Hersteller_AKG
Test
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27.01.2012

Praxis

D112: Standard-Mikro für die Bassdrum 

Es gibt tatsächlich den Begriff “D112-Bassdrum”, der daher rührt, dass eine mit dem Kandidaten mikrofonierte große Trommel gerne eher nach dem Mikrofon klingt denn nach dem Instrument selbst. Ich möchte meine üblichen Gemeinheiten direkt am Anfang des Praxisteils loswerden, dann kann ich danach deutlich entspannter zu Werke gehen: Dieser immer ein bisschen gleich klingende Sound hat mich dazu veranlasst, das AKG öfters einmal als “Jugendzentrum-Bassdrummikro” zu verspotten. Ich hoffe, man mag mir diese Verunglimpfung verzeihen. Einerseits ist die angesprochene Klangformung ja oft sehr hilfreich und der Sound beliebt, bekannt und funktionell, andererseits stecken im D112 noch ganz andere Qualitäten. Dass der eiförmige Wandler aus der Alpenrepublik als “Bassdrum-Mikrofon” gestempelt wird, tut ihm deutlich Unrecht. Dies explizit auszudrücken, kann hoffentlich meine verbalen Sticheleien etwas abmildern, denn das 112 kann flexibler eingesetzt werden, als man zunächst vielleicht denkt.

Das AKG kann mehr als nur Kick-Drum

Durch die große Membranfläche und den angenehmen, aber kräftigen Nahbesprechungseffekt ist das AKG in der Lage, verschiedensten Signalen ordentlich Fundament zu verleihen. Gleichzeitig bleibt durch den “Punch Boost” die Präsenz vorhanden, sodass man fast immer ein durchsetzungsfähiges Signal erhält. An Gitarren und Bass-Cabinets funktioniert das genauso gut wie mit Blech und – das zeigen sicher die Audiofiles – sogar Gesang! Zwar ist es eindeutig “unhandlich” im Bühnenbetrieb, doch sollte man in manchen Situationen den Einsatz vor Vokalisten nicht unversucht lassen!

Charakterstarker Sound nicht jedermanns Sache – aber dennoch praktisch

Ich persönlich bin bei Studioproduktionen kein großer Freund derartiger Bassdrumsounds – aber das ist schließlich mein Problem. Das AKG D112 ist die vielleicht beste und schnellste Lösung, im Live- und im Studiobetrieb einen wirklich professionellen Bassdrumsound zu generieren. Das Signal beinhaltet nicht nur alle wichtigen Signalanteile einer Bassdrum, sondern liefert diese oft auch in angemessener Gewichtung. Mit der Positionierung lässt sich das Verhältnis von Attack und Schub sehr gut steuern. Außerhalb der Druckkammer-Trommel sind zu große Abstände meist nicht angebracht, da der Proximity-Effekt für den Subbass benötigt wird. Der eigentliche Boost bei 100 Hz ist für viele heutige Anwendungen nämlich zu hoch.

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