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Sennheiser e 901 Test

Praxis

Druck und Präsenz im Mix

Um den Klang des Sennheiser e 901 adäquat beurteilen zu können, baue ich meine Yamaha-Recording-Bassdrum in 22 x 14 Zoll auf, bei den montierten Fellen handelt es sich um ein Evans-UV-EQ4-Schlagfell sowie um ein gelochtes Remo Ambassador coated. Innen liegt ein ganz kleines Kissen zum Brechen der Reflexionen. Als Vergleichsmikro kommt ein Klassiker zum Einsatz (und gleichzeitig ein direkter Konkurrent des e 901): das Shure Beta 91A. Dieses bietet einen zusätzlichen EQ-Schalter, ich habe die Soundfiles jedoch ohne aufgenommen. Weil das e 901 nicht zu den wirklich günstigen Grenzflächenmikros zählt und sich viele fragen, ob sich die Investition lohnt, habe ich auch noch ein Superlux E100 aus der Budgetklasse zum Vergleich herangezogen. 

Das Sennheiser (links) neben einem Shure
Das Sennheiser (links) neben einem Shure

Beim Abhören der Bassdrum-Soundfiles wird schnell klar, warum das e 901 so viele Fans hat. Es liefert genau den präsenten Klick im Attack, den es braucht, um eine Bassdrum beispielsweise im Metal hörbar zu machen und nach vorne zu bringen. Gleichzeitig besitzt es im Bereich zwischen 60 und 90 Hertz noch ordentlich Wumms, weshalb es eben auch als alleiniges Bassdrummikro funktioniert. Im Vergleich klingt das Shure in der „Flat“-Stellung neutraler und mittiger, bietet damit aber auch mehr Möglichkeiten der nachträglichen Verformung. Das Superlux schlägt sich für seinen extrem günstigen Preis erstaunlich wacker, wer den typischen Grenzflächenklang sucht, sollte aber zum e 901 greifen.
Aus Interesse habe ich die Mikrofone auch vor das Drumset gelegt, um zu hören, wie sie sich als Raummikros machen. Der deutlich unterschiedliche Charakter zwischen Beta 91A und e 901 zeigt sich hier noch etwas klarer, weil das aufzunehmende Frequenzband am ganzen Schlagzeug naturgemäß breiter ist. Der Biss des e 901 verleiht dem Kit eine starke Mittenpräsenz, ein weiteres Bassdrummikro habe ich nicht verwendet. Gemütlicher geht das Shure zu Werke, es wirkt insgesamt entspannter und ausgewogener, die Becken zischen weniger scharf. Man hört, dass es bei der Auslegung auf einen breiteren Einsatzbereich hin optimiert wurde. 

Audio Samples
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