ATV aD5 E-Drum Modul Test

Der Markt für elektronisches Drumming ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Die Gründe dafür sind vielfältig, zum einen spielt der Aspekt „Lautstärke vs. Wohnraum“ eine wichtige Rolle, zum anderen wird das Thema „Reproduktion von artifiziellen Sounds auf Bühnen und im Proberaum“ für viele Trommler immer wichtiger. So haben zahlreiche Hersteller aufeinander abgestimmte Komplettlösungen, bestehend aus Drum- und Cymbalpads plus Modul, im Angebot. Darüber hinaus gibt es aber auch Einzellösungen wie Pads in unterschiedlichsten Darreichungsformen, Drum-to-MIDI-Converter, Multipads oder 19 Zoll Sound-Bibliotheken.

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Die bis dato im Musikinstrumentenbereich unbekannte japanische Firma ATV, die bisher Wandler für den Videobereich produziert, präsentiert nun mit dem ATV aD5, einem elektronischen Drum-Modul mit dem Anspruch, erstklassige Sample Sounds mit besonders hoher dynamischer Bandbreite zu liefern, ihren ersten Wurf im Bereich Musiktechnologie. Wer jetzt anzweifelt, das dieser Wurf gelingt, dem sei gesagt, dass für das aD5 niemand Geringeres als Ikutaro Kakehashi, Gründer der Firma Roland und 2013 dort ausgeschieden, verantwortlich zeichnet.
Das ATV aD5 folgt einem ungewöhnlichen Konzept: Ganz nach dem Motto „reduce to the max“ wartet das Modul mit lediglich fünf unkomprimierten, akustischen Drumkits auf, die es aber in sich haben sollen. Weiterhin versichert ATV, dass das aD5 kompatibel zu zahlreichen Drumpads der Hersteller Roland, Yamaha und drum-tec ist. Damit stellt ATV eine Verbindung zu zwei führenden Companies (Roland und Yamaha) her, die allerdings beide selbst bereits speziell auf ihre Pads abgestimmte Drum-Module anbieten. Die Sets des deutschen Herstellers drum-tec, welcher sich mit E-Drum-Sets in Akustik-Schlagzeug-Optik einen Namen gemacht hat, wurden bisher meist in Kombination mit Roland-Modulen angeboten. Wieviel Sinn dieses Konzept am Ende macht, wie gut die Sounds und das Spielgefühl sind, wie das aD5 aussieht und wie es sich anfühlt, finden wir nun in unserem bonedo Test heraus.

Details

Hat man das ATV aD5 erstmal aus seinem Karton befreit, stellt man, fest, dass es trotz der relativ kompakten Abmessungen auffallend schwer ist. Optisch wirkt es mit seiner Deckplatte aus gebürstetem Aluminium und dem metallenen schwarzen Unterteil ziemlich edel. Die Gehäuseoberseite ist mit Hilfe vier bündig eingelassener Torq-Schrauben fest mit dem Unterbau verbunden. Ein mittelgroßes Display findet sich mittig und wird beidseitig von je drei grauen Gummiknöpfen umrahmt, deren Aktivität durch einen leuchtenden Streifen angezeigt wird. Vier weitere solcher Druckknöpfe befinden sich unter dem Display und erlauben den Zugriff auf das Menü sowie andere Features des Moduls. Direkt darunter liegen noch zwei weitere Knöpfe mit den Aufschriften „Cancel“ und „OK“ sowie ein doppelt so breiter Button mit der Aufschrift „Home“. Ein beleuchteter Power Button links oben, ein Drehregler zur Einstellung der Gesamtlautstärke rechts oben sowie ein leuchtend umrahmter, etwas größerer Drehregler zum Auswählen von Parametern im Menü runden das Bedienfeld des aD5 ab. 

Fotostrecke: 4 Bilder In Sachen E-Drums gilt Japan seit jeher als Top-Adresse.

Ein kleines Symbol verrät den schlichten Kopfhörerausgang an der Vorderseite. Bleibt noch der Blick auf die Rückseite des aD5: Zwei Klinkenbuchsen mit der Aufschrift „Output L R“ markieren den Stereoausgang des Moduls, zwei weitere mit der Bezeichnung „Aux 1“ und „Aux 2“ ermöglichen den Anschluss zusätzlicher Drumpads. Die acht Haupt-Pads des E-Drum-Kits werden beim aD5 nicht über einzelne Klinkeneingänge mit dem Modul verbunden, sondern durch ein 25-poliges Multipin-Kabel, welches sich auf der Gegenseite in zehn Klinkenkabel zum Anschluss der Pads aufsplittet. Die Enden dieser Kabel sind beschriftet (Kick, Snare etc.) und entsprechend ihres Einsatzzweckes an den Pads als Mono- oder Stereoklinken vorkonfiguriert. Ein Mini-Klinkeneingang mit der Bezeichnung „Audio In“ erlaubt das Einspeisen von Audio-Playbacks o.ä. ins Modul, ein USB 2.0 Eingang ermöglicht die Verbindung mit einem Computer. Bleiben noch der Anschluss für das mitgelieferte Netzteil (dieses kommt mit unterschiedlichen Steckaufsätzen für Deutschland/Europa, die USA sowie Großbritannien), der bisher laut ATV noch nicht nutzbare Anschluss eines Netzwerkkabels sowie ein Slot für eine SD-Karte (bis max. 32 Gigabyte), welche das Laden weiterer Sounds und Backups möglich macht. Ein ebenfalls im Lieferumfang enthaltener Adapter zur Befestigung des aD5 an einem Mikrofonstativ kommt nun auch direkt zum Einsatz, denn es geht auf in die Praxis!

Fotostrecke: 5 Bilder Ganz ohne geht es nicht – aber die Kabelpeitsche erleichtert die Verkabelung.
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Wolle sagt:

#1 - 25.08.2017 um 13:17 Uhr

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Dieses Modul hat keinerlei Effekte und ermöglicht so auch keine Nachbearbeitung der Sounds- wie kann es dann sein, das es auch KEINE Einzelausgänge hat? Was soll man so mit dem Teil? Es ist aus diesem Grund weder bühnen- noch studiotauglich, aber vom Preis her auch ganz bestimmt KEIN Anfängermodul! Da hat Mr. "Roland-san" aber mal richtig voll in die besagte gegriffen, denn so hat das doch keinen Zweck.
Warum schafft es keine Firma, das perfekte Sample-Edrummodul zu bauen, obwohl jeder halbwegs versierte Edrummer es sofort und innerhalb von ca. 2min genau spezifizieren kann:
- 12-14 Eingänge, um auch Gadgets wie Splashes, Cowbells usw. realisieren zu können
- Keine Kabelpeitsche, sondern für jeden Eingang separate Buchsen
- Mindestens Einzelausgänge für BD, SD, HH, 4xTT und 2-3x Overhead
- Zu Toontrack oder BFD kompatibles Sampleformat
- Ausreichend Sample-RAM (hier erfüllt)
- Zu Roland Hardware kompatibel (hier erfüllt)
- Einfache Menueführung mit genug Tasten und Potis OHNE zig Menueebenen, "mehr" ist hier auch mehr!
- Kein externes Steckernetzteil
- integriertes Stativmount, damit man das Modul zum Transport in eine halbwegs handliche Tasche, Case o.ä. packen kann, OHNE jedesmal die Halterung abschrauben zu müssen.
- gute Beleuchtung der Tasten (Night-Design) für BühneneinsatzDas sind nur die wesentlichen Eckparameter, die hier wahrscheinlich 95% aller Edrummer sofort unterschreiben würden, aber anscheinend nie bis zu den Konstrukteuren der Module durchgedrungen sind: Dieses Modul kann einiges, das 2Box kann ein paar andere, aber keines kann alles!Mein persönliches Fazit: Schade eigentlich, das auch hier wieder "5min vor`m Klo in die Hose gebrummt" wurde- dieses Teil hätte es nun wirklich mal sein können!

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