Gitarre
Test
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08.04.2021

Alesis Strike Amp 12 & Strike Amp 8 Test

E-Drum-Monitore

Big Bang for the Buck

Ein Schwerpunkt im Produktkatalog des Herstellers Alesis ist ein breit aufgestelltes Sortiment an E-Drums aus allen Preisklassen. Mit dem Strike Amp 12 und seinem jüngst hinzugekommenen kleinen Bruder, dem Strike Amp 8, bietet das in den USA ansässige Unternehmen nun auch zwei passende Zweiwege-Aktivmonitore mit einem 12-Zoll- bzw. einem 8-Zoll-Tieftöner, die konkret auf die Bedürfnisse von Elektrotrommlern zugeschnitten sein sollen.

Die Frage, inwieweit diese Bedürfnisse von den allgemeinen Ansprüchen an eine Monitorbox abweichen, ist natürlich nicht unberechtigt. Ein im gesamten hörbaren Spektrum möglichst ausgewogener Klang und hohe Lautstärkereserven sind in den meisten Bereichen erwünscht. Eine Spezialisierung auf E-Drums lässt sich oftmals durch zusätzliche Ausstattung und ein für diesen Anwendungsfall besonders praktikables Design erkennen. Aber auch wenn eine Box derlei Vorzüge nicht bieten sollte, kann sie durchaus als ein funktionaler E-Drum-Monitor durchgehen. Im Review sehen wir, wie sich die beiden Strike Amps in dieser Rolle schlagen.

Details

Design eines Multifunktionslautsprechers

In ihrem äußerlichen Design wirken der Alesis Strike Amp 12 und der Strike Amp 8 wie typische Multifunktionslautsprecher, die sowohl als Monitorboxen als auch als PA-Speaker genutzt werden können. Die solide verarbeiteten Gehäuse sind aus Kunststoff-Polymer gefertigt und können entweder vertikal (stehend) oder auch horizontal abgewinkelt (liegend mit einem Abstrahlwinkel von ca. 60 Grad) aufgestellt werden. Zur vertikalen Montage auf einem Boxenstativ findet sich zudem bei beiden Modellen ein Hochständerflansch mit zugehöriger Arretierungsschraube. Als E-Drum-Monitore werden sie in der Regel in der horizontal abgewinkelten Variante auf dem Boden neben dem E-Drumset positioniert, aber auch die weiteren Optionen zur Positionierung können natürlich je nach Gegebenheit sinnvoll sein und erweitern die Anwendungsmöglichkeiten.

Die Unterschiede zwischen dem Strike Amp 12 und seinem kleinen Bruder liegen vor allem im Durchmesser des verbauten Tieftöners und daraus folgend natürlich auch im Design bzw. der Größe und dem Gewicht des Gehäuses. Der Strike Amp 12 kommt mit einem 12-Zoll-Tieftöner, misst 60,5 x 35,4 x 35 cm und wiegt stolze 16,3 kg. Der Transport wird in diesem Fall von vier Tragegriffen verhältnismäßig komfortabel gestaltet. Der kleine Bruder mit seinem 8-Zoll-Tieftöner ist dagegen wesentlich handlicher gebaut und bringt bei 43,4 x 25,6 x 24,5 cm nur 9,2 kg auf die Waage. Als Hochtöner kommt bei beiden Modellen ein 1,4 Zoll großer Neodymium-Tweeter zum Einsatz. Die Treiber werden von einem stabilen und sauber verarbeiteten Boxengitter geschützt, das durch eine zusätzliche Schaumstoffschicht gedämpft wird, um Vibrationen zu minimieren.

Kräftige Endstufen und zwei getrennt regelbare Eingänge

Die in den beiden Strike Amps verbauten Aktivmodule sind vollständig identisch und arbeiten mit separaten Class-D-Endstufen (Bi-Amping) für den Tieftöner (650 Watt) und den Tweeter (350 Watt). So kommen beide Boxen auf eine Gesamtleistung von 1000 Watt, was für einen E-Drum-Monitor sehr beachtlich ist. Alesis wirbt sogar mit einer Leistung von 2000 Watt, wobei es sich hier um den generell höheren Peak-Wert handelt, der gerne zu Marketing-Zwecken herangezogen wird.

Ein in vielen Fällen vorteilhafter Punkt ist, dass das Modul zwei Mono-Eingänge in Form von symmetrischen XLR/Klinke-Kombibuchsen mit separater Lautstärkeregelung bietet. So lässt sich zusätzlich zu den E-Drums beispielsweise ein Monitorsignal aus einem Mischpult wiedergeben, was unter anderem im Proberaum eine feine Sache ist. Der Mix aus beiden Eingangssignalen wird über einen XLR-Ausgang ausgespielt, was den Anschluss weiterer Monitorboxen erlaubt. Zur rudimentären Klangregelung findet sich eine feste EQ-Schaltung, die als Contour benannt ist und im Sinne einer Badewannen-Frequenzkurve die Bässe und Höhen um 3 dB anhebt. Mögliche Probleme mit Störgeräuschen lassen sich über eine Ground-Lift-Schaltung beheben, während eine kleine LED bei hohen Pegeln über den Einsatz des internen Clip-Limiters aufklärt.

Dass die Aktivmodule mit ihren Anschlüssen und Bedienelementen auf der Rückseite der Lautsprecher sitzen, ist für den alltäglichen Gebrauch am E-Drumset nicht ganz optimal. Die meisten spezialisierten E-Drum-Monitore bieten dafür eine Leiste am oberen Rand der Frontseite, was zum Beispiel das Anpassen der Lautstärke von der Sitzposition aus deutlich vereinfacht. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass sich bei horizontal abgewinkelter Aufstellung nur der zweite der beiden Eingänge mit einem normalen Klinken- oder XLR-Stecker bepflanzen lässt. Beim kleineren Strike Amp 8 kommt wegen der Nähe zum Boden auch in diesem Fall schon bedenklich viel Gewicht auf den Stecker und die Buchse (siehe Foto). Wer den ersten Eingang in dieser Aufstellung nutzen möchte, der muss abgewinkelte Stecker verwenden.

Erstaunliche Ähnlichkeiten zur TS-Serie von Alto

Der Alesis Strike Amp 12 und der Alesis Strike Amp 8 entsprechen in vielerlei Hinsicht der Alto TS 312 bzw. der kleineren Alto TS 308. Das Gehäusedesign ist abgesehen von einigen Kleinigkeiten identisch, und auch im Hinblick auf Ausstattung und Specs zeigen die Modelle der beiden Hersteller ausgeprägte Parallelen. Dies lässt sich zum Teil damit erklären, dass sowohl Alesis als auch Alto unter dem Dach des Mutterkonzerns inMusic arbeiten. Dass in solchen Zusammenschlüssen erfolgreiche Entwicklungen verwandter Unternehmen übernommen werden, ist keine Seltenheit. Nach einer Rückfrage zu den konkreten Unterschieden kam von Alesis die Aussage, dass die Strike Amps schlicht und einfach besser auf E-Drums „getunt“ seien. Konkretere Details ließen sich dem Hersteller nicht entlocken.

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