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Pro-Ject Essential III RecordMaster Test

Praxis

Gegenüber DJ-Plattenspielern, die ich gewöhnlich in Betrieb nehme, war für mich die Installation des Pro-Ject Essential III RecordMaster eine etwas größere Herausforderung. Zum Glück ist das Ortofon OM10 an der gekrümmten Headshell-Verlängerung bereits montiert. Wer ein Upgrade auf einen hochwertigeren Tonabnehmer möchte, der muss sich in etwas Geduld mit den kleinen Drähten üben.

Zum Glück liegt auch eine Überhangschablone bei, um das Cartridge für die optimale Spurlage auszurichten. Zunächst kümmere ich mich um das Auflagegewicht, das für Tonabnehmer von 3 bis 5,5 Gramm reicht. Bei schwereren Modellen bedarf es eines optionalen Zusatzgewichts. Wie üblich bringe ich den Tonarm mit dem Auflagegewicht in einen Schwebezustand, um anschließend das vom Tonabnehmerhersteller empfohlene Auflagegewicht einzustellen. 

Fotostrecke: 1 Bilder Diese Schablone zum Einstellen des Nadelüberhangs liegt bei
Fotostrecke

Nach dem Herausziehen der Papptransportsicherung unter dem Teller, sackt der Teller auf Spielniveau. Anschließend geht es ans Eingemachte, das Aufziehen des Riemens. Ich bin ehrlich, mir ist er anfangs einige Male abgerutscht. Mit der beigelegten Hilfe geht es nicht einfacher, aber um die Grip-Eigenschaften durch Fett an den Händen nicht zu schmälern, vermeidet zu viel Hautkontakt, so zumindest die Info der Bedienungsanleitung. Daher solltet ihr vorher ordentlich die Hände waschen. Sitzt der Riemen zunächst auf dem sogenannten Antriebs-Pulley, spanne ich ihn anschließend über den Teller. Wenn er einmal sitzt, läuft es buchstäblich!

Auch das „Einstellen“ des Antiskatings hat es etwas mehr in sich! Nicht, wie ihr es vielleicht kennt, einmal am Rädchen gedreht, fertig! In diesem Fall müsst ihr ein an einem Faden mit Schlaufe gebundenes Gewicht in eine der drei Rillen am Tonarm-Bolzen in Abhängigkeit des erforderlichen Auflagegewichts einhängen und danach den Faden in die Öse der sogenannten Führungsstütze führen. Bei diesem Tonabnehmer empfiehlt Pro-Ject die mittlere Rille.

Der verbesserte Antiebs-Pulley

Zum Schluss schließe ich noch den Plattenspieler an den Phono-Eingang eines Receivers oder Vollverstärkers an. Zum Aufnehmen verbinde ich den Plattenspieler mit dem USB-Eingang meines Computers.

Klang

Zunächst den Plattenspieler am Geschwindigkeitsschalter gestartet, blinkt die 33er-LED-Anzeige und leuchtet später permanent. Um den Turntable wieder zu stoppen, halte ich den Startknopf drei Sekunden gedrückt.

Das österreichische Unternehmen Pro-Ject steht für anspruchsvollen Sound, mit dem der Essential III RecordMaster in dieser Preisklasse überlegen ist. Hier zahlen sich das gegenüber dem Essential II überarbeitete Chassis, der verbesserte Plattenteller und Antriebs-Pulley, das Lager wie auch das neue RCA-E-Kabel aus. Den drehenden Motor nimmt man akustisch nicht wahr, zudem liefert er auch dank der Steuerung einen gleichmäßig und ruhiglaufenden Antrieb. 

Mit dem Ortofon OM10 ausgestattet, das einen Frequenzgang von 20 bis 20.000 Hertz abbildet und eine Ausgangsspannung von 4 mV besitzt, überzeugt der Plattenspieler durch ein sehr natürliches und transparentes Klangbild. Ohne einzelne Frequenzbänder zu betonen und damit zu verfälschen. Aber auch extreme Frequenzen in den Tiefen und Höhen, für die der Tonabnehmer ausgelegt ist, bringen ihn nicht an seine Grenzen. Er stellt sie ohne zu verzerren dar.  

Aufnahme

Mit diesem Klangbild und der verbauten 16-Bit-Soundkarte sowie einer Abtastrate von 48.000 Hz kann man mit gutem Gewissen seine Schallplatten archivieren. Schließlich möchte man für die digitale Aufzeichnung und anschließende Wiedergabe ein optimales analoges Signal an den per USB verbundenen Computer senden.

Sobald das Kabel des Plattenspielers am Laptop etc. steckt, wird die Soundkarte automatisch vom Betriebssystem als USB Audio CODEC erkannt und kann von diversen Aufzeichnungsprogrammen ausgewählt werden. Zum Lieferumfang zählt kein eigenes Programm. Dieser Ansatz ist nachvollziehbar, denn Audacity beispielsweise bietet als kostenlose Software reichlich Möglichkeiten, um das Vinyl nicht nur aufzunehmen, sondern sogar aufzupeppen. Anspruchsvollere Ohren, die beispielsweise das typische Vinyl-Rauschen und Knistern stört, können mit entsprechender, kostenpflichtiger Software nachlegen.

In Audacity erscheint der Plattenspieler als USB Audio Codec im Eingang
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Profilbild von Joe boe

Joe boe sagt:

#1 - 15.12.2022 um 04:15 Uhr

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Ich habe nur den Vergleich mit NAD pp2 Anzubieten...Die phonobox e hat zuwenig bass und klingt hell, zu hell.auch fehlt es ihr an räumlichkeit.

Kommentare vorhanden
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