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J. Rockett Audio Designs Tranquilizer Test

Als klangliches Vorbild für das heute zum Test angetretene Tranquilizer Effektpedal nennt der Hersteller J. Rockett Audio Designs den legendären Phase 45 Effekt aus dem Hause MXR. Dieses, auch als kleiner Bruder des Phase 90 bekanntgewordene Pedal, arbeitet mit einem zweistufigen Phaser und kann nur über ein einziges Speed Poti justiert werden. Schon der erste Blick lässt erkennen, dass der Tranquilizer hier mit einigen Funktionen mehr aufwarten kann.

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So lässt sich laut Datenblatt per Blend-Poti der Phaser in einen Vibe-Effekt verwandeln und außerdem im Gegensatz zum Phase 45 im Bassbereich nachjustieren. Welche Features außerdem in diesem Pedal schlummern und ob der Tranquilizer soundtechnisch überzeugen kann, erfahrt ihr im folgenden bonedo-Test.

Details

Optik/Aufbau

Der Pappkarton beinhaltet neben unserem Beruhigungsmittel fürs Stressbrett nur eine Produktkarte mit grundliegenden Informationen zum Pedal. Leider finden sich weder ein Netzteil zur Stromversorgung noch Gummifüßchen oder Klettband im Lieferumfang. Bei der ersten äußerlichen Begutachtung wirkt das in Standardgröße daherkommende Pedal sehr stabil und sauber verarbeitet. Allerdings sind die Kanten der Unterseite nicht abgerundet und daher sehr scharfkantig – hier ist also beim Montieren aufs Effektboard ein wenig Vorsicht geboten, ansonsten besteht akute Verletzungsgefahr.

Fotostrecke: 3 Bilder Der Tranquilizer hat sich den Phase 45 von MXR als Vorbild genommen

Wie gewohnt finden wir die Kontrollzentrale in Form von vier Potis und einem True Bypass-Fußschalter auf der Oberseite. Hier lässt sich, wie schon anfangs erwähnt, per Blend-Poti der Phaser in einen Vibe-Effekt verwandeln. Außerdem stehen im Potiverlauf natürlich auch verschiedene Kombinationen mit unterschiedlich starkem Anteil beider Effekte zur Verfügung. Rechts daneben findet der Anwender ein mit Focus betiteltes Poti, das ebenfalls einen entscheidenen Anteil an der Färbung des Effektes hat und laut Hersteller in seiner Einstellung gerade zwischen 10 und 14 Uhr sehr unterschiedlich auf das Effektsignal einwirken kann. Natürlich darf auch das Speed-Poti nicht fehlen, mit dem sich die Effektgeschwindigkeit beeinflussen lässt. Last but not least wurde dem Pedal mit dem Fat-Poti eine Kontrollmöglichkeit über den Bassbereich spendiert.

Fotostrecke: 3 Bilder Die Bedienoberfläche wirkt aufgeräumt

Den Ein- und Ausgang und auch den Netzteilanschluss hat der Hersteller an der Stirnseite montiert. Das in den USA gefertigte Pedal lässt sich außer mit einem 9V-Netzteil auch mit einer 9V-Blockbatterie betreiben, wofür es allerdings aufgeschraubt werden muss.

Fotostrecke: 2 Bilder Die Stirnseite beherbergt die Anschlüsse
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Praxis

Für den Praxisteil schnalle ich mir meine 70’s Fender Stratocaster vor den Bauch. Aus dem Pedal geht es in ein Engl Gigmaster 15 Topteil, das ganz entspannt im Clean-Kanal läuft. Das Topteil ist mit meinem Celestion G12 Greenback Speaker verbunden, dessen Signal ich in klassischer Manier mit einem SM57 abnehme.
Um einen ersten Grundeindruck der Soundmöglichkeiten des Pedals zu bekommen, nehme ich eine Phrase auf meinen Ditto-Looper auf und checke danach in Ruhe die Funktionen der einzelnen Potis. Neben der Audioaufnahme lasse ich dafür auch gleichzeitig meine Videokamera für euch mitlaufen.

Audio Samples
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Bypass/On -> Funktionen der einzelnen Potis

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Mehr Informationen

Wie man gut hören kann, spielt das Focus-Poti eine sehr entscheidende Rolle beim Formen der Sounds. Die Vibe-Abteilung gibt sich im Gegensatz zum Phaser in dieser Spielweise fast etwas unauffällig. Bei genauem Hinhören erscheint das Vibe aber in seiner klanglichen Auflösung immer eine Spur weicher und “eiert” zudem auch ein wenig.
Dreht man das Fat-Poti weiter auf, treten im Effektverlauf die tiefen Frequenzen deutlicher zum Vorschein und beeinflussen so auch zusätzlich die Gesamtwirkung des Sounds. Voll aufgedreht ist mir diese Funktion in meinem Recording-Setup schon ein bisschen zu viel des Guten. Insgesamt empfinde ich die “Fat-Option” aber als sehr sinnvoll. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang, mir bei manch anderem Phaser genau für diesen Frequenzbereich eine Einflussmöglichkeit gewünscht zu haben.

Hören wir uns noch einige weitere Audiobeispiele an.
Im Folgenden stelle ich das Pedal auf 100% Vibe ein. Das Fat-Poti ist in seiner niedrigsten Einstellung, der Focus liegt bei 14 Uhr, Speed bei 12 Uhr.

Audio Samples
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100 % Vibe / Focus: 14 / Speed: 12

In dieser Einstellung kommt wieder das schon angesprochene “eiern” zum Vorschein, das mir sehr gut gefällt.
Deutlich hörbar wird die Geschwindigkeit des Effekts bei Focus-Einstellungen jenseits von 12 Uhr. Generell gefallen mir persönlich die Sounds am besten bzw. finde ich sie am aussagekräftigsten, wenn beide Potis weiter als 12 Uhr stehen. Ich drehe für den folgenden tremoloartigen Sound das Focus- und das Speed-Poti sehr weit auf und spiele dieselbe Phrase mit 100% Phaser, danach mit 50% Anteil beider Effektarten und abschließend mit 100 % Vibe.

Audio Samples
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100 % Phaser -> 50/50 % Phaser/Vibe -> 100 % Vibe 03RockettTranquilizer_Audio03.wav
Das Tranquilizer-Pedal konnte im Test überzeugen
Das Tranquilizer-Pedal konnte im Test überzeugen

Auch hier bestätigt sich noch einmal mein Eindruck, dass die Unterschiede zwischen Phaser-und Vibe-Abteilung eher dezent ausfallen. Sehr entscheidend für die Formung des Sounds ist daher das Zusammenspiel des jeweiligen Effekttyps mit dem Focus-Poti.
Ich gehe zurück in die Phaser-Abteilung und drehe das Fat-Poti auf 15 Uhr. Das Focus-Poti steht nun ebenfalls bei 15 Uhr, das Speed Poti bei 14 Uhr.

Audio Samples
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100 % Phaser / Fat: 15 / Focus: 15 / Speed: 14

Zum Schluss hört ihr noch zwei Beispiele erneut mit einer Mischung aus Phaser und Vibe. Ich habe nun den Hals-Pickup der Strat aktiviert und drehe daher das Fat-Poti zurück auf 10 Uhr.

Audio Samples
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50/50 % Phaser/Vibe / Fat: 10 / Focus: 15 / Speed: 15 50/50 % Phaser/Vibe / Fat: 10 / Focus: 14 / Speed: 16

Wie man vor allen Dingen im letzten Beispiel hören kann, lässt sich gerade im Mischverhältnis der Sound auch in Richtung UniVibe bringen. Das Original gibt sich allerdings deutlich flexibler.
Übrigens macht dieses Pedal auch im Einschleifweg meines Amps einen guten Job, wie ein abschließender Test zeigt.

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Fazit

Das neue Tranquilizer Pedal aus der Tour Serie von J. Rockett Audios konnte im Test mit wirklich gut klingenden Sounds punkten, die nicht nur Freunde des Phaser-Effekts glücklich machen dürfte, da das Gerät zusätzlich durchaus auch Farben in Richtung Vibe/Univibe anzubieten hat. Auch wenn die Betonung des Pedals auf dem Phaser-Effekt liegt und der Unterschied zwischen Phaser und Vibe beim ersten Hinhören nicht so stark ausfällt, wie man annehmen könnte, lohnt es sehr, sich etwas Zeit zu nehmen, um mit beiden Abteilungen und dem für die Färbung des Sounds sehr wichtigen Focus-Poti zu experimentieren. Absolut brauchbar empfinde ich zudem die Funktion des Fat-Potis, mit dem sich die tiefen Frequenzen variabel abstimmen lassen. Zwar sollten Gummifüßchen oder etwas Klettband bei diesem Preis keine Frage sein, aber abgesehen davon kann ich das Anspielen des Tranquilizers wärmstens empfehlen!

Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • Verarbeitung
  • Soundqualität
  • Variabilität des Phaser/Vibe-Sounds im Zusammenspiel mit dem FocusPoti
  • Effektsound in den tiefen Frequenzen justierbar
Contra
  • scharfkantige Ecken an der Unterseite
Artikelbild
J. Rockett Audio Designs Tranquilizer Test
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Technische Spezifikationen
  • Hersteller: J. Rockett Audio Designs
  • Modell: Tranquilizer
  • Effekt-Typ: Phaser/Vibe Effektpedal
  • Made in: USA
  • Anschlüsse: In/Out, Netzteilbuchse
  • Regler: Blend, Focus, Fat, Speed
  • Schalter: Ein-/Aus-Fußschalter
  • Bypass Modus: True Bypass
  • Stromversorgung: 9V-Netzteil optional
  • Batteriebetrieb: 9V-Blockbatterie
  • Abmessungen (L x B x H): 102 x 59 x 46 mm
  • Preis: 288,12 Euro UVP
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