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Test: ASM Leviasynth – Wie gut ist der hybride Synth?

Der ASM Leviasynth ging als das Synthesizer-Highlight der NAMM-Show 2026 hervor und ist erfreulicherweise in den Shops angekommen. Der Leviasynth ist ein hybrider, algorithmischer Synthesizer, der weit über die klassische FM-Synthese hinausgeht. Neben der FM-Synthese nutzt er analoge Filter, sowie weitere Methoden zur Klangerzeugung. Im ASM Leviasynth Test erfahrt ihr unsere Eindrücke von der Synthese, der Hardware und den klanglichen Möglichkeiten.

ASM Leviasynth: Test.
Ein Hybrid-Synthesizer der Spitzenklasse: ASM setzt mit dem Leviasynth neue Maßstäbe mit Algorithm Morphing und sieben Oszillator-Modellen.
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • Hybrider Dual-Sound
  • Transparentes Klangbild
  • Algorithm Morphing
  • Robuste Verarbeitung
  • Gutes User-Interface
  • Keys und Pads mit Poly AT
  • Step/Modulation-Seq
Contra
  • Preis etwas zu hoch
  • Synth-Programming eher komplex
  • Nur ein Stereo-Ausgang
  • Externes Netzteil

ASM Leviasynth – das Wichtigste in Kürze

  • Hybrider Synthesizer mit acht digitalen Oszillatoren, 144 Algorithmen und Dual-Filtersektion inklusive 24dB-Analog-Tiefpass
  • Komplexes Sounddesign möglich dank 7 Syntheseformen, umfangreicher Modmatrix und Dual-Layer
  • Insgesamt 16 Stimmen, sehr guter Effektsektion und klangmodulierendem Sequenzer
  • Poly-Aftertouch bei Keyboard-und Desktop-Modell perfekt umgesetzt
  • Individuelles Klangbild mit enormer Transparenz, Fülle und Präzision, exzellentes Repertoire an Analog/Digital-Standardklängen
  • Nicht ideal für Einsteiger sowie als Allround-Lösung für Live-Keyboarder
  • Zielgruppe: Ambitionierte Sounddesigner und Live-Performer
Ob der ASM Leviasynth in die Fußstapfen des legendären Yamaha DX7 treten kann, bleibt offen. Mit seinen markanten grünen Designelementen setzt er klar auf eine erfolgreiche Positionierung.
Ob der ASM Leviasynth in die Fußstapfen des legendären Yamaha DX7 treten kann, bleibt offen. Mit seinen markanten grünen Designelementen setzt er klar auf eine erfolgreiche Positionierung.

Mit dem Hydrasynth hat der chinesische Hersteller ASM ein beachtliches Debüt hingelegt. Wird der Leviasynth an den Erfolg seines großen Bruders anknüpfen können? Spoiler an: Ja! Ihr seht schon auf den ersten Blick einige Parallelen – so beim polyfonen Aftertouch in einer beeindruckenden Qualität, einer ähnlichen-Menüstruktur, einem großen Ribbon-Controller, einem überzeugenden Bedienungskonzept und Effekt-System, der enormen Modulationspower sowie natürlich beim Produktdesign. Es finden sich aber ebenso Unterschiede.

ASM Leviasynth versus Hydrasynth – wo liegen die Unterschiede?

Der wesentliche Punkt: Mit dem Leviasynth stellt ASM ein neues eigenständiges Synthese-Konzept vor. Anstelle der Wavetable-Synthese mit drei Oszillatoren des Hydrasynth bekommt ihr beim Leviasynth eine algorithmische Multi-Oszillator-Klangerzeugung mit acht Oszillatoren und über 300 Wellenformen pro Stimme. Während der Hydrasynth komplett digital aufgebaut ist, kombiniert der Leviasynth digitale Filtertypen mit einem analogen 4-Pol-Tiefpass-Filter – somit gehört er also zur Riege der modernen Hybrid-Synthesizer.

Der Hydrasynth erlaubt zwar mit seinen „Mutants“ FM-ähnliche Modulationen, die aber kaum an die komplexen und sogar frei morphbaren Algorithmus-Strukturen des neuen ASM-Topmodells heranreichen. Bis auf die Deluxe-Version liefern die Hydrasynth-Modelle jeweils einen achtstimmigen Sound. Der Leviasynth erlaubt 16 Stimmen für Layer und Splits und inspiriert mit seinem dreispurigen Sequenzer musikalisch mehr als der Arpeggiator des Hydrasynth. Alles in allem öffnen der ASM Leviasynth Keyboard und Desktop ein wesentlich breiteres Feld der Klangforschung.

Übrigens: Der ASM Hydrasynth gilt inzwischen als moderner Klassiker. So findet ihr auf Bonedo eine Reihe lesenswerter Beiträge – von ausführlichen Tests bis hin zu praxisnahen Workshops, die teilweise auch für Leviasynth-User interessant sein dürften:

ASM Leviasynth Keyboard oder Desktopmodell?

Die Synthese-Engine ist bei beiden Modellen identisch. Alle Sounds klingen exakt gleich auf dem Leviasynth Keyboard und Desktop und lassen sich mühelos untereinander austauschen. Bei der Hardware-Ausstattung und beim Preis unterscheiden sich die beiden Versionen des ASM Leviasynth aber erheblich: Die Keyboard-Version bietet eine 61er Tastatur mit polyfonem Aftertouch, die beiden klassischen Handräder für Pitchbending und Modulation einen großen Ribbon-Controller für Modulation und Pitch über vier Oktaven.

Insgesamt 16 Polytouch-Pads ersetzen bei der Desktop-Version die Tastatur. Alle Pads reagieren auf Velocity und polyfonen Aftertouch.

Die 16 Pads des Desktop-Synths lassen sich in verschiedenen Modes verwenden und reagieren auf Poly Aftertouch.
Die 16 Pads des Desktop-Synths lassen sich in verschiedenen Modes verwenden und reagieren auf Poly Aftertouch.

Der ASM Leviasynth Desktop ist rund 800 Euro günstiger, deutlich kompakter, passt in ein 19-Zoll-Rack und wiegt auch über sieben Kilogramm weniger. Sicherlich wird er daher öfter einen Platz in Studios finden als das Keyboard-Modell. Bei Live-Gigs werdet ihr aber die Hardware des Keyboard-Modells nicht missen wollen.

Wer es sich leisten kann: Bitte sehr, der ASM Leviasynth Keyboard ist für Live Performer die bessere Wahl.
Wer es sich leisten kann: Bitte sehr, der ASM Leviasynth Keyboard ist für Live Performer die bessere Wahl.

Angeschaut: die Hardware des ASM Leviasynth

Der ASM Hydrasynth gelangt meist in die Hände soundbewusster Keyboarder, die gern live performen und auch etwas editieren. Einladend gibt sich auch der Neue: Das Panel des ASM Leviasynth strotzt vor Bedienelementen – es gibt viel anzupacken, ohne die wichtigsten Funktionen lange suchen zu müssen. Ein farbiger 4,3“ Touchscreen und acht korrespondierende Control Knobs mit LED-Kränzen vereinfachen die Bedienung erheblich.

Zentrale Schaltstelle ist der farbige Touchscreen des ASM Leviasynth, ergänzt durch acht passend zugeordnete Regler.
Zentrale Schaltstelle ist der farbige Touchscreen des ASM Leviasynth, ergänzt durch acht passend zugeordnete Regler.

Sowohl die Tastatur des Leviasynth Keyboard als auch die 16 RGB Pads des Desktopmodels sind ein Paradebeispiel zur Umsetzung des polyfonen Aftertouchs. Leider zu aufgeräumt wirkt die Rückseite: MIDI-Trio, USB-B-Port, zwei Pedal-Anschlüsse, zwei symmetrische Klinkenbuchsen. Wieso gibt es keinen zweiten Stereo-Ausgang? Und ein externes Netzteil ist in dieser Preisklasse auch unsexy. Wiederum positiv: Sieben CV/Gate-Anschlüsse (darunter zwei Eingänge und drei VC-Ausgänge) stellen den Kontakt zur Außenwelt in Form von Modular-Synths und Eurorack-Modulen her.

Nicht mehr als der Standard: Stereo-Out, Pedalanschlüsse, MIDI-Trio, USB-Port, Netzteilbuchse - fertig.
Nicht mehr als der Standard: Stereo-Out, Pedalanschlüsse, MIDI-Trio, USB-Port, Netzteilbuchse – fertig.

Synthese-Labyrinth – 144 Algorithmen, acht Oszillatoren und noch viel mehr!

Der ASM Leviasynth bietet im Single-Mode 16 Stimmen, während im Multi-Mode zwei Patches mit jeweils acht Stimmen gespielt werden können. Die Klangerzeugung basiert auf acht Oszillatoren mit über 300 Wellenformen sowie drei Pitch-Modi (Semitone, Ratio und Frequency). 

Ein Patch im Multi-Mode: auf dem Home-Screen sehr zugänglich, unter der Haube aber sehr komplex.
Ein Patch im Multi-Mode: auf dem Home-Screen sehr zugänglich, unter der Haube aber sehr komplex.

Welche Funktion ein Oszillator übernimmt, wird durch einen von insgesamt 144 Algorithmen bestimmt. Dabei kann ein Oszillator als Träger, Modulator oder sogar in beiden Rollen gleichzeitig agieren – ein Konzept, das stark an die klassische FM-Synthese erinnert, wie man sie seit den 1980er-Jahren kennt.

Mehr als 140 Algorithmen bietet der ASM Leviasynth, hier die Verknüpfungen mit nur einem Träger-Operator.
Mehr als 140 Algorithmen bietet der ASM Leviasynth, hier die Verknüpfungen mit nur einem Träger-Operator.

Das ASM Leviasynth geht aber noch einen bedeutenden Schritt weiter: Pro Oszillator könnt ihr zwischen sieben Syntheseformen wählen:

Artikelbild
Leviasynth Keyboard
Für 3.299,00€ bei
  • Phase Modulation
  • Freq Modulation (das ist die eigentliche FM-Komponente) 
  • PW Mod (Pulsbreitenmodulation)
  • HTE Sync (Oszillator-Sync)
  • Phase Distortion in drei verschiedenen Varianten (á la Casio CZ-Serie)

Morphing und Custom – noch mehr algorithmisches Potenzial?

Mit den 144 vorgegebenen Strukturen ist noch lange nicht Schluss. Ihr könnt Algorithmen untereinander blenden und auch selber gestalten.

Im Morphing Mode lassen sich bis zu acht Preset-Algorithmen auswählen, sie in einer beliebigen Reihe anordnen und zwischen ihnen blenden. Am besten funktioniert das Morphing von einfachen zur komplexen Algorithmen. Beispiel: Simple E-Pianos mutieren zu pulsierenden Synthesizer-Collagen mit diffusen Obertonstrukturen – etwa per LFO, Hüllkurve oder Macro-Regler.

Im Custom Algo Mode könnt ihr eigene Algorithmen über eine Matrix erstellen – komplett neue Strukturen oder vorhandene Algorithmen werden variiert. Die Bildschirmseite im Edit Mode konfrontiert euch mit etlichen Informationen und Möglichkeiten. Es lassen sich schnelle Änderungen an den Preset-Algorithmen vornehmen, verschiedene Synthesearten im unterschiedlichen Konstellationen ausprobieren oder einzelne Bestandteile eines Patches isoliert abhören.

Analoges Filter, Hüllkurven und LFOs beim ASM Hydrasynth

Mit dem analogen, zur Selbstoszillation fähigen 24-dB-Tiefpass-Filter samt Pre-Filter-Overdrive wird der Leviasynth zum Hybrid-Synthesizer. Sein Hauptfilter ist aber digital und multimodal ausgelegt. Unter den 18 Filter-Typen findet ihr einige klassische Hoch/Tief/Bandpass-Vertreter, eine Bandsperre und auch einen Vocal Formant Filter. Neben PolyAftertouch stechen auch Morph und Drive als Parameter hervor.

Dual-Filter zum Anpacken: Multimode- und Analog-Filter des ASM Leviasynth erfüllen die allermeisten Wünsche.
Dual-Filter zum Anpacken: Multimode- und Analog-Filter des ASM Leviasynth erfüllen die allermeisten Wünsche.

Keine Frage, das Dual-Filter zeigt sich sehr praxisorientiert und auch klanglich ist es hervorragend. Mehr als der Standard sind auch die 13 ADSR-Hüllkurven mit vier Triggerquellen. Sie lassen sich beim ASM Leviasynth mit definierbaren Punkten tempo-synchron loopen und verfügen über eine Delay und Hold-Phase. Und richtig geraten, auch die fünf LFOs des ASM Leviasynth bieten eine maximale Flexibilität.

Effekt-System – der Tradition verpflichtet

Bei den Effekten hat sich ASM ziemlich stark am Hydrasynth gehalten – und das ist auch gut so! Ihr bekommt vier separate Effektmodule: Pre-FX, Delay, Reverb, Post-FX.

Pre- und Post-FX bieten die gleichen Effekt-Typen: Chorus, Flanger, Rotary, Phaser, LoFi, Tremolo sowie EQ, Kompressor und Distortion. Beim Delay gibt es Basic Mono, Basic Stereo, Pan Delay, LRC Delay und noch eine Reverse-Variante. Vier Typen lassen sich im Reverb-Block aufrufen: Hall, Room, Plate sowie Cloud.

Sowohl die Parametrisierung als auch die Audio-Qualität überzeugt. Grain/Looper oder andere speziellere Effekte fürs modere Sounddesign sind aber nicht vorhanden Die Effekte des ASM Leviasynth könnt ihr unabhängig oder gemeinsam for Upper und Lower Part im Multimode verwenden.

Arpeggiator und Step-Sequenzer – was können sie?

Mehr als ein Bonus sind der Arpeggiator und Sequenzer. Beide erlauben es, einzelne Parameter in der Modulationsmatrix einzuspeisen und einen Metronomclick separat im Kopfhörer zu routen. Außerdem könnt ihr Arpeggios in Sequenzerspuren verwandeln – und umgekehrt.

Der Arpeggiator verfügt über acht Play Modes und beherrscht auch das beliebte Ratcheting. Ihr bekommt 64 Arpeggio Phrases und ebenso viele Speicherplätze für User Phrases. Beim Sequenzer des Leviasynth hat sich ASM noch eine ganze Menge mehr einfallen lassen. Er besteht grundsätzlich aus drei Spuren beziehungsweise zwei Arten von Spuren: Zwei Note Tracks mit jeweils variablen Wiedergabe-Optionen übernehmen die typischen Noten und Akkorde, die sich in Echtzeit oder schrittweise eingeben lassen. 

Noch spannender: Per Macro Track bekommt ihr acht Automationsspuren, die Echtzeitbewegungen der Macro-Regler aufzeichnen. Jeder einzelne der bis zu 128 Sequenzerschritte könnt ihr im Detail noch beliebig programmieren – praktisch ein Fass ohne Boden. Nicht zu vergessen: Auch der der Chord Mode kann bei vielen Patches des ASM Leviasynth musikalisch inspirieren. Bei den Multis sind zwei Akkorde gleichzeitig spielbar.

Der ASM Leviasynth integriert einen raffinierten Sequenzer inklusive Probabilty und Macro-Steuerung.
Der ASM Leviasynth integriert einen raffinierten Sequenzer inklusive Probabilty und Macro-Steuerung.

Praktische Extras: Modulation und Macro-Controller

Eigentlich plausibel: Der ASM Leviasynth kommt mit einer üppigen Modulationsmatrix, die bis zu 32 Routings pro Patch unterstützt. Und auch das bietet natürlich der ASM Leviasynth: Analog Feel durch subtile zufällige Klängverändungen, Bit-Reduction bei Oszillator-Wellenform, LFO oder Hüllkurve, Micro Tuning, drei Voice Modes (Mono, Unison, Unison Poly) und auch MPE-Support.

Wie schon beim Hydrasynth ist das Macro Assign auch beim neuen Topmodell sehr praktisch für eine schnelle wie effiziente Sound-Manipulation am Gerät. Für jedes Macro lassen sich bis zu acht Modulationsziele festlegen und anschließend die Control-Regler und Soft-Button verwenden, um die Macros zu steuern. Pro Single-Patches gibt es acht Macros, bei den Multis könnt ihr bis zu 16 Macros auskosten.

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Ist der ASM Leviasynth einfach zu bedienen?

Sicherlich nicht! Leider zählt der Leviasynth mit seiner hybriden Klangerzeugung zu den komplexesten Hardware-Synthesizern überhaupt. Wenn ihr den Hydrasynth schon kennt und mit FM-Strukturen zurechtkommt, seid ihr ein wenig im Vorteil, die Lernkurve bleibt aber dennoch steil.

Das liegt schon an den abstrakt anmutenden Strukturen, die öfter zu anderen Klängen führen, die ihr euch vorstellt. Ohne längeres Studium der Algorithmen lässt sich dieser Synth kaum zielstrebig programmieren. Eine willkommene Abhilfe schafft die Randomize-Funktion. Mit ihr lassen sich vorhandene Patches durchaus schlüssig abwandeln und neue Sound-Varianten erschaffen.

Die Struktur der Klangerzeugung ist zwar übersichtlich, aber das Synthese-Konzept dahinter will ausführlich verstanden werden.
Die Struktur der Klangerzeugung ist zwar übersichtlich, aber das Synthese-Konzept dahinter will ausführlich verstanden werden.

Das Owner Manual in englischer Sprache erklärt den ASM Leviasynth gründlich und gibt auch Praxisbeispiele. Noch günstiger wären aber dokumentierte Templates für gängige Soundtypen wie Bass, Pad oder Arpeggiator-Patch. So müsstet ihr nicht bei Null anfangen.

Wie schnell ihr auch einen persönlichen Zugang findet: Haptisch macht es viel Spaß, sich mit dem ASM Leviasynth zu beschäftigen. Alle Bedienelemente fühlen sich gut an und die mechanische Verarbeitung ist top. Nur Presets zu spielen, ist bei diesem tollen User Interface und natürlich auch zu diesem stolzen Preis ein klares No-Go.

Manager-Software von ASM

Eine Editor-Librarian-Software würde ich mir dringend wünschen – so etwa wie es Korg bei Modwave und Konsorten anbietet. Immerhin stellt ASM einen Manager kostenlos zum Download bereit. Damit könnt ihr einzelne Sounds und auch komplette Bänke organisieren. Auch ein Fimware Update lässt sich bequem durchführen.

Komplette Bänke organisieren und auch Updates durchführen - die Manager-Software ist in der Praxis unverzichtbar.
Komplette Bänke organisieren und auch Updates durchführen – die Manager-Software ist in der Praxis unverzichtbar.

Ansonsten ist es aber noch still auf der Download-Seite des Herstellers. Weitere Soundbänke sind derzeit noch nicht auf der Homepage zu finden.

ASM Leviasynth – transparenter Basisklang mit viel Tiefe und Modulation

Interne Speicherplätze gibt es reichlich: acht Bänke mit 128 Single-Patches sowie fünf Bänke mit jeweils 128 Multis. Belegt sind ab Werk vier Single-Bänke (4 x 128 Patches) sowie zwei Multi-Bänke (2 x 128 Patches).

Die werkseitige Library orientiert sich stark an klassischen Klangkonzepten und weist dabei durchaus Überschneidungen mit dem Hydrasynth auf. Mut zu wirklich neuen Ansätzen zeigt ASM hier nur bedingt. Die Presets sind überwiegend darauf ausgelegt, aktiv gespielt zu werden, während der Sequencer eher im Hintergrund bleibt und klanglich kaum Akzente setzt.

Klanglich spielt der ASM-Synthesizer absolut in der Champions League: Er überzeugt mit großer digitaler Klarheit, kann aber ebenso mühelos in rauere, fast analoge Gefilde abtauchen. Dieser eigenständige Charakter hebt ihn deutlich von vielen anderen elektronischen Musikinstrumenten ab.

Mit den maximal 16 Stimmen kam ich im Alltag gut aus. Sollte es dennoch einmal eng werden, lassen sich zwei Geräte (Desktop oder Keyboard) im Overflow-Modus koppeln – im Single-Mode sind dann sogar bis zu 32 Stimmen möglich.

Wie klingen klassische Single-Patches des ASM Leviasynth?

Wie schon erwähnt: Trotz der neuen Synthese-Möglichkeiten orientiert sich ASM stark an etablierten Klängen. Das Spektrum reicht von FM-Pianos über Moog-Lead und Bass über analoge Poly-Sounds bis hin zu LA-Anleihen. Angespielt habe ich die Patches des Leviasynth Desktop mit einem Studiologic SL88. Idealerweise sollte das Controller-Keyboard aber über einen polyfonen Aftertouch verfügen. Erst so entfaltet sich ein dynamisch ausdrucksvolles polyfones Spiel.

Audio Samples
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Solar Electric Suncase Mk1 Liquid Strat Ashville Lead Mogarpotron 16 OscPad Thick Polystring P5 Taped Plucked Heaven Gemstone Dust Linear Heaven Deference

Bei manchen Single-Patches motivieren auch Arpeggiator und Sequenzer zu neuen musikalischen Versuchen. Während der Arpeggiator schnell zu durchschauen ist, braucht ihr deutlich länger, um die Möglichkeiten des umfangreichen Step-Sequenzer beim ASM Leviasynth praktisch umzusetzen.

Audio Samples
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Jeanne D’Arp Multiverse Operations

Multi-Patches – die wahre Stärke des ASM Leviasynth!

Die Multis des ASM Leviasynth wirken noch beeindruckender als die einzelnen Patches. Beim Spielen kam so viel Freude auf, dass ich mich kaum zurückhalten konnte und schließlich über 20 Demos aufgenommen habe. Die Sounds sind durchweg musikalisch überzeugend – nichts radikal Neues, aber äußerst gut einsetzbar und handwerklich sehr solide programmiert.

Der ganze Stolz der Factory Library: die beiden Bänke mit jeweils 128 Multis, die den ASM
Der ganze Stolz der Factory Library: die beiden Bänke mit jeweils 128 Multis, die den ASM

Wenn ihr die Multis einmal selber verändern möchtet: Die beiden verwendeten Single Patches lassen sich direkt im Multi bearbeiten und speichern – ihr müsst nicht die originalen Sounds ändern. Beim Spiel lohnt es sich, einmal das Balance Control in der Multi Section zu probieren.

Audio Samples
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Vocaloid Split Fusion Solo Pad & Lead Split Manny vs Sergio CSTakesFlight Dark Light Sweep Big Proclamation Heart&Soul Nostalgia Roads Shining Signs We used to Strato Voices In the Pit Gracious Reprise Rhymes Polys It’s just a lot Deep Ratio Pulse The Power Cosmic Going Away Rising Force Timeless

Gibt es preisgünstige Alternativen zum ASM Leviasynth?

Eigentlich gibt es keinen vergleichbaren algorithmischen Hybrid-Synthesizer. Falls ihr aber aufs Geld schauen müsst, bieten sich alternativ vier Korg Synths an. Wir sprechen hier vom Korg modwave, multi/poly, Opsix und auch Wavestate. Im Bonedo-Feature Korg Synthesizer mit Raspberry Pi im Vergleich erfahrt ihr die wichtigsten Eckdaten sowie viele Audio-Demos.

Vor allem der Korg Opsix mit seiner FM-Synthese und der Korg modwave sind ein starkes Team und haben einen klaren Vorteil gegenüber dem Leviasynth: Diese Instrumente gibt es auch als ebenbürtige Plugins. Wenn es unbedingt hybrid sein soll: Novation Peak und Summit sind auch preiswerter als die entsprechenden Modelle des ASM Leviasynth.

Waldorf Iridium und Yamaha Montage M – bessere Alternativen?

In der Preisklasse über 2.000 Euro findet ihr erhabene Instrumente mit reichlich Synthese-Potenzial. Zwei besonders heiße Kandidaten: Yamaha Montage M und Waldorf Iridium. Für beide Synthesizer gibt es eine Menge an kommerziellen Soundbibliotheken, während Leviasynth User noch auf Packs warten beziehungsweise selber aktiv werden müssen.

Der Yamaha Montage M und seine Low-Budget-Variante Yamaha MODX M vereinen FM- und VA-Synthese mit einem Sample-ROM-Content. Für Band-Keyboarder sind sie enorm praktisch – von hochwertigen Pianos bis zu ausgefallen FM/AN-Sounds ist alles vorhanden. Die Bedienung beziehungsweise das Sounddesign am Gerät erfordern aber viel Geduld und Zuwendung.

Der Waldorf Iridium ist als Desktop- und Tastatur-Modell relativ gut zu bedienen. Mit ihrem Synthese-Potenzial sind die verschiedene Versionen sehr ergiebig für Soundtüftler – die Waldorf/PPG-typischen Wavetables gibt es inklusive. In dieser Tabelle stellen wir jeweils die Keyboard-Modelle gegenüber.

Features ASM Leviasynth Waldorf Iridium Yamaha Montage M
Klangerzeugung Hybrid
Algorithmische Struktur und analoges Filter
Digital
Wavetable, VA, Granular, FM, Samples
Digital
Motion Control Synthese mit AWM2, FMX-X und AN-X
Factory Sounds Über 1.000 Presets 3.487 Performances
Polyfonie 16 Stimmen 16 Stimmen Bis 400 Stimmen
Tastatur 61 Tasten mit Poly AT 49 Tasten mit Poly AT 61 Tasten mit Poly AT
Display 4,3“ Touchscreen Touchscreen 7“ Touchscreen
Effekte Vier FX-Blöcke Mehrere FX-Slots (Insert und Master) Über 200 Effekte
Audio-Ausgänge 1 x Stereo 1 x Stereo 2 x Stereo
Preis 3.299 Euro 2.599 Euro 3.699 Euro
Bewertung im Test 4,5 4,5 4,5
Affiliate Links
Yamaha Montage M6
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ASM Leviasynth Keyboard
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ASM Leviasynth Desktop
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Welche Produktvarianten des ASM Leviasynth dürften folgen?

Wie beim ASM Hydrasynth zu sehen: Der Hersteller gibt sich nicht mit einem Produkt zufrieden. Der Hydrasynth kommt als Familie mit mehreren Produktvarianten: Deluxe, Explorer, Keyboard und Desktop – Sondermodelle in verschiedenen Farben nicht mitgerechnet.

Im Grunde entspricht der ASM Leviasynth schon einer Deluxe-Versionen – mancher Live-Keyboarder wünscht sich vielleicht noch mehr Tasten. Ein monotimbrales Tastatur-Modell mit acht Stimmen für etwas über 1.000 Euro und eine kompakte Explorer-Version für weit unter 1.000 Euro sollten unbedingt noch auf den Markt kommen. Gerade im Hinblick auf den ambitionierten Preis sind kostengünstigere Modelle des Leviasynth sicherlich ein großer Wunsch vieler Musiker.

Auch wenn es wohl ein Traum bleibt: Ein integrierter Sample-Player würde die klangliche Vielfalt des ASM Leviasynth nochmals sehr praxisnah erweitern und den Synthesizer noch interessanter für den Live-Band-Keyboarder machen.

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FAZIT

Der ASM Leviasynth ist ein Sounddesign-Werkzeug mit hohem Performance-Faktor. Mit ihm könnt ihr ausführlich exklusive Sounds für Ambient, Cinematic, IDM oder experimentellere Musik am Panel entwicklen – auf eine steile Lernkurve müsst ihr euch unbedingt einstellen. Trotz vieler Ähnlichkeiten mit dem Hydrasynth überbietet er sein Wavetable-Pedant bei weitem dank einer sehr flexiblen algorithmischen Struktur und analoger Filtersektion. Insbesondere seine imposanten Layer-Sounds bieten etwas Neues in der Synthesizer-Landschaft.

Schon aufgrund der sehr guten Umsetzung des polyfonen Aftertouchs und des größeren Panels solltet ihr das Keyboard- dem Desktop-Modell vorziehen. Der ASM Leviasynth zielt zumindest mit seiner Factory Library auf traditionelle Performer ab – ein Allrounder für Live-Keyboarder ist es aber nicht.

Der aufgerufene Preis von über 3.000 Euro für die Keyboard-Version schreckt zwar so manchen Interessenten ab, er ist aber durchaus nachvollziehbar: In der Summe bietet der Leviasynth einfach sehr viel – und dies in bester Qualität: ein sehr ergiebiges Synthese-Konzept, einen fantastischen Klang mit viel Tiefe und Transparenz sowie eine robuste und bedienungsfreundliche Hardware.

Glückwunsch an Ashun Sound Machines zu diesem herausragenden Synthesizer. Er lädt dazu ein, sich lange und intensiv mit ihm zu beschäftigen – sei es beim Entwickeln frischer Sounds oder beim direkten Performen. Davon gerne mehr!

ASM Leviasynth Desktop & Keyboard Test
  • Bezeichnung: ASM Leviasynth
  • Hybrid Synthesizer
  • Algorithmische Synthese Engine mit Morphing
  • 16 Stimmen with acht Oszillatoren pro Stimme
  • Osc Modes: PM, FM, PWM, HTE Sync, Phase Distortion
  • Über 300 Wellenformen und mehr als 140 Algorithmen
  • Custom Algorithm Mode
  • Dual-Filter: Digital (18 Typen) plus 24 dB-Analog-Tiefpass
  • 32-Slot-Modulation-Matrix
  • Fünf LFOs, 13 DAHDSR Hüllkurven
  • 8 Macros per Patch
  • Arpeggiator, 8 Modes mit Ratchet, Chance und Entropy
  • 128-Step-Sequenzer, 2 Note Tracks plus Macro Automation Track
  • Effekte: Pre-FX, Delay, Reverb, Post-FX
  • Speicher:
  • Single Mode: 8 x 128 Patches
  • Multi Mode: 5 x 128 Patches
  • Favorite System und Randomize
  • Anschlüsse:
  • MIDI In/Ount/Thru und USB-B
  • CV Pitch, Gate & Clock mit 2 Mod Inputs und 2 Mod Outputs
  • Sustain und Expression Pedal
  • Stereo-Kopfhörer
  • Stereo-Ausgang
  • Abmessungen und Gewicht
  • Keyboard: 96,5 x 34,6 x 11.6 cm 10 kg
  • Desktop: 44,2 x 26,7 x 9,2 cm 3,5 kg
  • Preise: (Verkaufspreise April 2026)
  • ASM Leviasynth Keyboard EUR 3.299,-
  • ASM Leviasynth Desktop EUR 2.399,-
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