Test: Epiphone Les Paul Standard 60s

Die Epiphone Les Paul Standard 60s aus der neuen Inspired by Gibson Collection zeigt sich im Stil der Les Pauls aus den 1960er-Jahren. Zur Ausstattung gehören ein Mahagonikorpus mit Ahorndecke, ein Hals im etwas schlankeren Slim-Taper-Neck-Profil und zwei Epiphone ProBucker-Humbucker. Das Instrument ist in unterschiedlichen Finishes erhältlich und kostet auch mit etwas gehobener Ausstattung nur rund 700 Euro. 

Epiphone Les Paul Standard 60s Test
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • tolle Optik, saubere Verarbeitung
  • korrekte werkseitige Voreinstellung von Hals und Saitenlage
  • gute Klangübertragung und Anschlagsdynamik
  • Regelweg von Volume- & Tone-Poti
  • authentische 60s-Overdrive-Sounds
Contra
  • keins
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Test: Epiphone Les Paul Standard 60s
Für 699,00€ bei

Epiphone Les Paul Standard 60s – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist die Epiphone Les Paul Standard 60s? Laut Hersteller folgt die Les Paul Standard 60s von Epiphone dem Klang, der Bespielbarkeit und der Optik der legendären Les Pauls der Jahre 1958 bis 1960.
  • Wie nah ist die Epiphone Les Paul Standard 60s am Vorbild? Mit Mahagonikorpus, Ahorndecke und Mahagonihals mit Palisandergriffbrett bleibt sie der klassischen Linie treu und auch optisch geht’s zurück in die Sechziger. Und laut Test trifft sie auch den Sound der damaligen Zeit recht authentisch.
  • Was ist besonders an der Epiphone Les Paul Standard 60s? Sauber verarbeitet, attraktive Optik und mit zwei dynamischen Epiphone ProBucker 2 Humbucker mit etwas größerem Output flexibel von clean bis satt verzerrt. 
  • Was sagt der Test? Wer keinen Tausender und mehr für authentischen 60’s-Style und Sound ausgeben möchte, findet in der Epiphone Les Paul Standard 60s für weniger als 700 Euro ein tolles Instrument mit vielen Möglichkeiten.

Epiphone Les Paul Standard 60s – Tradition in Mahagoni und Ahorn

Die Gitarren der Epiphone Les Paul Standard 60s-Serie sind in mehreren Farben erhältlich, wobei die transparenten Finishes Ice Tea Burst und Blueberry Burst das attraktiv gemusterte Riegelahornfurnier der Decke durchscheinen lassen. Beim Ebony-Finish betont eine schwarze Decke den Mahagonikorpus und bei allen Ausführungen zieht sich ein cremefarbenes Binding auch an der Halskante entlang. Das Kunststoff-Schlagbrett sowie die Pickuprahmen und der Ring um den Kippschalter sind im gleichen Farbton gehalten. 

Ein Gigbag gehört zum Lieferumfang dazu.
Ein Gigbag gehört zum Lieferumfang dazu.

Optisch versprüht das Instrument auf jeden Fall den klassischen Les Paul-60s-Charme.

Die Tradition wird auch mit zwei Humbuckern, vier Reglern und einer Tune-O-Matic Bridge mit Stop-Tailpiece umgesetzt. Die Pickup-Kappen sind vernickelt, so wie die gesamte Hardware des Instruments. Als Brücke kommt eine Locktone ABR Tune-O-Matic mit einzeln verstellbaren Saitenreitern zum Einsatz, die sich mit einem Schraubendreher bequem in der Höhe verstellen lässt. Ausgeliefert wird die Gitarre in einem soliden Premium-Gigbag, das bei normalem Transport ausreichend Schutz bietet. 

Mahagoni-Hals mit 60s Slim Taper C-Profil – vertrautes Spielfeld für die linke Hand

Wie bei Les-Paul-Modellen üblich, ist der Hals mit dem etwas schlankeren 60s-Slim-Taper-Profil mit dem Korpus verleimt. Wir hatten zum Test noch das Vorjahresmodell mit einem Griffbrett aus indischem Lorbeer. Seit 2026 wird die Gitarre mit einem Palisander-Griffbrett ausgeliefert.

Fotostrecke: 6 Bilder Mahagonikorpus und cremefarbenes Binding bilden einen stimmigen Kontrast.

Die Mensur beträgt 24,75“ (628 mm), der Griffbrettradius misst 12“ (304,8 mm) und die Halsbreite am Sattel 43 mm. Das Instrument ist ab Werk sehr gut voreingestellt und die 22 Bünde sind ordentlich abgerichtet und poliert. Dabei ist die Saitenlage so eingestellt, dass es auch bei härterem Anschlag nicht schnarrt – wir haben hier also kein komplettes Flachbrett. Vervollständigt wird das Ganze durch einen GraphTech-Sattel, Grover-Rotomatic-Stimm-Mechaniken mit 18:1-Übertragung und den Zugang zum Halsstellstab unter der glockenförmigen Kunststoffabdeckung hinter dem Sattel. 

Welche Regelmöglichkeiten bietet die Epiphone Les Paul Standard 60s?

Für die Klangübertragung sind zwei Epiphone ProBucker Humbucker-Pickups im Einsatz, ein ProBucker 2 in der Halsposition und ein ProBucker 3 am Steg. Die Pickups werden mit CTS-Potis geregelt, jeweils einmal Volume und einmal Ton, geschaltet wird mit dem klassischen Dreiweg-Kippschalter. Insgesamt zeigt sich die elektrische Auslegung traditionell: Es gibt keine Coil-Split- oder Coil-Tap-Funktionen und auch bei den Potiknöpfen bleibt man mit den goldenen Top-Hats mit Positionsmarkern (Dial Pointer) aus Nickel beim Gewohnten. 


Mit Probucker und Co.: So klingt die Epiphone Les Paul Standard 60s am Amp

Das Instrument ist ausgesprochen gut verarbeitet, es gibt keine abstehenden Bundkanten und auch sonst zeigen sich keine offensichtlichen Unsauberkeiten. Die Gitarre liegt ausgewogen in der Hand und der Slim-Taper-Hals bietet beste Bespielbarkeit. Trocken angespielt entfaltet sich ein runder Ton mit ordentlich Sustain bei direkter Ansprache.

Für die Aufnahmen habe ich die Gitarre mit einem clean eingestellten Sovtek MIG-50 verbunden, der über ein 4×12 Marshall-Cab läuft (Celestion G12M), das mit einem Royer R-10 und einem Shure SM-57 abgenommen wird. Für die Zerrsounds stehen diverse Overdrive-Pedale vor dem Amp parat, aber los geht es zuerst einmal clean. 

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Mehr Informationen

Kann die Epiphone Les Paul Standard 60s auch cleane Sounds?

Die Pickups bieten zwar eine etwas höhere Ausgangsleistung als vergleichbare PAF-Style-Humbucker, liegen aber noch weit unter modernen oder aktiven Tonabnehmern. Ihr Klangcharakter ist abgerundet mit einem straffen Bassbereich und klaren Höhen. Der Hals-Pickup kann zwar recht brillant klingen, lässt sich aber in den Höhen sehr homogen mit dem Tonregler abschwächen.  

Audio Samples
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Clean: Alle drei PU-Kombinationen Clean: Neck-PU (Tone leicht zurückgedreht) Clean: Neck- & Bridge-PU

Wie performen die beiden ProBucker Humbucker bei Overdrive-Sounds? 

Weiter geht es mit Overdrive-Sounds und hier zeigt sich die Paradedisziplin der Epiphone Les Paul Standard 60s. Ihr etwas stärkeres Ausgangssignal fährt einen Amp oder ein Overdrive-Pedal etwas heißer an, sorgt für ein Quäntchen mehr Verzerrung und damit für eine satte Basis. Dieser Zerrsound zeigt sich sehr dynamisch und sehr gut per Anschlag und Volume-Regler steuerbar. 

Hier erweisen sich die CTS-Potis als wirklich gute Wahl, denn der Volume-Regler bietet einen angenehmen Regelweg zum Einstellen des Zerrgrades. Selbst wenn es auf 10 beim Volume-Poti bereits ordentlich kachelt, ist auf etwa 3 immer noch ein nahezu unverzerrter Sound zu haben. Und dabei fällt die Lautstärke nicht einmal nennenswert ab. Wer die klassischen Les-Paul-Spielereien mit Volume- und Tone-Regler häufig nutzt, wird hier hervorragend bedient. Ansonsten unterstützen die Tonabnehmer den anfangs erwähnten Klangcharakter der Gitarre mit einem stabilen Ton und ausgiebigem Sustain. 

Audio Samples
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Overdrive: Neck-PU (Walrus Audio Ages) Overdrive: Bridge-PU Anschlagsdynamik (Walrus Audio Ages) Overdrive: Neck-PU > Bridge-PU > Tone min. (Nobels ODR-1) Overdrive: Bridge-PU > Neck-PU Vol 5 (Nobels ODR-1) Overdrive: Neck & Bridge-PU Vol 6 (Himmelstrutz Fetto) Overdrive: Neck-PU Vol 5 > Bridge-PU Vol 10 (Carl Martin PlexiRanger) Fuzz: Neck-PU Vol 10 > Vol 5 > Bridge-PU Vol 10 (Boss FZ-5)

Die Epiphone Les Paul Standard 60s im Bandarrangement

Zum Abschluss hört ihr die Gitarre noch einmal in einem Bandarrangement. Alle Gitarrenspuren werden mit der Epiphone Les Paul Standard 60s eingespielt. 

Audio Samples
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Epiphone Les Paul Standard 60s im Bandarrangement

Fazit

Die Epiphone Les Paul Standard 60s liefert den klassischen 60s-Les-Paul-Vibe, und das nicht nur optisch. Der 60s Slim Taper-Hals liegt gut in der Hand, ist etwas schlanker als die klassischen 50er-Les-Paul-Halsprofile und bietet ein ausgezeichnetes Spielgefühl. Auch klanglich lassen die Sechziger grüßen. Die Pickups generieren mit ihrem etwas höheren Output einen satten Zerrsound, der sich sehr gut mit dem Lautstärkeregler an der Gitarre einstellen lässt. Dabei verarbeiten die beiden ProBucker auch hohe Zerrgrade ohne Einschränkungen, nichts matscht, und auch die Anschlagsdynamik zeigt keine Schwächen. Wer auf der Suche nach dem puren Les-Paul-Sound der Sechziger ist und das eigene Budget nicht über Gebühr in Anspruch nehmen möchte, bekommt mit der Epiphone Les Paul Standard 60s für weniger als 700 Euro wirklich eine tolle Gitarre.

  • Hersteller: Epiphone
  • Model: Les Paul Standard 60s
  • Herkunft: China
  • Finish: Iced Tea Burst
  • Korpus: Mahagoni
  • Hals: Mahagoni
  • Profil: 60s Slim Taper
  • Griffbrett: Palisander
  • Halsbr.Sattel: 43 mm
  • Mensur: 24,75“ (628 mm)
  • Bünde: 22 Medium-Jumbo-Frets
  • Mechaniken: Grover Rotomatic
  • Pickups: Epiphone ProBucker 2 (Neck), Epiphone ProBucker 3 (Bridge)
  • Regler: 2x Volume, 2x Tone
  • Brücke: LockTone Tune-O-Matic mit Stop-Tailpiece
  • Gewicht: 4,2 kg
  • Zubehör: Premium-Gigbag
  • Verkaufspreis: 699,00 Euro (Februar 2026)

Herstellerseite: https://www.gibson.com/de-eu/pages/epiphone

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