AT-XP3 Test

Tonabnehmer-System für DJs

Audio-Technica liefert mit dem neuen DJ-Turntable AT-LP140XP auch einen neuen Tonabnehmer aus, den AT-XP3. Nun sind DJ-Systeme zumeist sphärisch oder elliptisch geschliffen und konische Nadeln sind eher im Home-Listening-Bereich beheimatet. Und konische Schliffe sind auch am günstigsten zu produzieren. Ist der XP3 also nur ein Billigheimer für Zuhause oder sollten auch DJs genauer hinschauen?

Details

Mit über 50 Jahren Erfahrung in der Hi-Fi-Tonabnehmerherstellung ist Audio-Technica einer der ganz erfahrenen Hersteller. Die Japaner haben mit dem Audio-Technica AT-LP140XP gerade ihren ersten dedizierten DJ-Plattenspieler vorgestellt und extra dafür den AT-XP3 neu entwickelt. Er soll die spezifischen Features eines DJ-Tonabnehmers mit echten Hi-Fi-Klangeigenschaften kombinieren.

Die V-Mount Dualmagnet-Konstruktion soll für eine optimale Kanaltrennung einen erweiterten Frequenzbereich sorgen, aber im Gegensatz zu traditionellen Hi-Fi-Tonabnehmern auch manuelles Cueing und Back-Cueing ermöglichen. Die eigentliche Nadel sitzt auf einem blauen ABS-Nadelträger, der so geformt ist, dass er bei Verwendung mit dem LP140XP-Turntable das blaue Licht der Nadelbeleuchtung direkt auf die Nadelspitze reflektiert, so dass diese wie eine strahlend-blaue LED wirkt und DJ die Nadelposition sehr präzise erkennen kann.

Ein wirklich gutaussehendes und nützliches Feature. An anderen Turntables montiert ist die Sicht auf die Nadel allerdings nicht so strahlend, da ist der ziemlich dicke Nadelträger vor.

Konisch, elliptisch und sphärisch Der AT-XP3 ist das kleinste Modell der neuen XP-Serie, bestehend aus AT-XP5 und AT-XP7. Anders als die beiden anderen Modelle mit elliptischem Nadeln hat der XP3 einen konischen Schliff mit flachem Anschliff auf der Vor- und Rückseite für ausgewogene Klangeigenschaften. Konischen Schliff findet man heutzutage eher selten.

Früher waren diese kegelförmigen Nadeln gang und gäbe, bis sie von den elliptischen Systemen ins Hintertreffen verdrängt wurden, die durch ihre Ovalform tiefer in der Rille liegen, mehr Kontakt zu den Rillenwänden haben und dadurch mehr Information abtasten können, aber auch das Vinyl und sich selbst mehr verschleißen. Noch mehr beißen die sphärischen Systeme zu, die ganz unten auf dem Rillenboden aufliegen, weniger Kontakt zu den Rillenwänden haben und dadurch viel Druck auf das Vinyl bringen. Ergo ideal zum Scratchen, aber die Vinylplatte nutzt auch schneller ab. Zum häufigen Plattenhören und Plattenmixen ist der konische Schliff also die langlebigere Alternative.

Das robuste Design des AT-XP3 soll im Gegensatz zu traditionellen konischen Hi-Fi-Tonabnehmern auch manuelles Cueing und Back-Cueing ermöglichen. Für richtiges Scratching ist er aber schon formbedingt nicht besonders gut geeignet. Meine Referenz-Pickups Ortofon Concorde Digital Mk2 und Taruya 01-M bleiben mit ihrem sphärischen Schliff beispielsweise auch bei agileren Scratches stoisch in der Rille kleben.

Lieferumfang

Im Lieferumfang des XP3 befinden sich zwei 11 mm Installationsschrauben, zwei Scheibchen, zwei Muttern und ein nichtmagnetischer Schraubenzieher. Erwirbt DJ den XP3 im Lieferumfang des LP140XP-Turntables, sind die Schraubenzieher nicht dabei, allerdings jedoch die notwendige Headshell, bereits fertig montiert, ein guter Deal. Muss DJ noch eine extra Headshell besorgen, steigt der Preis unter Umständen in unattraktive Dimensionen.

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