Gleich drei umfangreich ausgestattete Audiointerfaces hat MOTU Ende 2025 vorgestellt: das 848, das 10Pre und das 16A. Allen drei Modellen gemein ist eine hohe analoge Anschlussvielfalt bei zugleich fairer Preisgestaltung. Die Anbindung an den Computer erfolgt wahlweise per Thunderbolt oder USB, über AVB lassen sich zudem problemlos größere Systeme kaskadieren. Worin sich die drei neuen Varianten im Detail unterscheiden, klären wir im Test.

- Hochwertige Audiointerfaces für Thunderbolt und USB2/3/4
- Einfache Kaskadierung mit guter Usability via AVB
- Moderner, knackiger Sound
- kein MIDI-I/O

Details
Thunderbolt, USB & AVB – such es dir aus
Das 10Pre, 16A und 848 sind standalone-fähige Audiointerfaces mit USB-C-Anschluss. Sie unterstützen ADAT, AVB, Thunderbolt sowie USB 4, 3 und 2 und bringen diese Anschlüsse allesamt in doppelter Ausführung mit, was die Verkabelung erheblich vereinfacht. Die Haptik ist deutlich massiver ausgefallen, und insgesamt fühlt sich alles spürbar wertiger an.

Alle drei Modelle sind mit Linux, Windows, macOS und iOS kompatibel, arbeiten mit Abtastraten von bis zu 192 kHz bei 24 Bit und belegen jeweils eine Höheneinheit (1 HE) im 19-Zoll-Rack.
Über Thunderbolt lassen sich bis zu 128 Audiokanäle “rein und raus” vom Rechner übertragen – und das unabhängig von der Samplerate oder gar kommerziellen Beschneidungen wie sie DANTE vornimmt. Nur mit USB kommt es bei hohen SRs zu minimalen Einschränkungen, in der Praxis hat das aber keine Relevanz.
to preamp or not
Die wesentlichen Unterschieden der MOTUs liegen in Anzahl und Art der analogen Ein- und Ausgänge sowie in der jeweiligen Bestückung mit Mikrofon-Preamps begründet. Gemein ist allen Varianten darüberhinaus ein leistungsfähiger DSP-Mixer mit 32-Bit-Float-Processing, viel Aux, einer Patchbay und umfangreichen Effekten inklusive Dry/Wet-Recording/Monitoring-Optionen.

Die Host-Anbindung erfolgt automatisch über Thunderbolt oder USB mit dem jeweils optimalen Protokoll (Thunderbolt, USB 4, USB 3 oder USB 2). Im USB-Betrieb arbeiten die Interfaces class-compliant und lassen sich ohne Treiberinstallation mit macOS und iOS nutzen.
Niedrige Buffergrößen von 32 bis 128 Samples sind möglich, die Latenz fällt hier aber spürbar höher als im Thunderbolt-Betrieb aus.
AVB-Kaskadierung und Netzwerkbetrieb
Alle drei Interfaces lassen sich über AVB und dessen 8er-Audio-Stream-Konzept zu einem gemeinsamen System zusammenschalten. Bis zu drei Geräte können nun direkt per Netzwerkkabel verbunden werden, für größere Konfigurationen ist weiterhin ein AVB-fähiger Switch erforderlich. Das System skaliert auf maximal 512 AVB-Kanälen.

Die Steuerung erfolgt nicht nur über Rechner und DAW, sondern auch drahtlos per iPad, wodurch sich die Interfaces bei Bedarf als kompakte Live-Mixer einsetzen lassen. Praktischerweise wird im Verbund nur ein Gerät per USB-C an den Computer angeschlossen; die übrigen Units hängen im (geschlossenen) Netzwerk, werden automatisch erkannt und stehen so in der Software zur – leider nur zur manuellen – Konfiguration bereit. Insgesamt ist das Setup aber einfacher als Dante gelöst, günstiger, weniger anfällig und für lokale Kaskadierungen ausreichend, selbst wenn Apple AVB inzwischen weniger Aufmerksamkeit widmet. Immerhin packt MOTU das 2m lange passende USB/TB-Kabel dazu.



























