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Tom Morello kontert Kritik an politischer Musik nach Download Festival 2026

Nach seiner politischen Botschaft beim Download Festival 2026 verteidigt Tom Morello das Recht von Musikern, sich zu gesellschaftlichen Themen zu äußern. In einem Interview erklärte der Rage-Against-The-Machine-Gitarrist, warum er Kritik an politischer Musik für heuchlerisch hält.

Raph_PH, CC BY 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by/2.0, via Wikimedia Commons

Botschaft gegen Tommy Robinson beim Download Festival

Tom Morello hat beim Download Festival 2026 mit einer politischen Botschaft für Aufmerksamkeit gesorgt. Während seines Auftritts war auf der Rückseite seiner Gitarre in großen Buchstaben „FUCK TOMMY ROBINSON“ zu lesen. Der Schriftzug wurde während des Sets auch auf den großen Leinwänden des Festivals gezeigt. Später teilte Morello selbst ein Foto der Gitarre auf X.

Die Botschaft richtete sich gegen Tommy Robinson, der mit bürgerlichem Namen Stephen Yaxley-Lennon heißt. Robinson gilt seit Jahren als eine der bekanntesten Figuren der britischen rechten Szene und war Mitgründer der English Defence League. Immer wieder sorgte er mit anti-islamischen und migrationsfeindlichen Aussagen für Kontroversen. Unter anderem wurde über Äußerungen berichtet, in denen er Muslime pauschal als Bedrohung darstellte und Geflüchtete mit sexualisierter Gewalt in Verbindung brachte.

Morello reagiert auf Kritik an politischer Musik

In einem Interview mit Metal Hammer wurde Morello auf die Kritik angesprochen, Musiker sollten sich nicht politisch äußern. Der Gitarrist wies diesen Vorwurf zurück und sagte: „Wenn Leute sagen, dass Musiker sich nicht in Politik einmischen sollten, bedeutet das, dass sie mit deiner Politik nicht einverstanden sind.“ Aus Morellos Sicht ändert sich diese Haltung oft, sobald eine politische Aussage zur eigenen Meinung passt. „In dem Moment, in dem du einen Song schreibst, der ihrer Politik zustimmt, sind sie plötzlich alle dafür“, so Morello.

Der Musiker bezeichnete diese Haltung als widersprüchlich. „Erstens ist das sehr heuchlerisch“, sagte Morello. Gleichzeitig stellte er infrage, warum Künstler ausgerechnet in ihrem Beruf auf Meinungsfreiheit verzichten sollten. „Warum solltest du deine Rechte auf freie Meinungsäußerung in dem Job aufgeben, den du machst? Weil es jemanden beleidigt?“, sagte der Gitarrist.

Morello erklärte weiter, dass Menschen ihre Überzeugungen nicht von ihrer Arbeit trennen müssten. „Ich glaube, das Gegenteil ist tatsächlich wahr“, sagte er. „Ich glaube, du tust dir selbst und deiner Zeit keinen Gefallen, wenn du zensierst, wer du in deiner Welt bist.“ Das gelte für Musiker ebenso wie für andere Menschen im Musikgeschäft, etwa Musikjournalisten, Tourmanager oder Busfahrer.

Politische Musik als Teil seiner Karriere

Morello sprach in dem Interview auch darüber, welche Rolle politische Musik in seinem eigenen Leben gespielt hat. Er nannte Public Enemy und The Clash als Beispiele für Künstler und Bands, die ihn geprägt hätten. Ihre Musik habe ihn erreicht, weil sie sich gegen Unterdrückung positionierte und ihm das Gefühl gab, mit seinen Überzeugungen nicht allein zu sein. „Jeder Song ist wie ein Leuchtfeuer der Hoffnung für irgendjemanden“, sagte Morello.

Der Gitarrist ist seit Jahrzehnten für politische Aussagen bekannt. Mit Rage Against The Machine veröffentlichte er Songs, die sich unter anderem mit Rassismus, Polizeigewalt, sozialer Ungleichheit und Machtstrukturen beschäftigen. In der Vergangenheit reagierte Morello bereits mehrfach auf Fans, die die politischen Inhalte der Band aus seiner Sicht missverstanden hatten. Über „Killing In The Name“ sagte er etwa, der Song richte sich nicht allgemein gegen Autorität, sondern gegen rassistische Polizisten und historische weiße Vorherrschaft.

Neben seinen aktuellen Live-Auftritten kuratiert Morello im Oktober das Festival Power To The People in Maryland. Dort sollen unter anderem Bruce Springsteen, Foo Fighters, Joan Baez und Serj Tankian von System of a Down auftreten. Das Festival wird als nicht parteigebundene Veranstaltung für Frieden, Gerechtigkeit, Solidarität, Musik und gesellschaftliches Engagement beschrieben. Zuletzt musste Morello geplante Konzerte in London und Paris wegen eines medizinischen Notfalls in der Familie verschieben.

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