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Denon DN-700CB Test

Praxis

Ein „Feature-Monster“ mag der DN-700CB nicht sein, dennoch möchte ich festhalten, dass die Handhabung des Players ziemlich intuitiv vonstattengeht, die Verteilung der Bedienelemente an der Front gut gelungen ist und man auch ohne großes Studium des Handbuchs einfach an die gewünschten Funktionen gelangt.
Das 110 x 25 mm große, zweizeilige und gut ablesbare Display an zentraler Position stellt 16 Digits pro Zeile dar und der Scroll-Vorgang ist langsam genug, um auch längere Titel (siehe Spezifikationen einige Zeilen tiefer) ablesen zu können.
Die gängigen zweimal 16 Zeichen sind nicht üppig bei der Titelwahl, vergleicht man mit einem DAP-IR 100 beispielsweise, aber gängiger Standard für diese Produktkategorie. Mit der kompakten Infrarot-Fernbedienung lassen sich die meisten relevanten Funktionen dirigieren, darunter Quellenwahl, Abspielsteuerung, Tempo, Muten, Wiedergabemodi und Menüzugriff sowie Navigation. Es fehlt allerdings ein Nummernblock.
Power-on-Play erlaubt die Wiedergabe, sobald Strom anliegt (Stichwort Zeitschaltuhr). Dabei checkt der DN erst nach einer CD, dann nach einem USB-Datenträger – weitere Quellen sind davon ausgeschlossen. Die Klangeigenschaften des Geräts geben mir keinen Anlass zur Kritik, ob man nun direkt via Cinch in den Verstärker oder Mischer geht oder auch den professionellen XLR-Outputs den Vorzug gibt. Den Zuspieler-Reigen bewältigt unser Testkandidat wie folgt:

Das Firmware Update ist drauf
Das Firmware Update ist drauf

CD-Player

Ein sanfter Slot-In zieht den optischen Datenträger ein, der Player akzeptiert folgende Formate: CD-DA, CD-ROM (ISO9660) und CD-R. Erlaubte Audioformate hier sind MP3 (32-320k) und Wave (16/24 Bit). Die Ladezeiten vom Moment, in dem die CD vom Slot-in-Mechanismus erfasst wird bis zum Abspielen des ersten Tracks betragen bei der Standard-Audio-CD gut 6 Sekunden, bei der MP3-Daten-Test-CD mit 64 Tracks knapp 10 Sekunden. Wähle ich den nächsten Titel aus, dauert es knapp 2 Sekündchen, bevor es weitergeht. Das liegt im üblichen Rahmen.
Mittels Antippen wird kurz gespult, schneller geht’s, wenn die Taste festgehalten wird. Besonders für Sprachaufzeichnungen ein nützliches Feature. Die Track-Auswahl kann via Nummerntasten erfolgen, alternativ navigiert man mit dem Push-Encoder auf optischen Datenträgern. Hier wird prinzipbedingt ein Track nach dem anderen vorgegangen, eine Möglichkeit, schnell mal 10 Tracks pro Schritt zu überspringen oder ähnliches, ist nicht vorgesehen, wäre aber nicht schlecht gewesen. Auf großen Datenträgern mit zahlreichen Unterverzeichnissen wünscht man sich natürlich ein höher auflösendes Display, aber immerhin kann man zwischen Root- und Ordner-Browsing umschalten und 10 Hotstarts festlegen, dazu später mehr.
Was die Direktwahltasten angeht, so ist die numerische Eingabe-Begrenzung von der tatsächlich ermittelten Track-Anzahl abhängig. Bedeutet: zweistellig für meine Audio CD, dreistellig für den Test-USB-Stick und sogar vierstellig für die Festplatte mit den 8000+ Samples und Musikstücken.

Remote: Schade dass kein Nummernblock dabei ist
Remote: Schade dass kein Nummernblock dabei ist

Festplatten und Sticks

Der Denon DN-700CB akzeptiert Festplatten (HDD, SSD) und USB-Sticks mit den Dateisystemen FAT16 oder FAT32 bis zu einer Größe von stattlichen 2 Terrabyte. Die akzeptierte Dateinamen- und Ordnerbezeichnungslänge reicht bis zu 255 Zeichen. Die maximale Anzahl der Dateien für einen Ordner beträgt 999. Die Anzahl der Ordner selbst ist wiederum maximal 999 einschließlich des Stammverzeichnisses bei höchstens 8 Ordnerebenen.
Im Praxistest erweist sich der Player als echter Turbo beim Einlesen von Harddisks, denn die 128er-SSD (mehr als 8000 Samples und Audiodateien unterschiedlicher Formate) war im Rekordtempo von 10 Sekunden eingelesen, ja sogar die 320-GB-HDD benötigte nur so wenig Zeit und für den voll bepackten 64-GB-USB-Stick reichten sogar 4 Sekunden – wow! Das kann sich wirklich sehen lassen.
Auch der Wechsel zwischen den Tracks und das Einstarten dieser gelingen problemlos innerhalb von zwei Sekunden, genauso wie das Spulen im Track gut von der Hand geht – hab ich auch schon anders erlebt, daher die Erwähnung. Der Pitch verändert das Tempo um plusminus 15 Prozent (ohne Keylock).

USB-Port an der Vorderseite: Tausende Audiodateien auf einer Platte sind kein Problem
USB-Port an der Vorderseite: Tausende Audiodateien auf einer Platte sind kein Problem
Audio Samples
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Denon DN-700CB Pitch

Hot Start

Am Denon-DN700CB lassen sich eine Zufallswiedergabe und Wiederholfunktion (Track, Liste, Folder) selektieren, dazu könnt ihr Abspielzeiten (elapsed, remain) sowie Titelanzeigen (Artist, Album, Titel, File) umschalten. 20 Programmplätze (Hot Starts) lassen sich am Gerät programmieren oder via Web-Interface. Im Hot-Start-Modus lassen sich die Zifferntasten 0–9, die normalerweise der Direktanwahl von Tracks dienen, zur Anwahl von zuvor festgelegten Tracks von CD-, USB- oder Netzwerk verwenden.
Dafür muss diesen im Vorfeld eine Hot-Start-Nummer zugewiesen werden. Ihr könnt diese Plätze einzeln via Hotstart-Menü belegen und löschen oder automatisch mappen lassen. Um die Titel abzurufen, wird am Player drei Sekunden auf die Source-Taste gedrückt und dann selektiert.
An sich eine gute Idee, allerdings läuft das nicht „Medien-übergreifend“ und die – ich nenne sie mal „temporäre Playliste“ – ist futsch, sobald ihr das Medium wechselt oder auswerft, da sich das Gerät das Medium weder merkt noch die Reihenfolge intern speichert. Hier wäre mehr drin gewesen. Und wo wir gerade bei Playlisten sind: Auch lassen sich keine M3U- oder XML-Playlisten oder sonstige, die auf externen Datenträgern vorliegen, einlesen.

Bluetooth

Die Bluetooth-Version des Denon-DN-700VCb ist 4.0 Klasse 2 mit einer Reichweite von bis zu 25 Metern. Das Gerät unterstützt die Profile A2DP und AVRCP (1.3/1.4) sowie die Codecs SBC und MP3. Das Gerät weist sich als DN-700CB aus. Ist eine Verbindung mit einem mobilen Endgerät initiiert, kann dieses über die Bedientasten des Players oder das Web-GUI erfolgen (Play, Pause, Select zurück und vor, Encoder am Gerät). Ferner ist es möglich, am Gerät eine Device-Liste durchzuschalten, wo sich zuvor bereits Bluetooth-Geräte in Reichweite tummeln. Man kann also vom Player aus problemlos Devices aus und zuschalten, was in diversen Situationen von Meeting bis Schulung durchaus nützlich sein kann. Bei laufendem Stream erfolgt der Wechsel in etwa 20 Sekunden.

Aux-In

Die Miniklinkenbuchse an der Front erlaubt euch, externe Zuspieler zu verbinden. Auch hier ließen sich also ein Tablet oder ein MP3-Player oder sonstiges Gerät andocken. Sobald eine Miniklinke eingesteckt ist, quittiert der Player dies mit einem AUX-Connected. Eine Lautstärkeregelung hat dann am angeschlossenen Device stattzufinden. Vielleicht wäre es auch nicht verkehrt gewesen, dem 700er einen rückseitigen Aux-In zu spendieren für die Mischpultlose-Verbindung mit beispielsweise einem weiteren Rack-Gerät (Stichwort Internetradio).

Network-Play

Hierfür ist ein LAN respektive eine zugewiesene IP-Adresse im gleichen Netzwerk Pflicht. Über den DN-700CB bekommt man in der Net-Server-List die verfügbaren Geräte angezeigt hat nach Auswahl Zugriff auf Verzeichnisse und Audiodateien.

Fotostrecke: 5 Bilder Denon DN-700CB: Bluetooth Device List

Remote-Einstellungen

Es gibt neben der Infrarotfernbedienung noch zwei weitere Methoden, um den DN-700CB fernzusteuern. Neben der seriellen Schnittstelle, für die eine Kommando-Liste auf der Hersteller-Website vorliegt, ist besonders das Web-Frontend zu erwähnen. Hier lässt sich bequem vom PC oder Smartphone aus Zugriff auf angeschlossene Computer und Medien vornehmen. Ihr könnt dem Player selbst eine statische oder dynamische IP-Adresse zuweisen und dann via Browser auf die Konfigurationsseiten zugreifen …

Fotostrecke: 6 Bilder Denon DN-700CB Web-GUI

Menüs

Vor dem Fazit noch eine kurze Erwähnung von Menü-Funktionen, die aufgerufen werden, indem der Encoder für zwei Sekunden niedergedrückt bleibt, als da wären:

  • Firmware-Infos
  • Finish Mode: Wählt ob die Stopp-Taste an den Anfang der aktuellen Trackliste springt oder den nächsten Track aufruft. Search Mode: Normal und Still beim vorspulen
  • System Reset
  • SW Update
  • IP Setting: Vergabe einer statischen oder dynamischen IP
  • Dimmer Setting: Displayhelligkeit von 1–5
  • Volume Setting: Wählt flexible oder feste Ausgabelautstärke
  • Baud Rate: 9600, 38400 und 115200 b/s. 38400
  • Hot Start: Listet Hot Start-Slots und Dateien
  • Network-Info
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