Anzeige

Digitech Freqout Natural Feedback Creator Test

Das Digitech Freqout Natural Feedback Creator Effektpedal gehört zu den eher exotischen Vertretern im Pedalboard. Es widmet sich der Erzeugung von Rückkopplungen, die zwar zum Repertoire jedes gepflegten (Rock-) Gitarristen gehören, aber üblicherweise nur mit entsprechender Lautstärke und der Interaktion zwischen Amp, Box und Gitarre möglich sind. Mit dem E-Bow, der seit Mitte der 70er Jahre erhältlich ist, gibt es bereits ein Werkzeug, das die Saiten per Magnetfeld beliebig lang in Schwingung versetzt, indem es über die gewünschte Saite gehalten wird. Oder den Sustainer von Fernandes, ein Pickup, der ebenfalls die Saiten zum Schwingen bringt, wenn er per Schalter dazu aufgefordert wird. Und natürlich muss beim Umbau der Gitarre einer der vorhandenen Tonabnehmer dem Sustainer weichen.

Digitech_FreqOut_Natural_Feedback_Creator_007FIN


Mit dem Freqout bringt Digitech nun ein Pedal, das laut Hersteller ein natürliches Feedback bei jeder Lautstärke produzieren soll und bei dem die Obertöne anwählbar sind, die ins Feedback kippen. Und bei alledem bleiben die Hände zum Spielen frei. Klingt spannend!

Details

Optik/Verarbeitung:

Das Pedal besitzt ein super robustes Metallgehäuse und kann schon optisch gefallen, denn Digitech hat sich, was seine Fertigung betrifft, etwas einfallen lassen. Die Oberseite besteht aus einem Stück Metall, das vorne und hinten so gefalzt wurde, dass es gleichzeitig auch die vordere und hintere Gehäuseseiten bildet. Es ist im Metallfinish gehalten, wobei der schwarze Druck ein gutes Ablesen der Bedienelemente ermöglicht. Auch die schwarz lackierte Unterseite ist gefalzt, allerdings bilden hier die beiden abgeknickten Metallflächen die Seitenteile.

Fotostrecke: 3 Bilder Rückkopplungen sind im Normalfall ja unerwünscht, nur die lieben Gitarristen sind da anderer Meinung,…
Fotostrecke

Rechts und links an den Gehäuseseiten befinden sich die Ein- und Ausgangsbuchsen, der Anschluss für ein optionales Netzteil oder eine zentrale Spannungsversorgung sitzt an der Stirnseite des Pedals.
Möchte man in das Innere des Pedals vorstoßen, müssen vier Inbusschrauben auf der Oberseite gelöst werden. Allerdings gibt es dafür keinen Grund, denn das Freqout lässt sich ausschließlich mit Netzteil betreiben. Mit seinen Abmessungen von 122 mm x 73 mm x 45 mm hat es Standard-Pedalmaße und das Gewicht von 351 Gramm gepaart mit der tollen Optik vermitteln ein wertiges Gefühl. Das Pedal ist mit Gummifüßchen versehen, somit wird ein Verrutschen erschwert. Wer lieber Klett verwenden möchte, kann die Füßchen auch leicht entfernen. Die Verarbeitung des in China gefertigten Pedals ist insgesamt hervorragend und gibt keinerlei Anlass zur Kritik.

Fotostrecke: 4 Bilder Das Freqout muss als erstes Pedal direkt nach dem Instrument in der Signalkette platziert werden.
Fotostrecke

Schauen wir uns die Bedienoberfläche einmal etwas genauer an, denn hier gibt es einiges zu entdecken. Auffälligstes Merkmal ist sicherlich die Feedback LED-Kette auf der linken Seite. Die erlaubt eine optische Kontrolle, wie sich das vorher eingestellte Feedback aufbaut. Das geschieht mit dem Onset-Regler, der den unteren Teil des doppelt belegten Range-Potis auf der rechten Seite bildet. Nach links gedreht wird das Feedback unmittelbar nach dem Anschlag der Note erzeugt, ein Drehen nach rechts verlangsamt das Aufbauen. Der obere Teil des Potis ist mit Gain beschriftet und bestimmt das Mischungsverhältnis des Feedbacks zum Grundsignal.

Fotostrecke: 4 Bilder Auffälligstes Merkmal der Bedienoberfläche ist die Feedback LED-Kette auf der linken Seite.
Fotostrecke

Unterhalb des Doppelreglers findet sich ein mit Type bezeichnetes Poti, mit dem der Oberton eingestellt wird, in den das Feedback kippen soll.
Zur Auswahl stehen:

  • Sub – erzeugt ein Feedback eine Oktave unter dem gespielten Ton
  • 1st – erzeugt die erste Harmonische
  • 2nd – erzeugt die zweite Harmonische
  • 3rd – erzeugt die dritte Harmonische
  • 5th – erzeugt die fünfte Harmonische
  • Nat Low – Feedback kippt zur tieferen Note
  • Nat Hi- Feedback kippt zur höheren Note

Nat steht übrigens für “Natural”. Hier verhält sich das erzeugte Feedback so, wie man es von der Interaktion zwischen Amp und Gitarre kennt. Im Gegensatz zu den anderen Einstellungen ist es dabei möglich, unterschiedliche Rückkopplungen mit ein und derselben Note entstehen zu lassen.
Außerdem gehören zwei Kippschalter zur Ausstattung. Der erste, Momentary benannt, bestimmt die Art und Weise, wie das Pedal grundsätzlich arbeitet, denn es stehen zwei Möglichkeiten zur Auswahl:
Befindet sich der Momentary-Schalter in der Off-Position, wird der Effekt erzeugt, sobald das Pedal mit dem Fußschalter aktiviert wird, also ganz so, wie man es von einem normalen Pedal kennt. Tritt man den Fußschalter wieder, ist das Pedal im Bypass-Modus. Nur in dieser Einstellung verfügt das Freqout übrigens über einen True Bypass. Ist Momentary jedoch aktiviert, kommt das Feedback erst zustande, sobald der Fußschalter gedrückt und gehalten wird. Nimmt man den Fuß vom Schalter, endet auch das Feedback. Letzteres wird höchstwahrscheinlich auch die am meisten verwendete Einstellung sein, denn so lässt sich der Effekt punktuell einsetzen. Der zweite Kippschalter darunter ermöglicht ein Kappen des Direktsignals. So entstehen synthetisch anmutende Sounds, auf die ich im Praxisteil noch näher eingehen werde. Zwar wurde ein Faltblatt mit einem Quickstart in den Karton beigelegt, ich empfehle jedoch den Besuch der Website, da dort eine wesentlich ausführlicher Beschreibung des Pedals zu finden ist. Die Verarbeitung ist vorbildlich und sollte auch härtesten Belastungen standhalten.

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.