Der Behringer Zentara Overdrive orientiert sich am legendären Klon Centaur Overdrive und stellt sich dem Vergleich mit einem extrem kernigen Preis von nicht einmal 70 Euro. Damit zählt das Pedal, das bereits einigen Wirbel verursacht hat, definitiv zu den preisgünstigsten Klon-Klonen überhaupt. Und zumindest äußerlich lehnt es sich auch unübersehbar eng an das Original an.

- Klangcharakteristik des Originals gut getroffen
- große Overdrive-Bandbreite am cleanen Amp
- amtliche Boost-Sounds am übersteuerten Amp
- sehr günstiger Preis
- Potis etwas wackelig
- leicht pappiger Sound

Behringer Zentara und der Klon Centaur – worum geht es beim Kult-Overdrive-Pedal?
Der Klon Centaur Overdrive wurde von Bill Finnegan entwickelt und von 1994 bis 2008 in Handarbeit hergestellt. Das Pedal wird als legendärer Transparent-Overdrive geführt, der das Grundsignal nahezu unangetastet lässt – zumindest, wenn man es in einem Boost-Setting mit wenig Gain und hoher Volume-Einstellung benutzt. Germanium-basierte Clipping-Dioden generieren einen Overdrive-Sound, der sensibel auf dynamisches Spielen reagiert, und eine interne Spannungsverdopplung sorgt für einen größeren Headroom. Aufgrund der geringen Stückzahlen und seines legendären Rufs zählt der Centaur bis heute zu den begehrtesten Boutique-Gitarrenpedalen überhaupt und wird zu horrenden Preisen gehandelt. Von 2012 bis 2019 stellte Bill Finnegan ein Reissue-Pedal mit Originalbauteilen unter der Bezeichnung Klon KTR her.
Zu nah am Original – der Behringer Zentara im neuen Outfit
Behringer reiht sich nun in die Riege der Klon-Nachbauer ein und lehnte sich beim ersten Design weit aus dem Fenster, indem sie das Pedal Centaur nannten und auch eine Grafik platzierten, die dem Original sehr ähnlich war. Bill Finnegan erhob Einspruch und nach einem Rechtsstreit nennt Behringer das Pedal nun Zentara, und auch die Grafik wurde geändert. Wir haben für unseren Test noch ein Modell aus der ersten Runde mit Centaur-Bezeichnung und der alten Grafik zu Gast. Beim neuen Pedal mit dem Namen Zentara änderte sich lediglich die Optik, das Innenleben blieb identisch.

Nicht nur das Pedalgehäuse in Gold-Metallic erinnert an den Centaur
Der Zentara Overdrive kommt in einem Metallgehäuse, dem Kult-Original entsprechend in Gold-Metallic lackiert. Die Anschlüsse sind allesamt an der Stirnseite platziert, es gibt je einen Ein- und einen Ausgang und die Anschlussbuchse für ein optionales 9-V-Netzteil (Minuspol innen). Das Pedal kann auch mit Batterie betrieben werden, und weil sich die Stromaufnahme mit 20 mA in Grenzen hält, wird ein Batteriewechsel relativ selten notwendig sein. Im Fall des Falles muss dafür die Bodenplatte mit vier Schrauben gelöst werden.
Wie ist der Behringer Zentara Overdrive aufgebaut und wie ähnelt seine Schaltung dem Original?
Die Bedienelemente sind wie gewohnt auf der Oberseite platziert: Gain, Treble und Output können eingestellt werden, und per Fußschalter wird der Overdrive aktiviert, was eine rote Status-LED quittiert. Dass die Bauteile nicht unbedingt von allerbester Qualität sind (Potis wackeln), ist wohl der Preisgestaltung geschuldet. Der Fußschalter aktiviert erst dann den Effekt, wenn man ihn loslässt. Das ist kein Drama, aber für punktgenaues Loslegen bevorzuge ich die Variante, die beim Drücken zündet. Im Innenleben hat man sich sehr an die Zutaten des Originals gehalten.
Laut Hersteller wird der Zerrsound mit Germanium-Dioden-Clipping erzeugt und auch die interne Spannungsverdopplung für mehr Headroom ist an Bord. Ein sogenannter diskreter „Buffered True Bypass“ arbeitet gegen Höhenverlust bei langen Kabelwegen an. Für die Einstellung des Zerrgrades wird eine duale Gain-Regelung benutzt, damit man recht nahtlos von clean auf höhere Zerrgefilde wechseln kann.
Soviel zur Technik, nun geht es mit dem Behringer Zentara Overdrive in die Praxis.























Rainer sagt:
#1 - 09.01.2026 um 12:59 Uhr
Im Kontext zum Original, dessen Anschein uns der Billiganbieter Behringer auch bei diesem Teil einreden will, halte ich auch dieses Produkt für - Behringer-typischen - dreisten Etikettenschwindel. Guter Test mit Wahrheitsgehalt!