Hersteller_Alto_Professional
Test
8
14.02.2014

Praxis

Das mitgelieferte Netzkabel anschließen, eine Testquelle wählen und schon geht’s los. Die erste positive Überraschung: Die Alto-Box produziert weder Ein- noch Ausschaltknackser. Bei einer Speisung des Systems mit Musik überzeugt die Box durch einen sehr lauten und kraftvollen Sound. Der Klang ist sehr durchsichtig und es fehlen keine Informationen, auch nicht im Mitten- und Bassbereich. Wählt man am XLR-Eingang ein Mikrofonformat, so ist die mögliche Lautstärke von Alto technisch etwas reduziert worden. Das ist sehr praktisch und verhindert Feedbacks. Leider besitzen die Eingangsbuchsen keine Verriegelung, weshalb ein angeschlossener XLR-Stecker hier zwar einigermaßen fest sitzt, aber nicht gegen ein Herausfallen oder versehentliches Herausziehen gesichert ist.

Ein kleines Highlight ist für mich der eingebaute Medienplayer. Die verwendeten Schaltungen klingen super, und die intuitive Bedienung mit ihren vielen kleinen Extras fährt zusätzliche Wertungspunkte für den Speaker ein. Ein USB-Stick oder eine microSD-Karte müssen mit FAT16 oder FAT32 formatiert sein, Mac-Formate werden nicht gelesen. Dafür unterstützt der Player alle gängigen Sampleraten von 8kHz bis 48 kHz und die Audioformate MP3, WMA und AAC. AIF und Wav bleiben zwar außen vor, aber dennoch ist der Player in meinen Augen ein tolles Feature, zumal er auch noch einen Contour-Schalter zur Seite gestellt bekommen hat, der durch eine Anhebung der Bässe und der Höhen bei leichter Absenkung der Mitten den Sound veredelt. Das Horn wird bei 2,5 kHz elektronisch getrennt und klingt nicht zu scharf oder aufdringlich. Der 15-Zoll-Basslautsprecher geht im Klangbild schön tief runter und vernachlässigt auch den Mittenbereich nicht. Über zwei getrennte Endstufen werden die Lautsprecher mit reichlich Dampf versorgt und produzieren unterm Strich ein sehr sauberes und stimmiges Klangbild.

Auch als Bühnenmonitor leistet die Alto TS115 Vibe sehr gute Arbeit. Tiefe Bässe und Bassdrums gibt der TS115 genauso kompetent wieder wie hochfrequente Signale. Einzig, dass die beide hinteren Winkel der Box, die sich für den Aufstellwinkel als Monitor verantwortlich zeigen, dem gleichem Maß entsprechen, ist etwas bedauerlich, denn somit entfällt eine Variation beim Aufstellen des Speakers als Bühnenmonitor.

Als kleine PA überzeugt die Alto TS115 Vibe durch einen großen, durchsichtigen Sound. Über den eingelassenen Flansch im Boden steht die Box auch auf einem Lautsprecherstativ sehr sicher und ist beim Einsatz als Sidefill auch nicht zu unterschätzen. Die Box wird am Stativ durch eine Feststellschraube arretiert, doch ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass das Aufsetzen auf ein Stativ eine Arbeit für zwei Personen ist. Hier machen sich die 18 Kilogramm der Box doch deutlich bemerkbar. Natürlich ist das Lautsprechersystem auch als mobile DJ-PA zu empfehlen, denn mit einer Peak-Leistung von 800 Watt hat man wohl in den meisten Anwendungsfällen immer noch ein wenig Lautstärkereserven in der Hinterhand.

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