Test
2
12.08.2016

Alexandernaut Fugue Machine Test

iOS-Sequenzer

Bach in the Box!

Alexandernaut Fugue Machine: Einfache Sequenzer zum Abspielen von MIDI-Noten gibt es zuhauf. Doch mit der iOS-App „Fugue Machine“ liefert der iOS-Entwickler Alexandernaut ein neuartiges Sequenzer-Konzept, das aus simplen Notenfolgen komplexe Kompositionen generiert.

Mit multiplen Playheads wird die gleiche Notenfolge in verschiedenen Tempi, Styles, Tonhöhen und Richtungen abgespielt, wodurch es möglich ist, mit wenigen Handgriffen polyphone Melodien zu entwickeln, ohne dabei Johann Sebastian Bach heißen zu müssen. Zudem ist die App kompatibel zu „Ableton Link“ und ermöglicht daher das synchrone Zusammenspiel mit der DAW Ableton Live und vielen kompatiblen iOS-Apps. Wir checken diesen „World’s first Multi-Playhead-Sequencer“ und verraten euch, ob der „Bach in the box“ nur Spielerei ist oder als Kompositions-Tool taugt.

Details

Konzept

Fugue Machine ist verfügbar für alle iPads ab iOS 7. Eine iPhone-App existiert bislang nicht. Die App basiert auf dem musikalischen Kompositionsprinzip der „Fuge“ (engl. Fugue), das im Barock von Johann Sebastian Bach perfektioniert wurde und seitdem immer wieder eingesetzt wird. In der Fuge wird ein musikalisches Thema zunächst in einer Stimme vorgestellt und dann von weiteren Stimmen zum Teil in Transpositionen wiederholt und variiert.

Auch in Fugue Machine wird eine Notenfolge in bis zu vier verschiedenen Varianten wiedergegeben. Die Eingabe erfolgt in Echtzeit oder Step-by-Step in einer Pianorolle. Im Gegensatz zu normalen DAWs verfügt die App über vier Abspielpositionen (engl. Playheads), mit denen die eingegebenen MIDI-Noten aus der Pianorolle mehrfach wiedergegeben und durch in diversen Parametern (zum Beispiel Tempo, Tonhöhe, Anschlagsstärke) variiert werden. Dadurch entsteht aus einer Notenfolge eine komplexe Komposition. So kann eine der vier Abspielpositionen beispielsweise rückwärts, in halber Geschwindigkeit und zwei Oktaven tiefer spielen und dadurch den Bassbereich formen. Ein anderer Playhead wiederum könnte zum Generieren von Harmonien verwendet werden. 

Parameter

Mit „Styles“ wird die Abspielrichtung der Playheads bestimmt. Sie darf wahlweise „vor“, „zurück“, „vor-zurück“ und „zurück-vor“ lauten. Jeder Playhead kann kann zudem in verschiedenen Geschwindigkeiten abgespielt werden. „Octave“ und „Pitch“ regeln die Tonhöhe in Oktave- und Halbtonschritten, wohingegen Velocity die Anschlagsstärke der Noten justiert. Der Parameter „Start“ bestimmt die Startposition der ersten Note. Ein zusätzlicher „Invert“-Parameter ermöglicht das Invertieren der Tonhöhe, wodurch die tiefste Note die höchste wird und andersherum.

Globale Song-Einstellungen

Das „More-Menü“ gestattet das Anpassen von Tonart, Skalen, Loop-Länge, Volume, Reverb und Tempo. Auch die gute Online-Hilfe wurde hier verstaut. Die Kompositionen lassen sich als Pattern speichern, 38 Preset-Patterns sind bereits enthalten. In den Settings sind MIDI-Einstellungen wie I/O-Routing, MIDI-Clock und Abletons „Link“ konfigurierbar.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare