Die Roland TB-303 genießt lange Kultstatus. Trotz zahlloser Nachbauten und Neuinterpretationen reizt sie Entwickler bis heute, ihre eigene Version des legendären Bass-Synthesizers auf den Markt zu bringen. Bei Frank Hahn alias Kreuzberg Audio ist es der im Frühjahr 2026 erschienene KA-303 Acid-Synthesizer.

Sein Name ist Programm: Es dreht sich um den Acid-Charakter und offensichtlich ist auch der Preis ein Pro-Argument. Der TB-303-Clone ist das erste Software-Instrument von Kreuzberg Audio. Er läuft auf drei Plattformen Windows, macOS und Linux als Plugin oder Standalone-App und kostet nicht mehr als 69 Euro.
- Guter Sound
- Devil-Fish-Mod
- Composing-Engine
- Günstiger Preis
- Wenig Sound-Presets
- Browser-System
DETAILS & PRAXIS
Liefert der KA-303 die typischen Sounds und Effekte an Board?
Die klare Antwort lautet: Ja, der KA-303 Acid-Synthesizer basiert auf einer detaillierten Nachbildung der TB-303-Klangerzeugung. Aber damit nicht genug, es finden sich so einige Extras.
Dazu gehören ein Oszillator-Morphing zwischen Sägezahn- und Rechteckwelle, ein Unisono-Mode mit bis zu sieben Stimmen sowie die internen Effekte aus vier Distortion-Typen, Delay und Reverb plus Limiter für das Summensignal
Eine Besonderheit des Kreuzberg Audio KA-303 ist der sogenannte „Angel Fish Mod“ nach Vorbild des berühmten Devil-Fish-Umbaus der originalen Roland TB-303. Ihr bekommt also zusätzliche Verzerrungsstufen, aggressivere Resonanz, Filter-FM-ähnliche Sounds und auch erweiterte Hüllkurven – die Acid-Session kann also kommen!

Composing Engine – wie nützlich ist sie beim Produzieren?
Als zweite Hauptseite seht ihr die Composing Engine. Ich schätze sie noch mehr als das Sound- und Effektpotenzial des KA-303. Ihr bekommt einen Sequenzer mit bis zu 64 Schritten. Er macht Spaß mit seiner relativen einfachen Bedienung per Piano-Rolle und inklusive Accent- und Slide-Programmierung. Neben der Slide-Random-Funktion finde ich die Variation-Sektion mit den beiden Reglern „Scramble“ und „Mutate“ sehr produktiv beim Erstellen neuer Sequenzer-Patterns. Wenn euch die Ideen ausgehen für treibende Basslinien – hier könnt ihr euch bestens inspirieren lassen.
Die eigens erstellten Lines können schnell in den Arrangierbereich der DAW gezogen werden und auch beliebig andere Software-Synths triggern. Die Composing Engine ist also zur musikalischen Ideenfindung rundum die Acid-Produktion sehr brauchbar und die heimliche Stärke des KA-303 Acid-Synthesizers.

Kreuzberg Audio KA-303 im Soundcheck: Wieviel Acid liefert er?
Leider bietet der KA-303 kein komfortables Browser-System, das Sound- und Sequenzerdaten übersichtlich kombiniert. Für die zehn Audio-Demos habe ich verschiedene Sequenzer-Presets ausgewählt, danach nach jeweils nach passenden Sounds gesucht und die Klang- wie Effektparameter automatisiert – Cutoff, Reso, Env Mod und Decay sowie Delay- und Reverb-Mix.

Die Hörbeispiele sind jeweils nach den Sequenzer-Presets der Composing Engine benannt worden. Wie ihr hört, erinnert der Berliner Soft-Synth schon sehr an den Klassiker TB-303. Es zwitschert, knarzt, quäkt eindeutig nach Acid und auch solide lebendige Bass Lines sind realisierbar. Ganz ins Schwärmen konnten mich aber die Sounds nicht bringen – ich habe andere TB-303-Clones im Ohr, die mir klanglich noch ein bisschen mehr zusagen.
Alternative TB-303 Clones kosten immer mehr als der KA-303
Der Kreuzberg Audio KA-303 konkurriert mit einigen Emulationen der Roland TB-303. Natürlich bietet Roland selbst in der Cloud ein Plugin, D16 Group Phoscyon 2 ist sehr komfortabel und Arturia lockt mit dem Arturia Acid V – einer weiterentwickelten Software-Variante für kreative Producer. Auch im Hardware-Bereich bekommt ihr reichlich Auswahl wie euch das Bondeo-Feature: Die besten TB-303 Bass Line Clones zeigt.

Kreuzberg Audio liegt aktuell mit 69 Euro preislich am unteren Ende und hält qualitativ ordentlich mit – mit dem schlichten GUI-Design muss man sich abfinden.
Nur Cherry Audio wird irgendwann vielleicht noch eine günstigere, respektable Emulation auf den Markt bringen.
Wenn ihr aufs Geld schauen und mehr in der Hand haben wollt: Der Behringer TD-3 für knapp unter 100 Euro wäre eine Hardware-Alternative.
FAZIT
Der Kreuzberg Audio KA-303 erweist sich als überzeugender TB-303-Klon. Mit seinem attraktiven Preis/Leistungsverhältnis schafft er auf eine Bewertung mit vier Sternen. Klanglich liefert das Plugin ordentlich ab, und insbesondere die Integration der Composing Engine in die DAW bietet deutlich mehr Potenzial, als das optisch nüchterne GUI zunächst vermuten lässt. Wer das Beste aus dem Instrument herausholen möchte, sollte allerdings Freude am eigenen Sounddesign mitbringen – die Preset-Bibliothek fällt vergleichsweise überschaubar aus.
Unterm Strich ist der KA-303 eine klare Empfehlung für alle, die noch keinen virtuellen TB-303-Nachbau besitzen und in die Welt von Acid House oder Techno eintauchen möchten. Der Software-Synthesizer verbindet einen typischen Acid-Sound mit modernen Produktionsmöglichkeiten – und das zu einem attraktiven Preis.
Features
- Acid-Synthesizer nach Vorbild einer modifizierten Roland TB-303
- Systemvoraussetzungen: Ab Windows 10, Mac OS X 10.14 (M1 Support), Linux x86 Online-Aktivierung, VST3, AU, Standalone.
- PREIS: 69 Euro (Straßenpreis vom 19.06.2026)

























