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Roland GO:LIVECAST Test

Praxis

Anschließen und Einrichten

Das Roland GO:LIVECAST ist  bus-powered, es bezieht seine Betriebsspannung also über die USB-Verbindung. Entsprechend wird kein Netzteil benötigt. Das spart beim Transport Platz und vereinfacht den Aufbau. Nach dem Installieren der zugehörigen App auf einem Android-Gerät müssen der App Rechte für den Zugriff auf Mediendateien, für Foto- und Audio-Aufnahmen sowie das Starten und Verwalten von Anrufen eingeräumt werden. Außerdem müssen umfangreiche Nutzungsbedingungen akzeptiert werden, die mehr als drei Bildschirmseiten lang sind. Mithilfe des Schaubildes für die Anschlussmöglichkeiten auf der Rückseite seines Kartons ist es dann ein Kinderspiel alle erforderlichen Verbindungen anzuschließen. Was aber auffällt ist, dass die mitgelieferten Kabel derart kurz sind, dass nahezu ausschließlich eine Verwendung im Zusammenspiel mit Laptops möglich ist. Nutzer von Desktop-PCs oder -Macs werden deshalb in vielen Fällen zumindest ein USB-Verlängerungskabel benötigen.

Fotostrecke: 4 Bilder Eingänge und Mikrofonpegel des GO:LIVECAST sind regelbar.
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Handling

Die App-Steuerung ist ein wenig überraschend. Denn eine Software-Navigation per Buttons wird nicht geboten. Deshalb muss hier mit den Software-Buttons des Betriebssystems navigiert werden. Werden diese aber zwischendurch ausgeblendet, erschwert das die Handhabung der App unnötig. Im Hinblick auf die Video-Features ist der Anwender zunächst begeistert. In der App kann zwischen Front- und Back-Kamera gewechselt werden. Das Bild lässt sich außerdem spiegeln.

Ein Verschönerungsmodus für Gesichter ist integriert, der mit einem zugegebenermaßen sehr heftig eingreifenden Weichzeichner arbeitet. Die Belegung der Audioeffekt-Tasten ist ebenfalls über die App möglich. Super-einfach funktioniert die Einbindung des Kamerasignals eines zweiten Smart-Geräts. Im Test habe ich als Hauptgerät ein Android-Smartphone genutzt und als Zweitkamera die integrierte Cam eines iPad Mini verbunden.

Dazu muss lediglich auf beiden Geräten die GO:LIVECAST-App installiert sein und beide Geräte müssen sich im selben WLAN befinden. Auf dem Startbildschirm lässt sich dann auswählen, ob es sich um eine Satelliten-Kamera für ein bestehendes Streaming-Setup handeln soll.

Fotostrecke: 3 Bilder Für YouTube-Videos kann direkt ein Titel und Vedröffentlichungstyp gewählt werden.
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Die Buttons des Roland GO:LIVECAST lassen sich zwar ohne Klickgeräusch drücken. Beim Einsatz während eines Livestreams ist ihre Verwendung aber praktisch nur dann möglich, wenn ein externes Mikrofon genutzt wird. Andernfalls ist die Körperschallübertragung auf das integrierte Mikrofon so groß, dass die Hörer/Seher das Nesteln am Gerät klanglich deutlich wahrnehmen können. Die Auswahl der Audio-Effekte ist durch den Umfang der mit der App bereitgestellten Bibliothek nicht nur brauchbar, sondern richtig gut. Was mir sehr gut gefällt, ist die Flexibilität der Buttons. Ihre Funktion ist nicht auf das voreingestellte Feature beschränkt. Vielmehr lassen sich auch andere Audio/Video-Inhalte zuordnen.

Weitere Features

Überhaupt behalten Anwender einen guten Überblick darüber welche Features des GO:LIVECAST sie aktiviert haben. Denn die Symbole auf den Buttons leuchten hell auf, wenn diese aktiv sind. Dazu gehört auch eine Stummschalten-Funktion für den Mikrofonkanal. In zweiter Reihe stehen Buttons bereit, um Trailer- oder Hintergrundmusik, einen Trommelwirbel und Audio-Applaus abzurufen. Außerdem ist hier der Multikamera-Button, mit dem sich zwischen den beiden Kameras umschalten lässt.

Die Buttons der unteren Reihe rufen vorbereitete Video-Einspieler oder ein Testbild ab. Auch das Einblenden eines editierbaren Textes ist möglich. Ein echtes Problem ist aber, dass beim Wechsel vom Hoch- ins Querformat oder andersherum sowohl eingeblendete Video-Trailer als auch Audio-Effekt abrupt unterbrochen werden. Das heißt, dass man sich besser für ein Format entscheidet und dann die Bildschirmausrichtung verriegelt. Andernfals ist ein reibungsloses Arbeiten mit dem GO:LIVECAST ausgeschlossen.

Fotostrecke: 2 Bilder Die Position der Zweitkamera kann verändert werden.
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Workflow-Highlights

Die App bietet weitere Workflow-Highlights. So kann etwa eine Szenen-Liste angelegt und als Preset gespeichert werden. Diese Szenen-Presets lassen sich wiederum verschiedenen Buttons zuweisen. Dadurch kann die Arbeit mit dem GO:LIVECAST stark individualisiert werden. Was leider ein Nachteil ist, ist dass das angeschlossene Smart-Device vom Roland GO:LIVECAST nicht geladen werden kann. Hier heißt es also auf der Hut sein und das am Stream beteiligte Smartphones oder Tablet besser im Vorfeld vollständig aufladen, damit der Stream nicht ungewollt unterbrochen wird, weil dem Geräte die Puste ausgeht. Außerdem ist der Einsatz des GO:LIVECAST auf smarte Geräte beschränkt. Das Einbinden von Standalone-Kameras oder Camcordern ist nicht möglich.

Mäßiger Klang

Was sofort auffällt ist das relativ große Eigenrauschen des Mikrofon-Preamps im GO:LIVECAST. Für semi-professionelle Zwecke ist die Qualität zwar ausreichend. Käufer sollten hier aber kein rauschfreies Mikrofonsignal erwarten. Studioqualität klingt jedenfalls deutlich anders. In Verbindung mit einem externen Mikrofon ist das Resultat aber durchaus brauchbar. Der Klang des integrierten Mikrofons ist dagegen von derart schlechter Qualität, dass es an Radioübertragungen der 1940er Jahre erinnert. Wirklich brauchbar ist es deshalb nicht. Der eingebaute Halleffekt bietet via App lediglich eine Pegelanpassung. Weitere Parameter gibt es hier nicht. Und so klingt jeder Sprecher, dessen Stimme mit diesem Effekt versehen wird, als ob er aus einer Kathedrale heraus moderieren würde. Das ist nicht wirklich praxisnah. Eine praktische Einsatzmöglichkeit fällt mir für ihn deshalb partout nicht ein. Gerade klanglich ist das Gerät deshalb insgesamt eher enttäuschend.

Audio Samples
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dynamisches Mikrofon integriertes Mikrofon Effekte, externes Mikrofon Effekte, integriertes Mikrofon Reverb (100%), externes Mikrofon Reverb (100%), integriertes Mikrofon Reverb (moderat), externes Mikrofon
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