Test
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18.01.2019

ANT iRoller 10 Test

Akkubetriebener PA-Lautsprecher

Keep Rollin’

Die Firma ANT (Advanced Native Technologies) hat ihren Sitz in Bologna, Italien. Dass die Italiener eine lange Tradition im Lautsprecherbau vorweisen können, dürfte nicht wirklich überraschen. Es gibt wohl kaum ein anders europäisches Land mit derart vielen Pro-Audio-Herstellern. Der ANT iRoller 10 wurde zwar in Italien entwickelt, wird aber in Fernost gebaut. Bei dem sensationellen Endkundenpreis von 225,– Euro dürfte das auch nicht weiter verwundern. Immerhin erhält der Anwender der Papierform nach erstaunlich viel für sein Geld. Eine aktive Beschallungsbox, die sich wahlweise über einen Netzanschluss oder den integrierten Akku befeuern lässt. Dazu gesellen sich ein Media Player (USB/SD-Karte/Bluetooth) und drei Audioeingänge mit unterschiedlichen Anschlussformaten. Zeit den iRoller auf die Straße zuschicken. 

Details

Ich packe aus, was im Fall des iRoller 10 leicht von der Hand geht. Karton öffnen und den Kandidaten dank des auf der Gehäuseoberseite angebrachten, komfortablen Griffs einfach herausziehen. Die 17 Kilogramm Lebendgewicht lassen sich gut handhaben. Der Lautsprecher ist erstaunlich kompakt und kommt in der in Musikerkreisen beliebten Trendfarbe Mattschwarz.

Das Gehäuse besteht aus MDF-Holz, das mit schwarzer Folie bedampft ist. Alle Gehäusekanten sind mit schwarzen Kunststoffprofilen versehen. Die Ecken des Gehäuses sind zusätzlich durch massive Metallkappen geschützt, während die Lautsprecher sicher hinter einem Gitter einsitzen. Die Treiberbestückung ist etwas ungewöhnlich, zumindest was den Hochton betrifft. Für den Bass und Mittenbereich wird ein 10“-Treiber mit 1.5“-Schwingspule verwendet, der Hochton wird allerdings nicht wie üblich mit einem Kompressionstreiber samt Horn wiedergegeben. Stattdessen kommt eine 3-Zoll-„Pappe“ zum Einsatz. Was das für den Klang bedeutet, werden wir im Praxistest näher erläutern.

Die Bedienelemente sind versenkt auf der Oberseite angebracht, was einen guten Schutz darstellt und stets einen direkten Zugriff erlaubt. Ungewöhnlich ist dagegen die Platzierung des Netzanschlusses auf der rechten Gehäuseseite. Wir notieren eine in eine massive Metallplatte eingelassene Kaltgerätebuchse, die wahlweise als Energiequelle für den iRoller dient und den Akku auflädt. Dank einer intelligenten Akkusteuerung braucht der Anwender keine Angst vor einer Überladung des Akkus zu haben. Das Powermanagement des iRoller übernimmt beim Ladevorgang die Kontrolle. Oberhalb der Klinkenbuchse befinden sich der Netzschalter und eine vierstelle Akkuladestand-Anzeige.

Die Position der Kaltgerätebuchse und des Netzschalters hätte ich lieber auf der Rückseite gesehen. Die Chance den Netzschalter aus Versehen zu betätigen, erscheint mir dort deutlich geringer zu sein. Was sich allerdings auf der Rückseite befindet, ist ein massiver Trolley-Griff, der mit zwei befreundeten Transportrollen für eine gute Straßenlage on the road sorgt. Klasse, dass auf der Unterseite noch ein Hochständerflansch eingelassen ist. Somit kann der iRoller auch problemlos auf einem Lautsprecherstativ Platz nehmen.

Herztransplantation!

Ich habe einen neuen Akkuschrauber, den ich gerne bei jeder Gelegenheit ausprobiere. Die mit vier Schrauben befestigte Abdeckung an der Seite des iRoller-Gehäuses zieht mich magisch an. Was dahinter wohl versteckt ist? Wenige Kreuzschrauben-Bit-Umdrehungen weiter ist das Geheimnis gelüftet. Hinter der Abdeckung residiert der Akku des Kandidaten. Zum Einsatz kommt ein vergleichsweise kleiner Vertreter der Gattung der Bleisäure-Akkus.

Die Energiezelle sitzt in einem geschlossenen Gehäuse. Ein großer Vorteil, falls der (unwahrscheinliche) Fall eintreten sollte, dass der Akku einmal ausläuft. Eher wahrscheinlich ist, dass der Akku im Laufe der Zeit irgendwann nicht mehr die volle Leistung bringt. Sollte das nach der Garantie geschehen, bringt eine Online-Suche mit den Stichworten „6FM5 – 12 Volt, 5 Ah“ schnell jede Menge Ergebnisse und somit die Gewissheit, für gerade mal 20 Euro ein passendes Spenderherz erstehen zu können.

Die Aktivelektronik

Der ANT iRoller 10 wird mit einem gedruckten Manual ausgeliefert. Wirklich brauchen tut man es nicht, da die Bedienung echt intuitiv und einfach ist. Der iRoller verfügt über drei Eingangskanäle (XLR/Klinke/ Cinch und Miniklinke), die jeweils mit einem eigenen Volume- bzw. Gain-Poti ausgestattet ist. Bei Kanal 3 muss der Anwender sich entscheiden. Entweder nutzt man die Cinch- und Miniklinkensignale für die Wiedergabe oder die Signale des Media Players. Beides zusammen ist nicht möglich. Das bedeutet, man hat entweder die Kombination „zwei Eingangskanäle + Media Player“ oder „drei Eingangskanäle ohne Media Player“ zur Verfügung.

Unterhalb des Media Players sind vier weitere Potis angesiedelt. Die ersten beiden stellen einen Summen-EQ dar, der mit zwei Shelving-Filtern Bässe und Höhen mit einem Regelbereich von +/- 6 dB bearbeitet. Rechts daneben befindet sich ein Poti mit der Bezeichnung „Echo“. Dieser Echoeffekt kann stufenlos dem Signal von Kanal 1 zugemischt werden. Das letzte Poti ist ein Master-Volume, das die Gesamtlautstärke überwacht.

Ähnlich übersichtlich ist der Media Player aufgebaut. Unter dem beleuchten Display sind die Transporttasten (Play, Stopp, Pause usw.) angebracht. Mit dem MODE-Taster schalte ich zwischen den drei möglichen Formaten um. Das lässt sich übrigens auch mit der beiliegenden Fernbedienung bewerkstelligen, die wir uns im Praxisteil näher ansehen. Der Player spielt Audio-Daten vom USB-Stick, einer SD-Karte oder via Bluetooth von einem Smartphone oder Computer ab. Also in der Theorie. Ob das in der Praxis tatsächlich ohne Probleme funktioniert?

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