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Ibanez ES3 Echo Shifter Test

Wir starten den Praxisteil mit einer kleinen Bestandsaufnahme zum Sound der Echowiederholungen und der Bandbreite der Verzögerungszeit in beiden Modes Analog und Digital. Der Modulationseffekt ist noch nicht aktiviert. Das Pedal ist vor einen unverzerrt eingestellten Tweed Deluxe Amp geschaltet, der Verstärker läuft über eine 1×12 Box mit Alnico Blue Speaker, der mit einem Beyerdynamic M160 abgenommen wird. Im dritten Beispiel hört ihr wieder den Analog Mode – einmal ohne Modulationseffekt und dann mit, Depth und Speed stehen dabei auf einem mittleren Wert in der 12-Uhr-Position.

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Analog: Delay Time – Minimum, Mitte, Maximum (ES-335) Digital: Delay Time – Minimum, Mitte, Maximum (ES-335) Analog Delay: Modulation off > on (ES-335)

Der analoge Schaltkreis erzeugt einen etwas wärmer klingenden Delay-Effekt, bei dem die Echowiederholungen entsprechend in den Höhen abgedämpft sind. Der Sound der Wiederholungen ist noch recht klar, also keine starken Verzerrungen oder extreme Frequenzverbiegungen in den ersten vier Wiederholungen. Bei höheren Wiederholungen wird der Ton zunehmend Lo-Fi, so wie das bei Analogdelay-Sounds sein soll. Wer bei Nebengeräuschen sehr pingelig ist, wird wahrscheinlich öfter den digitalen Modus aktivieren, denn der analoge Schaltkreis bringt schon ein wenig Grundrauschen mit, das dann beim Einsatz von Compressoren oder Overdrive-Pedalen deutlicher zum Vorschein kommt. Der Mix-Regler ist so konzipiert, dass das Direktsignal immer gleich laut bleibt und man mit dem Mix das Echo-Signal hinzumischt. Bei Rechtsanschlag sind beide Signale gleich laut. Wer gerne atmosphärische Echo-Sounds erzeugt, bei denen das Direktsignal leiser ist als das Delay-Signal, wird hier nicht fündig werden. Von der Bandbreite ist auf jeden Fall im Analog-Mode einiges möglich, die klassischen Slapback Sounds mit kurzer Verzögerungszeit und einer Echowiederholung klingen sehr gut, auch längere Echos mit hohem Feedback-Anteil machen einen guten Eindruck. Mit dem Modulationseffekt kann man auch gut arbeiten, der packt kräftig zu und die Verstimmung ist bei einem Depth-Wert über 13 Uhr schon recht drastisch. Es klingt aber nicht matschig, auch nicht bei höheren Einstellungen. Hier ein paar Beispiele mit dem Analog-Mode.

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Analog: Setting 1 (ES-335) Analog: Setting 2 (Stratocaster) Analog: Setting 3 (Esquire) Analog: Setting 4 (Esquire) Analog: Setting 5 (Esquire)
Klanglich überzeugt das ES3 sowohl im Analog- wie auch im Digital-Mode.

Der Digital-Mode klingt etwas frischer, hat logischerweise mehr Höhen, ist aber weit davon entfernt, steril zu sein. Der Charakter bleibt klar erhalten, es ist noch eine weitere Facette mit einem etwas klareren Delay-Sound. Ich persönlich finde es auch gut, dass man hier das Rad nicht neu erfindet, sondern in einer ähnlichen Klangfarbe bleibt, damit der Wechsel der beiden Modes auch entsprechend homogen bleibt. Hier kann man die typischen Tempo-Delay-Spielereien machen, bei denen der Mix hoch eingestellt ist und die Wiederholungen (vor allem die ersten) sich nicht drastisch vom Direktsignal unterscheiden. Der Modulationseffekt sorgt auch hier für etwas mehr Tiefe. Der oszillierende Sound beim Gedrückthalten des Tap-Schalters könnte für meinen Geschmack bei beiden Modi etwas leiser sein; er schaukelt sich recht schnell stark hoch. Man sollte deshalb den Mix-Regler nicht zu weit aufdrehen, wenn man mit dieser Funktion spielen möchte. Hier sind fünf Beispiele mit der digitalen Klangerzeugung.

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Digital: Setting 1 (Stratocaster) Digital: Setting 2 (Stratocaster) Digital: Setting 3 (ES-335) Digital: Setting 4(ES-335) Digital: Setting 5 (ES-335)

Zum Abschluss hört ihr das Delay in einem kleinen Bandarrangement mit zwei Gitarren, Drums und Bass. Auf der linken Seite ist der Analog-Mode zu hören, bei der Gitarre auf der rechten Seite war Digitalsound angesagt.

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Ibanez ES3 im Bandarrangement
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