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05.07.2017

Antelope Zen Tour Test

Audio-Interface mit Hardware-Effekten, Thunderbolt und USB

Einmal mit alles

Bei manchen Herstellern fragt man sich, ob sie es sich zum Ziel gesetzt haben, im Wochenrhythmus neue Produkte auf den Markt zu bringen. Antelope haben in kurzer Zeit ein beachtlich umfangreiches Portfolio aufgebaut, welches fast ausnahmslos die unternehmerischen Kernkompetenzen Clocking und Wandlung als Grundstock besitzt. Das Zen Tour ist ein kleines Desktop-Audiointerface zum mobilen Einsatz, welches mit zahlreichen Dreingaben und Sonderfunktionen punkten möchte.

Details

Besonderheiten mit an Bord

Auf den ersten Blick erscheint das Zen Tour geradlinig aufgebaut, hat jedoch so einige Dinge in der „Extras“-Schublade. Da wäre zunächst der farbige Touch-Bildschirm, über den viele wichtige Funktionen gesteuert werden können. Das Jog-Dial kann verschiedene Aufgaben übernehmen, so etwa die Wiedergabepegel und die Gains, auch Mute ist dank der Push-Möglichkeit durchführbar.  

Zu den vier phantomspeisbaren Preamps, die bis zu 65 dB Gain liefern, gesellen sich auf der Frontseite vier Line-Inputs, die auch auf den Empfang von Instrument-Level gestellt werden können. Über Monitoring-Ausgänge können zwei verschiedene Lautsprecherpaare angeschlossen werden, Summierer, Mischpulte, Surroundabhören oder Inputs von Outboard können per Analog-Out befüttert werden. Dazu ist ein DB25-Breakoutkabel notwendig. Kopfhörerwege und -ausgänge gibt es zwei, was bei typischen Singer-/Producer-Setups absolut sinnvoll erscheint. Nicht nur sinnvoll, sondern in die Kategorie „gut aufgepasst“ fällt die Tatsache, dass es zwei spezielle Reamping-Outputs gibt, deren Signale direkt in Amps (und – hier wird es auch für Nichtgitarristen und -bassisten interessant) und Bodeneffekte geschickt werden können. Zu den weiteren I/Os zählen zwei S/MUX-fähige ADAT-Pärchen und ein S/PDIF-I/O. Good ol' MIDI sucht man, sicher eher aus Platzgründen denn aus konzeptionellen, leider vergeblich. Die Verbindung zum Computer schafft entweder ein Thunderbolt-Port oder eine USB2.0-Buchse im bekannten B-Format. Quasi auch ein „Input“ ist das kleine in das Gehäuse eingelassene Talkback-Mikrofon des Zen Tour.  

„Ihre Werte sind in Ordnung“

Die Sampleraten des Systems beginnen schon bei 32 kHz, der höchste einstellbare Wert beträgt 192 kHz. Antelope, für sein präzises Clocking bekannt, gibt eine Stabilität von +/- 0,002 ppm („Parts per Million“) an und ein Aging von unter 1 ppm. Dies sind sehr gute Werte. Das gilt auch für die Dynamikumfänge, so können AD und DA mit 120 Dezibel Umfang aufwarten, dem DA des Monitorausgangs wurde ein DAC mit 129 dB Dynamikbereich spendiert.  

FPGA-FX

Wichtig wird für viele Nutzer sein, dass Antelopes Zen Tour mit einem leistungsfähigen FPGA ausgestattet ist. Dadurch werden die Audio-Effekte über die üblichen Schnittstellen möglich, die ohne signifikante Belastung des Host-Rechners im Zen Tour berechnet werden. Selbstredend können sie auch für das Direct-Monitoring-Signal verwendet werden. Wer jetzt nur an den Kuschelhall zum Einsingen denkt, der sollte wissen, dass neben diversen Vintage-EQs und -Dynamikeffekten auch Amps und Cabinets bereitstehen, um DI-Signale entsprechend der klanglichen Bestimmung zu verändern.

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