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05.10.2018

Aktive 2-Wege-Studiomonitore kaufen

Die besten Nahfeldmonitore 2018 für Homerecording- und Profi-Studios!

Beratung beim Kauf von aktiven Speakern

Aktive Nahfeld-Studiomonitore sind vermutlich das populärste Abhörwerkzeug im Studio, was sowohl für Profis als auch für Amateure gilt. Für Musiker, Tontechniker, DJs und Homerecording-Producer ist es also nötig, sich Studiomonitore zu kaufen. 

Studiomonitore: Was sind aktive Nahfeldmonitore?

„Nahfeld“ bedeutet, dass die Studiomonitore nah am Hörer sind und dadurch Einflüsse durch die Raumakustik auf den Sound gering sind.

„Aktiv“: Durch die im Lautsprechergehäuse bereits eingebauten Verstärker erspart man sich den Stellplatz und die Anschaffung eines separaten Amps, zudem ist die Verstärkung samt Frequenzweiche auf den Speaker optimal zugeschnitten. 

Derartige Studiomonitore gibt es in den unterschiedlichsten Größen und Preiskategorien, wobei durch den allgemeinen Trend zum „Bedroom-Producing“ und tendenziell schrumpfenden Regieräumen auch im professionellen Bereich die Verwendung von sogenannten Nahfeldmonitoren in den letzten Jahren an Stellenwert gewonnen hat. Doch auch in großen Studios wird intensiv mit Studiomonitoren für das Nahfeld gemischt, editiert und aufgenommen, wodurch diese Kategorie von Lautsprechern nicht zwingend als Kompromiss zu betrachten ist. Auf welche Parameter und Ausstattungsmerkmale man beim Kauf achten sollte, welche Modelle wir empfehlen können, lest ihr hier!

Für ganz Eilige gibt es hier schon unsere Kauftipps:

Unsere Empfehlungen

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Warum Nahfeld-Studiomonitore kaufen?

Wie dem Namen unschwer zu entnehmen ist, werden die Monitore in unmittelbarer Nähe zur Abhörposition aufgebaut, mit dem Ziel, dass das direkte Signal möglichst ohne Reflexionen und negative Raumeinflüsse, also so unverfälscht wie möglich, zum Zuhörer gelangt. Der Sinn eines Studiomonitors ist es, eine neutrale, färbungsfreie Abhörsituation zu schaffen, damit Ton- und Musikschaffende die richtigen Entscheidungen treffen können. In der Praxis positioniert man hierzu die Monitore in einem Abstand von etwa 70 cm bis 2 m, wobei die optimale Abhörposition im sogenannten Stereodreieck den gleichen Abstand zu beiden Lautsprechern betragen soll. Das klingt simpel, dennoch gibt es viele Details zu beachten, die ihr in unserem Artikel Studiomonitore aufstellen: 8 gängige Fehler und Tipps, wie ihr es richtig macht nachlesen könnt.

Klassiker: Aktive Studiomonitore mit zwei Wegen

Im Nahfeld-Einsatz sind am häufigsten sind 2-Wege-Monitore anzutreffen, was zum Einen am teilweise deutlich günstigeren Anschaffungspreis, zum Anderen an in den meisten Fällen spürbar kompakteren Maßen liegt. Das erleichtert gerade in kleineren Räumen eine sinnvolle Position. 2-Wege-Studiomonitore sind mit einem Tief- und Hochtöner ausgestattet, welche in der Regel hinter der Frequenzweiche, deren Crossover-Frequenz häufig im Bereich von ca. 2 bis 3 kHz liegt, von separaten Verstärkern angetrieben werden.

Wie sieht es bei aktiven Nahfeld-Studiomonitoren im Bassbereich aus?

Trotz der vielfach kompakten Baugröße des Studiomonitors und der damit verbundenen Limitierung des Tieftöners gibt es leistungsfähige Modelle, deren Basswiedergabe für viele Anwendungen auch professionellen Bedürfnissen genügt. In der Regel sind aktive 2-Wege-Monitore mit 3- bis 8-Zoll-Tieftönern nach der Faustregel „je größer, desto mehr Wumms im Frequenz-Keller“ ausgestattet, wobei häufig eine Bassreflexöffnung auf der Vorder- oder Rückseite eine potente Basswiedergabe unterstützt. Dennoch gibt es meines Wissens kein Modell, das den menschlichen Hörbereich, dessen untere Grenze bei ungefähr 20 Hz liegt, komplett abdeckt. Proportional zur Größe – Ausnahmen bestätigen die Regel – findet bei vielen Modellen eine spürbare Absenkung ab beispielsweise 100/80/60/40 Hz statt, was nicht jeder Anwendung, z.B. dem Mix beat- und basslastiger Musik, gerecht wird. In solchen Fällen ist die Einbindung eines Subwoofers die allgemeine Vorgehensweise, die möglicherweise sogar weitere Vorteile bringt. Viele Subwoofer sind mit einem sogenannten Satellitenfilter ausgestattet, welche das Signal, das an die Monitore weitergegeben wird, im Bassbereich beschneidet. Hierdurch wird der Tieftöner der Studiomonitore deutlich entlastet, was unter Umständen zu einer noch besseren und verzerrungfreieren Wiedergabe führt.

Klanganpassung von Studiomonitoren

Eine sinnvolle Positionierung sowie ein gutmütig klingender, gegebenenfalls durch den Einsatz von Absorbern und Diffusoren optimierter Raum, sind elementare Schritte zu einer zweckdienlichen Wiedergabe über Studiomonitore. Viele Modelle bieten jedoch sinnvolle Klangregelungsmöglichkeiten zur weiteren Verfeinerung und Anpassung an die individuellen Hörpräferenzen. Neben der Regelung, meist Absenkung, hoher und tiefer Frequenzen ist das sogenannte Desktop-Filter ein häufig anzutreffender Regler oder Schalter bei Nahfeldmonitoren. Je nach Positionierung können Reflexionen vom Mischpult oder Arbeitstisch bei Frequenzen vom Oberbass bis in die unteren Mitten zu einer mulmig-verwaschenen Überbetonung dieses Frequenzbereichs führen, der man durch Einsatz dieses Filters entgegenwirken kann.

Studiomonitore: Anschlüsse

Symmetrische Anschlussmöglichkeiten per TRS-Klinken- oder XLR-Buchsen sind ein vorteilhaftes Profi-Feature, wodurch eine einwandfreie Wiedergabe auch über längere Kabelstrecken gewährleistet wird. Doch auch unsymmetrische Verbindungen günstiger Modelle, wie beispielsweise Cinch-Buchsen, führen in der Praxis durch die im Nahfeldbereich in der Regel kurzen Kabelstrecken meist zu keinen spürbaren Klangeinbußen. Im höheren Preissegment sind immer häufiger digitale Eingänge verbaut, die man mit entsprechend ausgestatteten Interfaces oder Monitorcontrollern verbinden kann, wobei die D/A-Wandlung im Monitor stattfindet. Beim Kauf sollte man möglichst darauf achten, dass die Eingänge, analog wie digital, mit dem vorhandenen Equipment korrespondieren oder zusätzliche Adapter und Converter in die Kalkulation miteinbeziehen.

Weitere Leistungsmerkmale von aktiven Nahfeld-Studiomonitoren

Neben diversen nicht zwingend lebensnotwendigen Komfortfunktionen wie Auto Standby oder per Computer fernsteuerbarer DSP-Features sind aus meiner Sicht die elektromagnetische Abschirmung sowie das Rausch- und Brummverhalten des Monitors wesentliche Qualitätsmerkmale, auf die beim Kauf von Studiomonitoren zu achten ist. Weiterhin zeigt die Erfahrung, dass ein massives und schweres Boxengehäuse tendenziell weniger anfällig für unliebsame Gehäuseresonanzen ist. In den folgenden Abbildungen sind weitere nützliche Features dokumentiert.

Modelle

Welchen aktiven 2-Wege-Nahfeld-Studiomonitor soll ich kaufen?

Die Frage, welcher der beste Nahfeld-Studiomonitor ist bei dem breiten Angebot und den unterschiedlichen Anforderungen und Geldbeuteln natürlich schwierig (bis gar nicht) zu beantworten. Dennoch haben wir ein paar Modelle (inklusive Alternativen) ausgewählt, die im bonedo-Test überzeugt haben und die wir daher mit voller Überzeugung empfehlen können!

Welcher 2-Wege-Studiomonitor hat das beste Preis-Leistungsverhältnis?

Wir haben eine klare Budget-Empfehlung, und diese heißt Focal Alpha 65! Dieser Speaker klingt sehr gut, leistet sich kaum Ungereimtheiten und kostet nicht so viel. Zum Produzieren im Homercording-Studio liefert er viel für's Geld!

Focal Alpha 65 (Testbericht)

Focal Alpha 65 (Produktseite bei Thomann)

Welcher 2-Wege-Studiomonitor ist der beste Klassiker?

Neumanns KH 120A Monitor gilt als Nachfolgemodell des legendären Klein + Hummel O110 und hat seit seinem Marktdebüt 2011 in vielen professionellen Studios, unter anderem auch in meinem, ein zu Hause gefunden. Der kompakte und dennoch überraschend raumfüllend klingende Studiomonitor bietet eine präzise Auflösung des Klanggeschehens und ist besonders in Kombination mit einem Subwoofer eine vollwertige Profi-Abhöre zu einem fairen Preis.

Neumann KH 120A (Testbericht)

Neumann KH 120A (Produktseite bei Thomann)

Weitere Studiomonitor-Empfehlungen

Zugegebenermaßen kratzt der Genelec Monitor 1032C aufgrund der Abmessungen (H49,5 x B32,0 x T29,0 cm) des klassisch-eckigen Gehäuses früherer Modelle des finnischen Herstellers an den Grenzen dessen, was der Kompaktheit eines typischen Nahfeldmonitors entspricht. Dennoch ist eine entsprechende Positionierung machbar und aufgrund der souveränen Wiedergabeeigenschaften mit einer kompromisslosen Basswiedergabe, welche die Verwendung eines Subwoofers obsolet erscheinen lässt, definitiv ein Überlegung wert.

Genelec 1032C (Testbericht)

Genelec 1032C (Produktseite bei Thomann)

Einer ungeheuren Popularität in der Homerecording-Gemeinde erfreut sich Yamahas preiswerter Nahfeld-Studiomonitor HS7, der in seiner schwarz-weißen Ausführung (auch in weiß erhältlich) zwangsläufig an die passive Studiolegende NS-10M erinnert.

Yamaha HS7 (Testbericht)

Yamaha HS7 (Produktseite bei Thomann)

Wir hoffen, ihr findet dank unserer kleinen und vielleicht inspirierenden Auswahl den passenden Studiomonitor für euer Home- oder Profi-Studio. Weitere Tipps bezüglich verschiedener Modelle, die sich nach eurer Erfahrung bewährt haben, könnt ihr gerne in den Kommentaren hinterlassen!

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