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04.10.2018

5 Tipps zum Aufnehmen einer Bassdrum

Bassdrum mikrofonieren

Schnelle Praxis-Tipps für Recording-Einsteiger – Kick Drum abmiken

Ihr wollt die Bassdrum eines Schlagzeugs mikrofonieren, weil ihr mit der Band im Proberaum Recordings machen wollt? Dann könnt ihr hier lernen, auf was man achten muss. Die Einsteiger-Praxis-Tipps könnt ihr für Aufnahmen, aber auch für Live-Konzerte nutzen. So, nicht lange schwafeln, direkt zur Sache:

 

Tipp 1: Mikrofon in das Innere der Bassdrum!

Die Bassdrum (auch: "Kick Drum") wird meist im Inneren der Trommel mikrofoniert. In der Regel verfügt das Resonanzfell über ein Loch, durch das man wunderbar ein Mikrofon schieben und vor dem Schlagfell positionieren kann. Verwendet hier auf jeden Fall ein spezielles Bassdrum-Mikrofonstativ – dieses ist sehr niedrig und kann so sehr einfach vor die Trommel gestellt werden. Triad-Orbit ist die vielleicht beste, aber auch eine der teuersten Lösungen.

Tipp 2: An der Bassdrum das richtige Mikrofon verwenden

Für die Abnahme im Inneren der Bassdrum vor dem Schlagfell verwendet ihr ein dynamisches Mikrofon. Es gibt ein paar Klassiker (z.B. AKG D112, Sennheiser MD 421 oder Electro-Voice RE-20), aber auch eine Reihe preiswerter Kickdrum-Mikros, wie dem Audix D6 oder dem t.bone BD 300

Es gibt ein paar typische Mikrofone für das Abnehmen eines Drumkits, also auch der Bassdrum. In unserem Artikel Studiostandards: Drum-Mikrofone findet ihr die verbreitetsten Klassiker!

Tipp 3: Richtiger Mikrofon-Abstand zum Schlagfell

Der Bassdrum-Klang ändert sich mit dem Abstand des Mikros zum Schlagfell – je näher ihr herangeht, desto attackreicher wird euer Sound. Entfernt ihr euch vom Fell, wird er voluminöser und bauchiger. Da jede Trommel eigene Resonanzeigenschaften besitzt, müsst ihr auf jeden Fall von Bassdrum zu Bassdrum ein wenig experimentieren. Entfernt ihr euch mit dem Mikro zu weit vom Schlagfell, gelangt ihr also zu weit in Richtung Trommel-Mitte, kann es ganz schnell „dröhnig“ oder zu bauchig klingen. Der Standard-Abstand liegt in einem Bereich zwischen 5-10 cm. Geht nicht zu nahe (2 cm) ans Schlagfell heran, denn manche Drummer stimmen ihr Schlagfell extrem tief, so dass sich das Fell bei einem beherzten Tritt der Fußmaschine schon mal extrem nach innen wölben kann.

Tipp 4: Attack bestimmen durch Balance von Kesselrand zu Schlägel 

Der nächste Aspekt, der Einfluss auf den Sound nimmt, ist die Ausrichtung des Mikros zum Schlägel der Fußmaschine. Richtet ihr das Mikrofon direkt auf den Schlägel, erhaltet ihr einen sehr höhenreichen Attack, der sehr durchsetzungskräftig ist, aber manchmal eben auch unangenehm sein kann. Geht ihr mit dem Mikro weiter in Richtung Kesselrand (bitte nicht extrem an den Kesselrand, sondern eben nur in die Richtung), wird der Attack wärmer.

Tipp 5: Zweites Mikrofon benutzen

Für Live-Anwendungen reicht das auch völlig aus. Im Studio und auch bei Proberaumaufnahmen möchte man aber meistens differenzierter Einfluss auf den Klang der Bassdrum nehmen und vielleicht noch etwas mehr Tiefbass und „Körper“ der Trommel zur Verfügung haben. Das erreicht man, indem man ein zweites Mikrofon einsetzt und dieses vor das Resonanzfell, oder vor oder genau in das Loch im Resonanzfell stellt. Vor dem Fell verwendet man ganz häufig Großmembran-Kondensatormikrofone, etwa das sE Electronics Magneto oder das Superlux E205, vor dem Loch oder darin werden eher dynamische Mikros wie das Beyerdynamic M88 verwendet. Wenn ihr mit diesem zweiten Mikro in der Höhe des Resonanzfell-Lochs experimentiert, müsst ihr unbedingt darauf achten, dass die Luftströmungen, die bei jedem Bassdrum-Tritt aus dem Loch kommen, nicht als störende Luft-Geräusche über das Mikro übertragen werden. Hier sind es meist nur wenige Zentimeter, die man das Mikro verstellen muss, um diese Störgeräusche loszuwerden, auch ein Windschutz kann Wunder bewirken. Ein ganz guter Abstand für das Mikro vor dem Resonanzfell sind 10-15 cm. Nun hat man sehr gute Eingriffsmöglichkeiten auf den Bassdrum-Sound – den Attack holen wir uns über das Mikro im Inneren der Trommel, das wir ziemlich nah am Schlegel positionieren, den fehlenden Tiefbass mixen wir über das zweite Mikro vor dem Resonanzfell dazu – so kann jeder nach seinem Geschmack das Verhältnis zwischen Attack und Bass (Volumen) bestimmen. 

Experten-Tipp: Beim Mischen der beiden Signale kann mit der Invertierung der Phasenlage und einem sehr kurzen Delay auf dem inneren Mikrofon klanglich schon sehr viel verändert werden!

So, dann kriecht mal in die große Trommel! Und natürlich: Das hier sind Leitlinien, es ist immer gut, wenn ihr experimentiert und mit eurem Equipment Erfahrungen sammelt!

Viel Spaß dabei!

 

 

 

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