Anzeige
ANZEIGE

Music Man Luke III HH Test

Aufmerksame bonedo-Besucher werden jetzt vielleicht ins Grübeln kommen, denn eine Music Man Luke III hatte bereits das Vergnügen, unseren Testparcours zu durchlaufen. Allerdings handelte es sich dabei um ein frühere Version von Steve Lukathers aktueller Signature-Gitarre. Den Protagonisten selber muss man sicherlich niemandem mehr vorstellen, denn der Mann ist eine lebende Legende und gilt als einer der versiertesten Gitarristen auf diesem Planeten. Er war und ist als “Studiomucker” bekannt und gefragt, seine Band Toto zählt zu den legendären Konstanten im Rockbusiness und daneben hat er es geschafft, sich mit Soloausflügen und seiner eigenen Musik eine begeisterten Anhängerschaft aufzubauen, auch in der Clubszene.

DSC4419FIN-1040452 Bild


Steve Lukather ist nicht nur ein umtriebiger Musiker, der auf unzähligen Aufnahmen seine Kunst zum Besten gegeben hat, er arbeitet auch seit langer Zeit mit Music Man zusammen und ist dort maßgeblich an der Entwicklung vor allem seiner eigenen Signature-Linie beteiligt. Diverse Instrumente mit seinem Kürzel fanden und finden sich im Portfolio des amerikanischen Gitarrenherstellers, und wir widmen uns heute seiner aktuellen Version, der Luke III HH.

Details

Optik/ Verarbeitung:
Wie erwähnt, hatte ich ja bereits das Vergnügen, eine Vorgängerversion unserer Luke III mit HSS-Bestückung und Palisanderhals an dieser Stelle testen zu dürfen, den Test findet ihr hier: http://www.bonedo.de/artikel/einzelansicht/music-man-luke-iii-og.html Allerdings ist dieses Modell laut der deutschen Music Man Website aktuell nicht mehr im Programm, was aber nichts an der Tatsache ändert, dass ich schon damals von dem Instrument restlos begeistert war. Um so mehr interessiert es mich natürlich, wo genau die Unterschiede zwischen den beiden Gitarren liegen, abgesehen von der Pickup-Bestückung. Ich werde die HSS-Luke, die ich auch privat besitze, daher zum direkten Vergleich hinzuziehen. Der Korpus, der übrigens laut der deutschen Music Man Website gegenüber dem Vorgängermodell, der Luke II, um 3% gewachsen ist, besteht bei beiden Modellen aus Erle. Unsere Kandidatin kommt mit einem perfekten Polyester-Finish in Bohdi Blue, wobei man dem Lack silberne Partikelchen hinzugefügt hat, was die Gitarre optisch auf jeden Fall aus der Masse hervorhebt. Zwei DiMarzio Transition Humbucker sind direkt auf der Decke verschraubt und erlauben individuelle Höheneinstellungen. Das klassische Music Man Floating Vintage Tremolo ist schwebend aufgehängt, und wer Steve Lukathers expressives Spiel kennt, der weiß auch, dass er diese Konstruktion häufig ausreizt. Das Spielen mit dem gesteckten und spielfrei arbeiteten Tremolohebel, der übrigens ohne Kunststoffkappe auskommt, gestaltet sich recht leichtgängig, auch weil auf der Rückseite lediglich zwei Federn als Gegenzug dienen. Volume- und Tone-Poti regeln butterweich über den gesamten Weg, wobei das erstgenannte als Push-Pull-Variante ausgelegt ist – bei der HSS übernimmt diese Funktion das Tone-Poti. Drückt man es einmal, wird ein 12 dB Boost aktiviert, auf den ich später noch zu sprechen kommen werde. Zur Pickup-Anwahl steht ein Fünfweg-Schalter bereit, perfekt positioniert unterhalb der beiden Potis. Und obwohl die Gitarre lediglich mit zwei Humbuckern ausgestattet ist, sind folgende Pickup-Konfigurationen schaltbar:

Fotostrecke: 4 Bilder Die Luke III HH ist mit zwei DiMarzio Transition Humbuckern bestückt
Fotostrecke

Die Rückseite zeigt drei Ausfräsungen, eine für das Tremolofach, eine für die Elektronik und ein Batteriefach mit Schnellverschluss. Moment mal, denkt sich bestimmt der eine oder andere, die DiMarzios sind doch passiv!? Richtig, aber die oben erwähnte Boost-Schaltung braucht Energie, und die bezieht sie aus einem 9 Volt Block. Auch das eine Veränderung gegenüber der Vergangenheit, denn sämtliche Modelle vor der Luke III wurden mit aktiven EMGs betrieben.

DSC4432FIN-1040467 Bild

Der Hals
Der besteht aus Vogelaugenahorn und läuft unter der Bezeichnung “Roasted Maple”. Tatsächlich wird er für eine gewisse Zeit in einem Ofen “geröstet”, wobei es in erster Linie darum geht, die noch enthaltene Feuchtigkeit herauszuziehen und so für eine bessere Stabilität zu sorgen. Nebeneffekt ist ein dunklerer Farbton und auch der Sound wird etwas tighter. Die einteilige Konstruktion sitzt bombenfest in der Halstasche, wo sie mit fünf Schrauben fixiert ist. Als Griffbrettmaterial kommt Palisander zum Einsatz, auf dem 22 perfekt eingesetzte und abgerichtete Medium Jumbo Bünde thronen. Schon optisch ist der Hals im V-Shaping eine wahre Augenweide! Das Vogelaugenahorn besitzt eine dreidimensionale Tiefe, die durch den dunkleren Farbton noch stärker zur Geltung kommt. Auch drängt sich kein Lack zwischen Hand und Hals, denn der wurde in Handarbeit mit Schaftöl und einem Spezialwachs versiegelt und bietet ein sehr angenehmes, natürliches Spielgefühl. Weil er ohnehin komplett von Hand gefertigt wird, kann er von Instrument zu Instrument leicht differieren, so wie in den guten alten Tagen, als sich jede Gitarre aus diesem Grund anders bespielen ließ als ihre baugleiche Schwester. 21 weiße Punkte auf dem Griffbrett und am Rand weisen den Weg, den die Saiten bis zur Kopfplatte nehmen. Auf dem Weg dorthin laufen sie über einen Sattel mit einer Breite von 41,3 mm direkt zu den sechs Schaller M6 Locking Mechaniken auf der typischen, kleinen Music Man Kopfplatte. Diese ist angewinkelt, was einen sogenannten String Tree, der H und E Saiten niederdrückt und so auf das Niveau der Mechaniken bringen soll, überflüssig macht. Die Tuner selbst laufen butterweich, und durch das Festklemmen der Saiten muss auch nicht so viel gewickelt werden, was der Stimmstabilität signifikant zugute kommt, auch bei ausschweifenderen Tremolo-Attacken. Natürlich hat auch so ein System seine Grenzen und Steve-Vai-mäßige Tremolo-Arien sind nur bedingt möglich. Mit einem Gewicht von runden 3,4 kg und einer Mensur von 648 mm lässt sie sich sehr komfortabel bespielen und hängt perfekt ausbalanciert am Gurt. Geliefert wird die neue Luke III übrigens in einem schwarzen Kunststoffkoffer der Abteilung “roadtauglich”, der selbst ruppigem Umgang die Stirn bieten sollte.

Fotostrecke: 5 Bilder Vogelaugenahorn-Hals mit Palisander-Griffbrett
Fotostrecke
Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.