Hersteller_AKG
Test
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17.07.2015

Praxis

Robust und unempfindlich

Sicher und wertig liegt es in der Hand, das AKG D5 C. Der leicht konische Handgriff ist nicht zu dünn, der Kopf nicht zu schwer - sehr gut. Robust ist es sicher auch, ich kann mich gerade noch zurückhalten, einen Nagel damit in die Wand zu kloppen. Zudem ist das Mikrofon sehr unempfindlich gegen Handling-Noises, wie in den Unterlagen zugesichert. Schon ein erster Test macht klar, dass das auch für den Umgang mit Popplauten gilt. Patternstabilität der Niere und Off-Axis-Dämpfung gehen tatsächlich voll in Ordnung.

Schlank und transparent

Direkt auffällig ist, dass das D5 C sehr schlank abgestimmt ist. Es ist durchaus bassarm, was auf der anderen Seite aber dazu führt, dass selbst bei nächstmöglicher Besprechung, also mit den Lippen am Grill, das Signal immer noch transparent, detailliert und klar ist, wohingegen andere Mikrofone schwammig und indifferent werden - im Vergleich besonders an SM58 und M 88 zu erkennen. Ganz eindeutig stand wohl maximale Sprachverständlichkeit auf der Prioritätsliste der AKG-Ingenieure sehr weit oben. Und ebenso sicher haben sie nach der Begutachtung des fertigen D5-Serienproduktes einen genauso dicken Haken an diesen Eintrag machen können wie ich. Alles, was musikalisch eine hohe Sprachverständlichkeit notwendig macht, also etwa Hip-Hop, oder wo sich die Stimme im mittigen Frequenzgewusel nach vorne kämpfen muss (beispielsweise Punkrock), lässt den Einsatz des D5 C eine gute Idee sein. Sicher: Die "Kernigkeit" eines Shure SM58 liefert das AKG nicht.

Crisp oder kratzig?

Es gibt aber auch eine Kehrseite der Medallie: Das AKG D5 C ist zwar höhenreicher als 58 und 88, aber auch weniger natürlich: Ab den Präsenzen ist eine etwas "britzelige" Komponente im Klang nicht zu leugnen. Sie wirkt in meinen Ohren etwas signalfremd, aber wenn man es sehr positiv ausdrücken möchte, kann man das Adjektiv "crisp" anführen. Mir ist das AKG aber dennoch zu kratzig. Das ist jetzt kein Ausschlusskriterium und wird dem einen oder anderen User vielleicht gefallen und der einen oder anderen Stimme vielleicht zuträglich sein. Und natürlich geht im Livebetrieb viel von derartigen Feinheiten verloren. Was dann bleibt, ist ein sehr durchsetzungsstarkes Mikrofon. Und so etwas ist gut!

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