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Marshall JVM 215C Test

Details

Rein optisch betrachtet handelt es sich natürlich um einen waschechten Marshall, mit allem, was dazugehört. Das goldfarbene Bedienfeld darf da ebenso wenig fehlen wie der weiße Marshall-Schriftzug auf der Frontbespannung. Insgesamt ist der Kleine gut verarbeitet und macht einen roadtauglichen Eindruck. Auf der Oberseite ist ein Tragegriff verbaut, mit dessen Hilfe sich die immerhin 26,5 kg noch recht komfortabel transportieren lassen, und vier Gummifüße garantieren einen sicheren Stand.

Das Bedienfeld:
Ganz links wird die Gitarre mit dem Verstärker verbunden. Es folgen zwei Taster für Overdrive- und Clean-/Crunch-Mode. Der Clou der JVM-Serie besteht darin, dass jeder Kanal drei Modes beinhaltet. Jeder Mode steht für einen anderen Grundsound. So ist es möglich, mit zwei Kanälen sechs grundverschiedene Sounds abzurufen, die per Mode-Taster nacheinander aufgerufen werden, was natürlich auch mit dem mitgelieferten Vierfach-Fußschalter möglich ist.

Jeder der beiden Kanäle ist identisch aufgebaut und beherbergt jeweils einen Regler für Gain, Treble, Middle, Bass und Volumen. Rechts daneben befindet sich die Reverb-Sektion mit einem eigenen Poti für jeden Kanal. In unserem Fall handelt es sich um einen digitalen Hall, der sich sowohl von Hand als auch über das Floorboard ein- und ausschalten lässt. Kommen wir zu einem für Marshall untypischen Regler mit der Bezeichnung Resonance, der in die Endstufencharakteristik eingreift. Je weiter er aufgedreht wird, desto mehr Fundament bekommt der Sound. So lässt er sich je nach Lautstärke an die Umgebung anpassen, bei geringeren Lautstärken zum Beispiel satt und voll, oder bei Bedarf auch umgekehrt. Das erhöht die Flexibilität des ohnehin schon gut bestückten Combos.
Es folgen der obligatorische Presence-Regler sowie zwei Master Volumen-Potis, die sich ebenfalls per Hand oder Fuß aktivieren lassen. Rechnet man die Möglichkeit mit ein, dass sich jeder Modus auch noch boosten lässt, erhält man so Zugriff auf 12 unterschiedliche Settings. Mit einem FX Loop-Taster wird der Effektweg ein- oder ausgeschaltet und mit dem MIDI Programmschalter der Fußschalter programmiert.
Insgesamt ist das Bedienfeld sehr aufgeräumt und erschließt sich quasi von selbst, so wie man es in der Regel von Marshall kennt.

Die Rückseite:
Die Rückseite bietet Altbekanntes: Fünf Lautsprecherbuchsen (1x 16, 1x 4, 1x 8, 2x 8, 2x 16 Ohm) lassen nahezu jede Boxen-Kombination zu. Der Pegel des Effekteinschleifweges kann mithilfe eines Druckschalters von -10dB auf +4dB umgestellt und der Effektanteil mit einem Poti angepasst werden. Dazu kommt ein Poweramp-Insert/Serial-Loop. Diese lässt sich mit einem Schalter aktivieren und ist nichts anderes als ein serieller Effekteinschleifweg. Im Gegensatz zu seinem Kollegen links daneben lassen sich hier nur Effektgeräte mit Line-Pegel anschließen. Dazu wird auch dringend geraten, da sich sonst der Sound massiv verschlechtert, weil das gesamte Signal durch das Effektgerät geht.
Also links in die FX Loop Pedale und rechts die Studioteile einstöpseln. Ein XLR-Line Out darf natürlich auch nicht fehlen.

Der Fußschalter wird mit einem ganz normalen Klinkenkabel angeschlossen, es ist keine Spezial- oder Multicore-Ausführung notwendig. Dank der MIDI-In/-Out Buchsen lässt sich auch MIDI-Equipment einbinden. Alle Verstärker der JVM-Serie besitzen keine Halbleiter im Signalweg, was der Dynamik sehr zugutekommt. Alle Pegel werden komplett in Röhrentechnik verarbeitet und sämtliche Schaltvorgänge werden durch Relais gesteuert. Wie genau sich das alles anfühlt und vor allem, wie es klingt, hört ihr am besten selbst.

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