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MXR EVH 5150 Overdrive Test

Praxis

Das Pedal parke ich vor meinen clean eingestellten Marshall JVM410 und nehme eine mit Vintage 30 Speakern bestückte angeschlossene 2×12″ Box mit ein SM57 ab. Weitere Klangbearbeitungen habe ich selbstverständlich nicht vorgenommen. Als Gitarre kommt eine Music Man Reflex zum Einsatz, die für meinen Geschmack ein breites Feld moderner Gitarrensounds abdeckt.
Zuerst spiele ich den Amp pur an, schalte dann das Pedal ein, bei dem alle Regler auf 12 Uhr stehen und Boost aktiv ist. Das Noisegate bleibt aus.

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Erst Amp pur, dann mit Pedal – Boost aktiv, Noisegate aus

Schon in dieser Einstellung macht das Pedal unmissverständlich klar, das es sich im High-Gain-Bereich merklich wohlfühlt. Der Bass ist mächtig, aber nicht aufdringlich, dafür zeigt sich das Mittenbild angriffslustig und präsent.
Ich bringe den Gainregler jetzt erst einmal zurück auf 9 Uhr, Boost ist aus.

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Gain auf 9 Uhr, Boost aus
MXR_5150_Overdrive_009FIN

Der Grundsound bleibt bestehen, aber auch hier sind die oberen Mitten präsent – für meinen Geschmack ein wenig zu viel. Ich besitze selbst ein 5150 Topteil, das sich auch in diesem Frequenzbereich aktiv zeigt, aber nicht ganz so stark ausgeprägt wie das Pedal hier am Marshall. Zwar hinkt der Vergleich etwas, denn das 5150 Topteil wird mit 6L6 Röhren betrieben, der Marshall jedoch mit EL34. Aber dieses Pedal ist nun einmal dazu gedacht, dem geneigten Gitarristen die Sounds eines gewissen EVH an die Hand zu geben, unabhängig davon, welchen Amp er gerade spielt. Dass jeder Amp dabei den Sound mit seiner eigenen Charakteristik färbt, ist naturgegeben, und auch unser Kandidat wird davon nicht verschont. Da in unseren Breiten wohl in den meisten Amps EL34 am Glühen sind, habe ich mich bei diesem Test für den Marshall entschieden.
Gain steht jetzt in der Mittelstellung. Den Sound hatte ich ja bereits als erstes angespielt, jetzt aber noch einmal mit dem Vergleichsriff.

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Gain 12 Uhr, Boost aus

Und zu guter Letzt bringe ich den Gainregler in die 15-Uhr-Position.

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Gain 15 Uhr, Boost aus

Hier kommt der breite und mächtige High-Gain-Sound voll zur Geltung. Wie auch beim Amp zeigt sich das Overdrive-Pedal sehr durchzugsstark und liefert ein sattes Rockbrett mit jeder Menge Sustain.
Zurück gehts mit dem Gainregler auf 12 Uhr und ich aktiviere im zweiten Durchgang zusätzlich den Boost-Schalter.

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Gain 12 Uhr, im zweiten Durchgang mit aktiviertem Boost
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Dieser addiert eine kleine Portion mehr Sustain und verdichtet den Klang. Bei höheren Gainsettings jedoch beginnt der Sound zu matschen, dort macht es keinen Sinn, ihn einzusetzen. Es ist auch gar nicht nötig, denn der 5150 Overdrive erzeugt auch ohne ihn schon irrwitzig viel Verzerrung bei höheren Gainsettings.
Im folgenden Beispiel ist erst das Pedal mit allen Reglern auf 12 Uhr zu hören, dann stelle ich Gain auf 14, Bass auf 15, Mid auf 9 und Treble auf 12 Uhr. So erzeuge ich einen “scooped” Sound, wie ihn moderne Metal-Bands gerne verwenden. Boost ist übrigens aktiv.

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Erst alle Regler 12 Uhr – dann Gain 14, Bass 15, Mid 9, Treble 12

Diesen Ton liefert die Dreiband-Klangregelung sehr authentisch, wobei mir der Middle-Regler ausgesprochen gut gefällt, denn die etwas aufdringliche obere Mittenfrequenz lässt sich recht einfach herausdrehen und gibt dem Pedal eine neue Färbung.
Abschließend überprüfe ich den Wirkungsgrad des Noisegates, im ersten Durchgang ohne, dann mit Gate und auch hier mit aktivem Boost.

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Noisegate: erst ohne, dann mit Noisegate u. Boost

Auch diese Prüfung besteht das Pedal mit Bravour. Das Noisegate geht sehr feinfühlig mit dem Signal um und blockiert störendes Rauschen in Spielpausen.

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