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Lake People Mic-Amp F366 Test

Praxis

Der Hersteller stellt für den F366 ein gemessen am Funktionsumfang des Gerätes ziemlich üppiges Manual zur Verfügung, in welchem umfassend auf Themen wie die Bedienelemente, Anschlusskonfigurationen und Masse-Konzepte eingegangen wird. Das ist in jedem Fall sehr löblich, auch wenn man im Prinzip umgehend loslegen kann, ohne einen Blick hinein zu werden – denn der F366 erklärt sich, was die grundlegende Bedienung betrifft, nun wirklich von selbst.

Die Phantomspeisung wird beim Mic-Amp F366 jedoch paarweise geschaltet
Die Phantomspeisung wird beim Mic-Amp F366 jedoch paarweise geschaltet

In der Praxis löst der F366 die Grundidee, die hinter seinem Design steht, voll und ganz ein. Dies ist kein Preamp, den man zur Klangverschönerung einsetzen kann, sondern er bleibt ganz seiner klaren Linie verpflichtet. Im Prinzip kann man das so zusammenfassen: Was hineinkommt, geht auch so wieder hinaus – nur eben lauter. Und genau das ist in vielen Fällen durchaus eine gute Sache, den eine unpassende Klangfärbung direkt bei der Aufnahme prägt sich meist so grundlegend ins Signal hinein, dass später allenfalls etwas Kosmetik möglich ist, aber der Charakter nicht mehr wirklich umgepolt werden kann. Auch verlangt nicht jedes Signal bei der Aufnahme nach divenhaftem Charme. Im Gegenteil: Die Leadvocals können um so mehr in den Mittelpunkt rücken, je mehr Raum ihnen die anderen Signale lassen. Insbesondere das geringe Eigenrauschen der Lake-People-Preampschaltung verdient gesonderte Erwähnung. Klare, unaufgeregte Verstärkung mit hoher Signalqualität, so lässt sich der F366-Klang auch beschreiben.

Audio Samples
0:00
Vocals, neutral Vocals, Lowcut bei 70 Hz

Die 6-dB-Schritte des Gain-Schalters mögen etwas weit gefasst erscheinen, aber aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, ist dies Bedienelement kein Bug, sondern ein Feature, das man in dieser Preisklasse nicht unbedingt erwarten kann. Einzelwiderstände, per Drehschalter angewählt, sind einem Potenziometer meilenweit überlegen. Es lässt sich auf diese Weise ein geringeres Rauschen ebenso realisieren wie eine fein abgestimmte Kanalgleichheit, da die Bauteiltoleranzen selbst bei hochwertigen Potis prinzipbedingt bisweilen sogar im zweistelligen Prozentbereich liegen können.
Kritisieren könnte man höchstens, dass das Gerät über keinen Betriebsschalter verfügt und dass die Phantomspeisung immer paarweise geschaltet wird. Aber das sind zum Glück Punkte, die nicht einmal direkt das Klangverhalten betreffen.

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