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Alesis DM6 Test

PRAXIS
Das DM6 ist wirklich auffällig günstig, so dass ich nichts wirklich Großes erwarte. Bevor das Set ordentlich getestet werden kann, muss es erst einmal ausgepackt werden. Zum Vorschein kommen, nachdem alle im großen Karton enthaltenen Einzelpakete geöffnet sind: Drei Tom-Pads, ein Dual-Snare-Pad, ein Bass-Drum-Pad, drei Becken-Pads, ein HI-Hat-Controller, sowie die einzelnen Rackteile aus Aluminium mit den dazugehörigen L-Winkeln und Manschetten, Kabel plus Kabelbinder und  – aufgepasst – eine Fußmaschine und sogar ein Paar Sticks. Hersteller von E-Drums sind in der Regel bekannt dafür, gerade auf ein Kickpedal im Lieferumfang zu verzichten. Ein Pluspunkt für Alesis. Der Aufbau des Kits versteht sich praktisch von selbst. Nachdem ich die einzelnen Rackteile mit den dafür vorgesehenen Manschetten, die mit Vierkantschrauben versehen sind, verbunden habe, muss ich die L-Winkel, deren Halterungen mit Flügelschrauben versehen sind, am Rack anbringen.
 
Der nächste Schritt: das Snare-Pad und die drei Tom-Pads auf die L-Winkel schrauben, die Becken-Pads auf den dazugehörigen Metallarmen befestigen und diese am Rack justieren. Anschließend das Modul zwischen den oberen zwei Tom-Pads platzieren, am Bass-Drum-Pad die Fußmaschine befestigen und den Hi-Hat-Controller links neben das Rack auf den Boden legen. Jetzt nur noch die beschrifteten Kabel mit den Einzel-Pads und dem Modul verbinden, fertig. Noch angenehmer hätte sich der Aufbau gestaltet, wenn die zum Verschrauben des Racks benötigten Manschetten mit leicht zu bedienenden Flügelschrauben anstelle von Vierkantschrauben ausgestattet wären. Den Stecker des 9V-Netzteils in die Dose, Power On und los geht’s!

Der erste Gesamt-Eindruck ist gut, alles sieht gut aus, spielt sich ok und klingt. Die einzelnen Pads, der Controller und das Modul erfüllen ihre Funktion, nur beim Dual-Snare-Pad fallen mir gleich Schwächen in der Ansprache auf. Das Spielgefühl des Dual-Pads ist nicht schlecht, doch reagiert es nicht ausreichend auf leise oder schnell aufeinander folgende Schläge. Die Empfindlichkeit des Pads lässt sich leider nicht einstellen, wodurch man sich bedauerlicherweise Ghostnotes schenken kann. Somit erfüllt das Pad die Anforderungen an ein Snare-Pad leider nicht. Durch die Dualfunktion kann man den Rim des Pads mit noch einem zusätzlichen Sound belegen.

Die Tom- und Bass-Drum-Pads reagieren schon viel authentischer auf viele schnelle und dynamische Schläge, was dem natürlichen Spielgefühl akustischer Drumsets schon recht nahe kommt. Die Becken-Pads in ”Vinyloptik” weisen einen verstärkten, bespielbaren Bereich auf, der etwa ein Drittel der Oberfläche einnimmt und auch hier ist das Spielgefühl gut.

Die 40 Play-Alongs bieten von Rock über Funk bis hin zum Reggae unterschiedliche Stilistiken, die Sounds sind zwar nicht die coolsten, doch macht es Spaß durch die verschiedenen Genres zu wandern. Um nun mein eigenes DM6-Kit zu erstellen, drücke ich auf der Bedienseite des Moduls die Kit-Taste, wähle eines der 15 Sets aus und habe die Möglichkeit, nachdem ich die Voice-Funktion ausgewählt habe, einzelne Sounds zu verändern. Hierfür muss ich nur das jeweilige Pad antippen, um dann mit der Value-Taste einen anderen Sound auszuwählen. Die Lautstärke der einzelnen Sounds lässt sich mittels der Volume-Taste variieren. So  kann man sich aus den 108 Sounds ein recht individuelles Kit zusammenstellen. Das ist eine erstaunliche Option, die sogar bei high-end E-Drum-Sets eher die Ausnahme ist. Um die Midifunktion zu testen, verbinde ich das Modul via USB mit meinem Laptop, öffne das Programm Reason, richte das DM6 als externes Instrument ein. Es funktioniert reibungslos. Durch die Verknüpfung mit Reason und die damit verbundene Möglichkeit, aus einer viel größeren Sound-Library zu schöpfen, wird der Einsatz des DM6 viel interessanter, da ich die Pads nun mit Klängen aus Reason belegen kann. Nur entsteht durch den Einsatz einer externen Soundquelle eine unangenehme Latenz beim Spielen: Der angewählte Sound folgt hörbar viel zu spät nach dem zugehörigen Schlag, was den Spielspass auf Dauer doch erheblich mindert. Das machen andere Geräte im Direktvergleich spürbar besser!

Audio Samples
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Pattern 1 (Alesis) Pattern 2 (Alesis) Pattern 3 (Alesis) Pattern 1 (Alesisu0026Reason) Pattern 2 (Alesisu0026Reason)

Als Nächstes starte ich mit der Pattern-Taste eines der 40 Play-Alongs und benutze auch gleich die Drum-Off-Taste, welche die Drumsounds des Play-Alongs stummschaltet. Zusätzlich lässt sich der Klick an- oder ausschalten. Dem User werden dadurch viele Möglichkeiten an die Hand gegeben, sein Timing zu verbessern. Nur ein einziger Platz auf dem Modul, das Pattern mit der Nummer 41, bietet freien Speicherplatz um ein eigenes Rhythmuspattern aufzunehmen. Man muss dazu die Save/Rec-Taste etwas länger gedrückt halten, dann den Klick laufen lassen und Start drücken. Die Möglichkeit, eigene Pattern zu speichern ist eine maßgebliche Errungenschaft in der Historie der Trommel-Computer, und es mutet etwas bastelfaul an, dass Alesis hier die Loop-Freude geneigter Kunden vernachlässigt.

Etwas irritierend ist ein zwar leises, aber merkwürdig raschelndes, digitales Geräusch, das besonderes während des Anspielens einzelner Sounds deutlich zu hören ist. Schlägt man ein Pad an, erklingt zunächst der ausgewählte Sound und dann für etwa zwei Sekunden ein elektronisches Rauschen. Dieses hört sich je nach Sound immer etwas anders an. Spielt man das komplette Set, ist dieses Phänomen weniger auffällig, beim Bearbeiten von Einzelsounds allerdings ein wenig irritierend.

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