Bass Hersteller_Ashdown
Test
7
12.11.2009

PRAXIS/SOUND

Mit den Maßen H 58,1cm x B 47,4cm x T 30,0 ist der C115 zwar eine stattliche Erscheinung, sein Gewicht von 28 kg ist für einen 15 Zoll Combo aber durchaus noch im Rahmen, und so kann er relativ mühelos alleine transportiert werden. Wie oben bereits erwähnt, kann zusätzlich noch eine Box, zum Beispiel ein Model der Ashdown Deep -Cabinets-Serie, angeschlossen werden, um aus dem C115 ein Bass-Rig für größere Anlässe zu machen. Die im Combo-Betrieb gelieferte Leistung reicht vollkommen aus, um Gigs in kleineren Räumen wie Bars etc. zu absolvieren. Und auch im Proberaum hat man kein Problem, gehört zu werden – auch dann nicht, wenn man es mit einem kräftig spielenden Schlagzeuger zu tun bekommt.

Nach dem Einschalten macht sich sofort der Lüfter mit einer beachtlichen Drehzahl und einer entsprechenden Lautstärke bemerkbar. Beim Gig oder im Proberaum mit der Band dürfte das in den meisten Fällen kein Problem darstellen. Doch einen Combo nimmt man auch gerne mal zum Üben oder Jammen mit nach Hause, und da nervt der Lüfter doch ganz erheblich. Selbst bei einem Produkt in dieser Preisklasse muss das nicht sein, da sollte Ashdown nachbessern.


Dann werde ich den britischen Pustemann eben mal richtig aufdrehen, um den Lüfter zu übertönen - und was ich da höre, gefällt mir durchaus. Eins vorweg: der C115 ist kein Verstärker, der einen möglichst neutralen Sound erzeugt, also den Bass nur lauter macht. Seine Stärke ist ein warmer, punchiger und mittenbetonter Sound der sich sehr gut mit traditionelleren Instrumenten wie Preci, Jazzbass und Konsorten verträgt. Auch bei Bässen, die ein breiteres Frequenzspektrum haben,  macht der Combo keine schlechte Figur. Er ist aber nicht in der Lage, sämtliche Feinheiten abzubilden - was natürlich auch mit dem verbauten 15 Zoll Lautsprecher zu tun hat. Der C210T mit zwei 10 Zöllern und Tweeter wäre für derartige Anwendungen vermutlich die bessere Wahl.

Mit dem aktivierten Bright-Taster wird der Sound schon wesentlich transparenter, aber keineswegs aufdringlich, und der Bass-Boost sorgt für ordentlich zusätzliches Fundament - gerade, wenn man den Combo ohne Zusatzbox betreibt. Beide „Presets“ sind sehr brauchbar, noch besser wäre aber eine regelbare Bassfrequenz bei ca 50Hz, also der Bass-Boost-Frequenz, so könnte man etwas subtiler Tiefbass dazu regeln. Die Frequenz des Bass EQs ist mit 100Hz dafür einfach zu hoch, wie ich finde.

 

Im nachfolgenden Audio hört ihr nacheinander den Verstärker Flat, dann mit Deep - Boost und danach mit Bright-Boost:

Der aufmerksame Leser könnte jetzt natürlich einwenden: Moment, für den Tiefbass gibt´s doch den Sub-Harmonics-Regler! Stimmt natürlich, ich konnte damit allerdings keine für mich wirklich befriedigende Einstellung finden. Dosiert man die Subharmonics wie in der Bedienungsanleitung empfohlen sparsam, entsteht durch die tiefere Oktave natürlich mehr Basseindruck. Allerdings klingt es dann, nach dem was es ist: ein mild eingestellter Oktaver. Dreht man den Regler weiter auf, klingt das Ganze erst recht nach Oktaver, dafür ist aber das Tracking wirklich zu schlecht. Ab dem C auf der A-Saite gibt es schon Aussetzer.


Hier ein Audio-Beispiel, erst ohne Sub, danach mit Sub-Harmonics bei 10 Uhr. Beide Beispiele mit Bassregler ebenfalls auf 10 Uhr.

Den Kompressor hingegen finde ich sehr praktikabel. Er färbt den Sound nicht zu sehr, macht ihn aber kompakter und direkter und dickt untenrum etwas an. Außerdem ist es immer sinnvoll, den Speaker vor allzu heftigen Peaks zu schützen.
Auch hierzu zwei Audios, erst Flat, das zweite mit Kompressor bei 11Uhr.

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