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Roland BK-7m Test

PRAXIS 

Das Roland BK-7m hat einen für diese Preiskategorie guten Grundsound. Bei einer Anzahl von über 1000 Klängen sind aber nicht alle gleich hochwertig. Man muss sich schon Zeit nehmen, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Das Modul besitzt für die über Styles und MIDI-Files abgespielten Sounds drei Multieffekt-Prozessoren (A, B und C), die über die Makeup-Funktion editiert werden können, sowie einen Effektprozessor für alle Echtzeit-Parts (editierbar im Performance-Menu). Daran erkennt man, dass Roland hier mehr Wert auf die Klangqualität des Arrangers legt. Zum Vergleich: Beim Roland Prelude Keyboard, das in derselben Preisklasse liegt, können z.B. im Dual-Modus zwei Sounds gelayert werden, die jeweils einen eigenen, hochwertigen Stereo-Multieffekt besitzen, sodass noch lebendigere, komplexere Klanggebilde entstehen. Im Folgenden einige Soundbeispiele des BK-7m, oft auch mit Style-Begleitung, immer live eingespielt. Die Aufnahmen wurden mit dem Gerät selbst gemacht. Dafür steht ein einfacher Audio-Recorder zur Verfügung. Ein einfacher Tastendruck „AUDIO REC“ erzeugt direkt ein WAV-File des Ausgangssignals auf dem USB-Stick. So können sehr schnell eigene Playbacks erstellt werden, die auch in Performances eingebunden werden können. 

Roland BK-7m
Roland BK-7m

Die akustischen und elektrischen Pianos sind gelungen und setzen sich gut durch: 

Audio Samples
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BK-7m Acoustic Piano BK-7m Rhodes

Auch Orgeln und Synths sind gut einsetzbar: 

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BK-7m Organ BK-7m Expressive BK-7m Dance Synth

Bläser sind vor allem im Swing- und Latin-Bereich und bei aktivierter „Melodie Intelligent“ Funktion brauchbar, wenn Bläsersätze passend zum gespielten Akkord erklingen:

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BK-7m Moonlight Brass BK-7m Latin Brass

Es gibt beim BK-7m zwei sogenannte SuperNATURAL Sounds, eine Posaune und ein Saxophon. Ob damit der große Wurf gelungen ist? Hört selbst: 

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BK-7m Posaune BK-7m Sax

Die Streicher sind mäßig, die Pads allerdings sehr gut. Auch die Mundharmonika- und Akkordeon-Klänge sind brauchbar.

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BK-7m Strings BK-7m Pad BK-7m Harmonica BK-7m Akkordeon

Die Gitarrenabteilung würde ich als durchschnittlich bezeichnen.

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BK-7m Electric Guitar

Es wäre eine große Erleichterung, wenn man sich bei der Suche nach brauchbaren Sounds für die Live-Parts nicht durch alle (auch GM-) Klänge wühlen müsste. Eine Vorauswahl der besten spielbaren Sounds sollte schon getroffen sein.
Die Drums klingen wirklich druckvoll und sind mit ausschlaggebend für den guten Sound der Styles. Hier machen sich auch die drei Multieffekte des Arrangers positiv bemerkbar.

Bedienung

Als sehr praktisch erweist sich die Wizard-Connection-Funktion, mit deren Hilfe man die MIDI-Einstellungen des BK-7m schnell an das angeschlossene MIDI-Instrument anpassen kann. Dabei erkennt das Modul automatisch, wenn ein neues externes MIDI-Gerät verbunden wird und fragt, um welchen Gerätetyp es sich handelt. Nach der entsprechenden Eingabe – z.B. MIDI-Akkordeon oder Digitalpiano – führt das Programm durch das Menü und hilft, die richtigen MIDI-Kanäle für die jeweiligen Parts und die Akkorderkennung einzustellen. Auf diese Weise kommt man recht schnell zum Ziel und kann loslegen.
Das Display hätte, wie schon erwähnt, eindeutig größer sein können, denn manchmal verirrt man sich beim Scrollen in riesigen Sound- und Performancelisten. Leider sind die Tone-Listen des BK-7m nur in sehr grobe Soundkategorien unterteilt, und durch das Fehlen von Untergruppen kann die Suche nach dem richtigen Klang entsprechend lange dauern. Dazu kommt, dass auf dem kleinen Display lediglich drei Soundnamen untereinander dargestellt werden.

Display
Display

Ein so kompaktes Gerät mit einem so großen Funktionsumfang ist ohne Kompromisse bei der Bedienung nicht machbar und ohne geschickte Menüstrukturen geht es nicht. Und die hat Roland mit der intuitiven Benutzeroberfläche geschaffen. Alle wichtigen Funktionen sind direkt per Tastendruck erreichbar, für alles Weitere gibt es die Menüs. 
Ein Problem muss erwähnt werden: Wegen der kompakten Abmessungen wurde auf einen Taster verzichtet, der den Arranger ein- und ausschaltet. Keyboards besitzen in der Regel einen solchen Taster, der es dem Musiker erlaubt, an einer beliebigen Stelle im Song den Arranger zu deaktivieren, ohne die Drums zu stoppen. Dabei ist der Arranger auf „hold“ geschaltet, das heißt, man muss den Akkord nur kurz spielen, die Begleitung „merkt“ sich die Harmonie und spielt sie permanent. Beim BK-7m kann man zwar auch in einem entfernten Untermenü wählen, ob der Arranger aktiv sein soll oder nicht, aber ein separater Taster dafür wäre schön gewesen. Beim Bühneneinsatz ist es kaum möglich, in das entsprechende Menü zu wechseln und die Funktion zu beeinflussen. Hinzu kommt, dass bei Arranger-Keyboards beim Start des Styles normalerweise nur die Drums spielen, solange noch kein Akkord gedrückt wurde. Die Begleitspuren erklingen erst, wenn die linke Hand ins Geschehen eingreift. Unser Testgerät dagegen merkt sich den letzten Akkord des vorherigen Styles und beginnt damit automatisch den nächsten, ein Ärgernis, das in der Praxis zu Problemen führen kann. Eher hätte man auf den „Bass Inv“-Taster verzichten können. Dem Gerät ist die Music-Production Software Cakewalk Sonar LE beigefügt, die jedoch nur auf Windows-Rechnern läuft.

Kommentieren
Profilbild von Udo

Udo sagt:

#1 - 01.03.2013 um 04:09 Uhr

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Ich überlege die Anschaffung des BK7M,gerate aber sehr ins Zweifeln,weil man wohl alle noch so kleinsten Änderungen an den Styles nur auf USB-Stick abspeichern kann und nicht im Gerät selbst! Das kann ganz schön unübersichtlich werden,denke ich.Dann gibt es ja noch den Zusatzstick mit über 500 alten Roland-Rhythmen. Schön und gut,aber ich habe mir da mal die Bezeichnungen der Styles im Handbuch angesehen...viel zu kurze Namen,woraus sich kaum ein eindeutiger Rhythmus erkennen lässt. Dann mal viel Spaß,da über 500 Styles probezuhören,und anzuspielen. Es wäre besser gewesen ,einen großzugigen Speicher im Gerät einzubauen wie zb. bei den Korg-Arrangern. Und etwas bessere Bedienung mit mehr Tastern ect. So ist das doch ein Witz,bei dem kleinen Display dann auch noch,da was gescheites einzustellen. Ich finde bei dem Preis könnte man mehr erwarten in Bezug auf Speicher und Bedienkomfort !

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    Ronny Funk sagt:

    #1.1 - 13.04.2017 um 12:01 Uhr

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    "Es wäre besser gewesen ,einen großzugigen Speicher im Gerät einzubauen wie zb. bei den Korg-Arrangern."
    Die Korg Arranger sind in Bezug auf Speicher die Ausnahme. Bei Yamaha spiele ich auch nahezu alles vom USB-Stick und nutze den internen Speicher nur, wenn ich Styles editiere und auch um Dinge dort zu speichern, die sich auf dem Stick nicht speichern lassen.

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Christian sagt:

#2 - 03.09.2013 um 10:14 Uhr

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Da gibt es nicht viel zu überlegen, ich habe nun das Gerät ein Jahr und bin immer noch sehr begeistert über den Klang und die vielfallt die Roland hier in das Miniatur -
Gehäuse eingebaut hat. Viele Klänge sind sogar im neuen Integra 7 wieder zu finden und schlicht und einfach gut. Persönlich ist es mir egal ob ich nun einen USB - Stick als Speichermedium verwenden muss kosten ja nicht mehr viel. Etwas gewöhnungsbedürftig ist jedoch die Sound - Anwahl währen des Life betriebes, dennoch ist dieses hochwertige
Modul der Hammer für Musiker die nicht nur Midifile laufen lassen sondern auch mal selber in die Tasten greifen. Es verwundert einem was aus diesem relativ günstigen Gerät für hochwertige Sounds und Styles erklingen.
Die unzähligen Effekte bzw. Einstellmöglichkeiten sind etwas im Hintergrund aber dafür von guter Qualität!
Das Gerät wird mir noch viele Jahre freude bereiten davon bin ich überzeugt.

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Ronny Funk sagt:

#3 - 13.04.2017 um 11:58 Uhr

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Die Frage der Bedienbarkeit ist so ein Punkt, der mich zurück schrecken lässt, neben dem, dass die Gitarren ja recht speziell klingen. Ich kam ja mit Roland E50/60/80 und G70 sehr gut klar, aber diese haben ja relativ große Touch-Displays.

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Lubo sagt:

#4 - 28.06.2022 um 10:01 Uhr

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Kann man bei BK7m - laufende SMF Song eigene Bilder (Text) sehen, wie bei BK-5?

Kommentare vorhanden
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