Gitarre Hersteller_AMT
Test
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16.08.2012

AMT RY-1 Reverberry Test

Reverb-Effektpedal

Süßes Früchtchen

Bisher haben wir ja überwiegend Pedale aus dem Hause AMT getestet, die einen gewissen Zerrauftrag zu erfüllen hatten. Eigentlich auch kein Wunder, denn sieht man sich die Produktpalette des sibirischen Herstellers mal etwas genauer an, stellt man fest, dass in diesem Bereich die meisten Tretminen zu finden sind. Diesmal wollen wir uns aber einer anderen Baustelle widmen, dem Thema Raumeffekte.

Und auch in dieser Kategorie wird man bei AMT fündig. Das Pedal der Wahl hört auf den dem klangvollen Namen Reverberry und arbeitet ausnahmsweise nicht mit einer analogen Schaltung sondern komplett digital, soll aber auch angenehm warme Analog-Sounds parat haben. Wir werden sehen und hören… Alle weiteren Einzelheiten dazu erfahrt ihr hier.

DETAILS

Gehäuse/Optik

Unser Früchtchen versteckt sich in einem „normalen“ lila-gefinishten AMT Stahlblech-Gehäuse im Standard-Format (58 x 110 x 63 mm),  auf dem drei Regler, eine kleine LED und ein kleiner Druckschalter Platz genommen haben. Weiter unten im Süden parkt der Standard-Fußschalter, versehen mit dem schriftlichen Hinweis „True Bypass, die digitale Schaltung wird also im ausgeschalteten Modus umgangen und das Eingangssignal direkt zum Ausgang weitergeleitet. Vor allem für wahre Klangpuristen ist das bei einem Gerät mit digitaler Schaltung ein wichtiges Feature, aber auch bei dem Gütesiegel „True Bypass“ gibt es Qualitätsunterschiede. Daher werden wir das Ganze im Praxisteil noch mal genauestens durchleuchtet.

Der Reverberry kann wahlweise mit Batterie oder Netzteil betrieben werden und ist stromsparend konzipiert worden. Bei 9V frisst das kleine Teil lediglich 36mA Strom, bei 12V sogar nur 30mA. Das ist wirklich beachtlich. Wir bekommen es hier also mit einem digitalen Hall-Pedal zu tun, das man auch ohne Netzteil mehr als einen Gig lang spielen kann. Allerdings ist das Batteriefach im Inneren des Gehäuses nicht unbedingt leicht zugänglich. Erst nach dem Abschrauben der Bodenplatte (ist mit zwei Kreuzschlitzschrauben gesichert) kann der Batteriewechsel vorgenommen werden. Das ist ein bisschen fummelig und sollte deshalb natürlich nicht unbedingt auf einer schlecht beleuchteten Bühne während des Gigs passieren – sonst ist wahrscheinlich wieder mal Schlagzeugsolo angesagt. Den Drummer wird es zumindest freuen…

Die Anschlüsse sind Pedal-typisch an den Seiten angebracht. Rechts findet man den Eingang, links den Ausgang, das Pedal ist in Mono ausgelegt. Die Buchse für das optionale Netzteil liegt auf der rechten Seite neben der Input-Buchse. Genau wie bei den anderen AMT-Pedalen gibt es in Sachen Stabilität und Verarbeitungsqualität nichts auszusetzen. Unser Testmodell besteht aus robusten Bauteilen, die mit Sicherheit über lange Zeit den Strapazen kalter Proberäume und heißer Bühnen (und allem was so dazwischen passiert) trotzen dürften.

Bedienung

Der digitale Hall wird mit drei Parametern justiert. „Time“ regelt die Nachhallzeit und  „Mix“ das Mischungsverhältnis zwischen Direkt- und Effektsignal. Und dann wäre da noch der Level-Regler, mit dem die Gesamtlautstärke bestimmt wird, eine Art Master-Volume des Pedals. Auf diese Weise kann der Hall zum Beispiel auch noch als Boost für Solos genutzt werden: Etwas mehr Raum, damit die Gitarre größer klingt und dann noch die entsprechende Lautstärkeanhebung on Top - keine schlechte Idee. Hängt das Pedal im Einschleifweg eines Amps lässt sich damit außerdem der Pegel optimal angleichen.

Mit dem kleinen weißen Druckschalter (Type) kann man zwischen zwei Grundsounds „Deep“ und „Light“ wählen. Wie das Ganze klingt, werden wir uns im nachfolgenden Praxisteil anhören.

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