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Test
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02.11.2021

Applied Acoustics Systems (AAS) Ultra-Analog VA-3 Test

VA-Software-Synthesizer

Analog Modeling auf Kanadisch

Applied Acoustics Systems ist bekannt für Produkte, die Physical Modeling verwenden. Neben dem Vintage E-Piano Lounge Lizard EP-4 und Strum GS-2 mit modellierten Guitar-Sounds und -Riffs sind es insbesondere die AAS-Synthesizer, die seit Jahren stetig weiterentwickelt werden und in der DAW so einiger Producer täglich mitspielen. Es sind vier Instrumente: der Modular aufgebaute Multiphonics CV-1, der Chromaphone 3 mit einem Fokus auf synthetisierten perkussiven Naturklängen, das Streicher-Ensemble String Studio VS-3 und der Ultra Analog VA-3, den wir in diesem Test besprechen. Abgesehen vom Multiphonics CV-1 sind sich diese Physical-Modeling-Instrumente ziemlich ähnlich, der wesentliche Unterschied liegt beim Synthese-Modul.

Der Ultra Analog VA-3 ist ein Profi-Synth, zu dem AAS noch eine günstigere „Light“-Version bietet: „Ultra Analog Session“. Sie verzichtet auf die vollständige Parametrisierung der Klangerzeugung und des Effekt-Racks. Zudem fällt die mitgelieferte Library erheblich kleiner aus und manche Sound-Expansion-Packs sind nicht kompatibel. Vom Lounge Lizard und Strum GS-2 sind ebenfalls Light-Versionen zu bekommen.

Details

Ultra Analog VA-3 erzeugt zwei separate Klänge simultan

Das ist ein gutes Konzept: Der Analog-Modeling-Synth von AAS bietet gleich zwei einzelne Layer, die sich jeweils im Detail samt Effekte und Arpeggiator programmieren lassen. Auf der optisch ansprechenden Home-Seite sind die frei zuweisbaren Macro-Regler platziert und auf der Settings-Seite lassen sich die Macros beliebigen Midi-Controllern zuordnen, mikrotonale Skalen anwählen und andere globale Einstellungen vornehmen. Der erfahrene Synthesist dürfte sich mit diesem Software-Instrument schon innerhalb kurzer Zeit wohlfühlen.

Editor-Bereich orientiert sich an klassischen Analog-Synthesizern

Er ist in drei Bereiche unterteilt, die für beide Layer verfügbar sind: Modes, Synth und Effects. Bei den Modes trifft man wie erwartet auf Unisono, Glissando, Keyboard Split und auf einen Arpeggiator, der sich anhand eines 16-Schritt-Musters rhythmisch programmieren lässt. Vier Macros ermöglichen die Zuweisung von Parametern, die mit der Controller-Zuordnung auf der Home-Seite korrespondiert.

Im Synth-Bereich liegen die beiden Oszillatoren mit einem überschaubaren Angebot an klassischen Wellenformen (Sine, Saw, Square, Noise) plus Sub-Oszillator und der Option einer harten Synchronisation. Vielseitiger ist das Filtermodul. Es besteht aus zwei Multi-Mode-Filtern (Tief-/Hoch-/Bandpass, Bandsperre, Formant etc.), die sich parallel oder in Reihe schalten lassen. Noise-Generator, LFO und Hüllkurven sind natürlich ebenso vorhanden. 

Solide ist auch die Effektsektion. Sie besteht aus fünf Blöcken und stellt bewährte Standards bereit: Equalizer, Kompressor, Delay, Distortion, Chorus, Flanger, Phaser, Wah Wah, Notch Filter, Guitar Amp, Tremolo und Reverb. Die Effekte klingen durchweg ordentlich und sind ein wichtiger Part fürs Sounddesign.

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