Test
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11.02.2017

ADJ Entourage Test

Fazer

Effektiver Dunst im Flightcase

Komplexe Licht- und Effektkompositionen verlangen nach einem Medium, um Lichtstrahlen, Gobos und Co. eine räumliche Projektionsfläche zu bieten. Dafür bringt ADJ Entourage als mobiler, im Flightcase montierter Fazer die idealen Voraussetzungen mit: Das Gerät wandelt wasserbasiertes Fluid in feinen Dunst, ordnet sich mit 1.500 Watt im gehobenen mittleren Leistungsniveau ein und empfiehlt sich für klassische 10 x 6 Meter große Bühnen sowie Open-Airs.

Details

Anerkennende Blicke erntet die ADJ Entourage bereits beim Auspacken: Ist der Karton entfernt, brauchen nur noch die Butterflys am Deckel des Flightases geöffnet werden – das war’s. Der Fazer ist im Case bestens verschraubt und strahlt pure Stabilität aus. Eckig, widerstandsfähig, stapelbar – exakt das, was sich Roadies, Operator, LJs und DJs unterwegs wünschen. So kommt sie auf ein Gewicht von 21,3 kg.

Der Fazer verfügt über eine Leistung von 1.500 Watt, mit der er permanenten oder Intervall-gesteuerten Dunst liefert. Der maximale Nebelausstoß beträgt 425 Kubikmeter pro Minute. Praxisorientiert ist die Ausstattung mit verstellbarem Ablenkblech, das die Auswurfrichtung beeinflusst. Das funktioniert nicht nicht stufenlos, aber filigrane Millimetergenauigkeit wäre hier ohnehin fehl am Platz. Außerdem kontrolliert und reinigt sich der Apparat auf eigene Faust. Geradezu idiotensicher – so wollen wir das haben.  Angesteuert wird die Entourage idealerweise per DMX-512.

Kleine Einführung

Wodurch unterscheiden sich eigentlich klassische Nebelmaschinen, Bodennebelmaschinen, Hazer und Fazer? Zwar ermöglichen alle die räumliche Darstellung von Lichtszenarien, doch gibt es grundlegende Unterschiede. Hier ein kurzer Ausflug in die Begrifflichkeiten:

Nebelmaschinen

... sorgen für einen starken und dichten Ausstoß. Der betroffene Bereich verschwindet im wahrsten Sinne des Wortes im Nebel und ist kaum noch einsehbar. Die Nebelwolke inklusive der darin vorhandenen Akteure kann beleuchtet werden, bevor sie sich kurz darauf wieder auflöst – ein eher temporär szenischer Effekt. Eine Unterart sind die Bodennebler, die mit Fluid-Kühlung arbeiten.

Hazer

... erzeugen besonders feinen Nebel, ideal für für Spots, Moving-Heads, Gobo-Projektoren etc. In diesem Medium brechen sich die Lichtstrahlen und werden reflektiert. Hazer nutzen ölbasiertes Fluid mit weniger Wasser, wodurch Ablagerungen am Equipment und im Raum entstehen können.

Fazer

... sind technische Zwitter. Konzipiert sind sie wie Nebelmaschinen, arbeiten also mit wasserbasiertem Fluid. Andererseits erzeugen sie kontinuierlich feinen Dunst wie ein Hazer. 

Pragmatischer Aufbau

Das Gerät ist solide, robust und transportsicher verpackt. Damit lässt sich arbeiten. Das Case wird lediglich auf der Vorderseite geöffnet. Mit Klett-Straps verzurrt, befindet sich im Case-Deckel das PowerCon-Kabel für die Stromversorgung. Auf dem Anschlussfeld sitzen drei- und fünfpolige DMX-Ins wie -Outs. Die Entourage ist also kompatibel zu DMX-512 und DMX-512A. Zudem befinden sich hier die Sicherung sowie der Anschluss für die Fluid-Leitung. Der Fluid-Behälter fast ausreichende 5,6 Liter und wird ebenfalls per Strap gehalten. Der Schraubverschluss nebst arretierter Leitung greift bestens.

Direkt darüber liegt das Bedienfeld mit einem klar und deutlich ablesbaren Display. Ausgesprochen augenfreundlich ist die kontrastreiche weiße Schrift auf blauem, beleuchtetem Hintergrund. Unter dem Display gibt es sechs Tasten für die Konfiguration sowie den manuellen Betrieb.

Lenken wir noch einen seitlichen Blick auf das Case, wo sich das Gitter vor dem Luftfilter befindet. Der Schaumstofffilter muss von Zeit zu Zeit gereinigt oder ausgetauscht werden, zumal er sich bei längerem Betrieb – wie der Schwamm im Düsenfach – mit Staub, öligen Substanzen und sonstigen Partikeln bekleckern wird. Einen Servicetechniker braucht ihr dafür nicht, lediglich einen Kreuzschlitzschraubendreher.

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