Fender Rhodes Plugin: die besten VSTs mit klassischen E-Piano Sound

Das Fender Rhodes gilt unter den elektromechanischen Electric Pianos als Ikone. Sein warmes, rundes Klangbild entsteht durch angeschlagene Metallzungen (Tines) – ein Sound, der Jazz, Soul, Funk, R&B sowie Pop und Hip-Hop bis heute prägt.

Fender Rhodes VST: Feature.
Das Fender Rhodes hat in vielen Genres einen festen Platz. Sein Klang ist heute sehr variantenreich in verschiedenen Plugins spielbar.

Ob fein nuanciertes Comping oder ausdrucksstarke Soloparts: In Sachen Dynamik und Spielgefühl bewegt sich das Rhodes auf Augenhöhe mit Klavier oder Flügel. In Kombination mit Effekten wie Phaser, Tremolo, Wah-Wah oder Delay eröffnet es zudem eine beeindruckende Bandbreite charakterstarker Keyboard-Sounds.

Der Softwaremarkt bietet inzwischen eine enorme Auswahl an Sample-Libraries und Physical-Modeling-Emulationen. Oft sind Rhodes-ähnliche Klänge in der DAW bereits integriert – etwa mit dem „Vintage Electric Piano“ in Logic Pro von Apple, das auch nach vielen Jahren noch überzeugende Ergebnisse liefert.

Dennoch lohnt sich der Blick auf spezialisierte Instrumente: Sie bringen euch den legendären Originalen wie dem Suitcase oder Mark I noch näher und eröffnen darüber hinaus Zugang zu selteneren Varianten.

Wir haben sieben aktuelle Software-Instrumente ausgewählt und stellen sie jeweils mit fünf Klangbeispielen vor. Insgesamt 35 Audio-Demos geben euch einen direkten Eindruck von den klanglichen Stärken der einzelnen Plugins.

Rhodes Anthology – klassisches Quartett

Den Auftakt macht der Hersteller selbst. Mit der Rhodes Anthology steht eine umfangreiche Sammlung bereit, die Sounds aus vier Generationen vereint – Mark I Stage 73, Sparkletop 73, MKV und MK7. Neben den Instrumenten könnt ihr hier auch passende Verstärker- und Mikrofon-Setups wählen. Klassische Effekte wie Chorus, Phaser, Delay und Reverb verleihen dem auf Samples basierenden Grundsound zusätzliche Tiefe und Lebendigkeit. Für jedes Modell sind zudem praxisnahe Presets an Bord.

Fender Rhodes VST: Rhodes.
Samplebasiert und fokussiert auf vier klassische Rhodes-Modelle: die Kollektion Rhodes Anthology.

Rhodes Anthology spielt besonders bei authentischen Vintage-Klängen seine Stärken aus – der charakteristische Retro-Vibe ist deutlich spürbar. Rhodes hat außerdem noch weitere Software-Instrumente in petto. Spannend ist darunter vor allem das Rhodes V8 Pro – eine ebenso detailreiche wie hochpreisige Simulation des MK8, die mit umfassenden Eingriffsmöglichkeiten in die Klanggestaltung punktet.

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Classic Suitcase Mk1 Mk1 Warm Direct Dreamy Drive Sparkle Upfront 7 Amped Mk V

Arturia Stage-73 V – Electric Soul Piano

Für knapp unter 100 Euro ist das Arturia Stage-73 V ein heißer Kandidat für alle, die nach besonders authentischen Rhodes-Emulationen suchen. Stage-73 V zeigt, dass eine Engine die beliebten Fender Rhodes Stage- und Suitcase-Modelle aus den 70ern mithilfe von Physical Modeling nahezu perfekt nachbilden kann.

Fender RhodesVST: Arturia.
Beachtliche Emulation des Fender Rhodes mit vielen praktischen Presets: Arturia Stage-73 V.

Und so, wie ihr es bereits von anderen Arturia-Instrumenten kennt, wimmelt es im Effektbereich auch hier vor Möglichkeiten. In der Advanced-Ansicht geht es hingegen technisch ans Eingemachte. Die Preset Library des Arturia Stage-73 V deckt die beliebtesten Rhodes-Sounds gekonnt ab – alles in allem eine runde Sache. Als Besitzer der Arturia V-Collection müsst ihr euch diesen Spezialisten nicht extra kaufen.

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1972 Med Amped EP Dark Funk Keys Felt Hammers Fusion Amped Mark V The Great One

XLN Audio Addictive Keys Mark One – solo oder als Bundle

XLN Audio bringt es mit Addictive Keys auf den Punkt. Das Bundle umfasst vier Vintage-Keyboards: Klavier, Flügel, ein semiakustisches Piano und natürlich den Klassiker Fender Rhodes Mark 1. Die Presets des Mark One sind sehr geschmackvoll und fügen sich schnell in den Mix. Dabei handelt es sich überwiegend um Sounds mit Wärme und Druck. Schwebende, weiche oder glockige Rhodes-Varianten sind dem Plugin nicht so schnell zu entlocken.

Fender Rhodes VST: XLNAudio
Platziert das Fender Rhodes organisch ins DAW-Arrangement: XLN Addictive Keys Mark One.

Leider steht das gesamte Addictive Keys Bundle im Schatten namhafter Software-Instrumente. Zu Unrecht, denn es bietet eine ausgeklügeltes siebenfaches Mikrofon-Mixing, einen schnellen Workflow und belastet den Rechner kaum. Mit dem Bundle „Addictive Keys Duo“ könnt ihr euch gleich zwei Instrumente aussuchen – ein Underdog, der sich lohnt!

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(7)
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Close Tube Funky Filter Hang Up Clear Sky Silver Face

AAS Lounge Lizard EP-5 – das Physical Modeling Wunder

Die Firma Applied Acoustic Systems setzt konsequent auf Physical Modeling – so auch beim Lounge Lizard EP-5, der sich auf Rhodes- und Wurlitzer-Modelle fokussiert.

Bei diesem Plugin bekommt ihr eine detailreiche Bearbeitung physikalischer Parameter, ein FX-Rack mit guten Standardeffekten und eine Library mit über 240 Factory Presets. 

Fender Rhodes VST: AAS.
Fender Rhodes mit Physical Modeling auf neuen Wegen: AAS Lounge Lizard EP-5.

Klanglich fällt es im Vergleich zu den Konkurrenten jedoch etwas ab, wenn ihr einen sehr natürlichen Rhodes-Sound sucht. Das Modeling eigener Klangfarben kann dafür aber sehr viel Freude bereiten. Ihr solltet aber euch mit einer etwas veralteten Benutzeroberfläche abfinden. Als Ergänzung zu einer klassischen Sample Library ist das AAS Lounge Lizard EP-5 durchaus einen Versuch wert.

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(2)
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Daily Tines Concert Tine Soulfully Amped Calm Rain Stepped Wave

Spectrasonics Keyscape – die Premium XL-Library

Best Buy und klangliche Referenz für eine Vielzahl historischer und moderner Tasteninstrumente: Auch Keyscape von Spectrasonics hat im Bereich Fender Rhodes eine beeindruckende Auswahl. Die detailreich gesampelten Instrumente von Rhodes und Vintage Vibe überzeugen mit Ausdrucksstärke, Dynamik und einer spürbaren klanglichen Präsenz. Insgesamt stehen rund 500 Presets sowie 36 unterschiedliche Tasteninstrumente zur Verfügung.

Fender Rhodes VST: Spectrasonics.
Fender Rhodes, Vintage Vibes und viele andere E-Pianos in einer hochwertigen Library: Spectrasonics Keyscape.

Ein zusätzlicher Trumpf: Auf Wunsch integriert sich Keyscape nahtlos in Omnisphere 3 und eröffnet damit weitreichende Möglichkeiten für komplexes Sound-Layering und kreative Klangarchitekturen. Wer die ultimative All-in-one-Kollektion sucht, investiert die rund 350 Euro gut und wird langfristig Freude daran haben. Wem es allerdings ausschließlich um authentische Rhodes-Sounds geht, für den ist der Umfang der Library überdimensioniert.

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Vintage Vibe Electric Piano Rhodes LA Custom Funky Comp Vintage Vibe EP Suitcase Phaser Rhodes Classic Was Rhodes Classic Suitcase Spacey

Roland Earth Electric Piano – der Abo-Tipp

Roland bewies bereits bei zahlreichen Hardware-Synthesizern ein gutes Gespür für erstklassige Rhodes-Patches. Mit dem Ende 2025 veröffentlichten Roland Earth Electric Piano bündelt der Hersteller nun seine stärksten E-Piano-Sounds in einer eigenständigen Software. Die Library umfasst 100 Presets und überzeugt besonders mit brillant-glockigen Rhodes-Varianten sowie charakteristischen Interpretationen der hauseigenen MKS-Modelle.

Insgesamt stehen 19 Instrumente bereit – darunter Klassiker von Rhodes, Wurlitzer, Hohner und Yamaha. Das übersichtliche GUI präsentiert sich modern und praxisnah: Presets lassen sich schnell anpassen, eigene E-Piano-Sounds unkompliziert erstellen.

Fender Rhodes VST: Roland.
Noch mehr Modelle als bei den Mitbewerbern plus eigene Kreationen: Roland Earth Electric Piano.

Unterm Strich hinterlässt das Plugin einen deutlich stärkeren Eindruck als das Earth Piano. Allerdings ist der Zugang an Bedingungen geknüpft: Entweder entscheidet ihr euch für das Ultimate-Abo der Roland Cloud oder investiert 249 US-Dollar in einen Lifetime-Key. Zudem wird ein aktuelles System vorausgesetzt – unter macOS 13 beziehungsweise Windows 11 läuft die Software nicht.

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79 Tine Pure Dy-Mod 1 74 Tine Juno Chorus  74 Tine Aged SA EP1 Pure

NI Electric Keys Jade – moderner Spezialist

Native Instruments hat zusammen mit Galaxy Instruments bereits einige tolle Kontakt-Instrumente hervorgebracht. Eines davon ist das Electric Keys Jade, ein Abbild des Fender Rhodes Mark 1. Es basiert auf Samples und lässt sich in vier Bereichen (Sources, Shape, Tone und Noise) modellieren. Die FX-Sektion greift auf die Effekte von NI Guitar Rig 7 zurück und schafft viel Atmosphäre. Generell begeistert das Electric Keys Jade mit seinen transparenten und modernen Sounds – für Retro-Fans ist es nicht die beste Wahl.

Klanglich aktuell und für rund 100 Euro auch noch preiswert – so gefällt uns das Electric Keys Jade. Für einen Aufpreis von 50 Euro gibt es noch ein weiteres Rhodes im „Electric Keys Tines“-Bundle.

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Bell-like and Pure Basic Phoenix Dancing Mechanics Glass Harmonica LoFI Scape

FAZIT – Fender Rhodes Plugin

Die Sounds des legendären Fender Rhodes sind zeitlos – und dank moderner Software erstaunlich authentisch reproduzierbar. Wer eine möglichst breite Palette historischer Modelle sucht, wird beim Roland Earth Electric Piano fündig. Noch umfangreicher präsentiert sich hingegen Keyscape von Spectrasonics: Die opulente Sammlung vereint zahlreiche Tasteninstrumente und gilt vielen als Referenz in Sachen Detailtreue und Klangvielfalt. Preislich attraktiver positioniert sich Rhodes Anthology – eine überzeugende Lösung mit vier gesampelten Rhodes-Modellen.

Lounge Lizard von Applied Acoustics Systems legt den Fokus weniger auf historische Genauigkeit. Vielmehr empfiehlt es sich als kreatives Werkzeug für das eigenständige Sounddesign. Native Instruments verfolgt mit Electric Keys wiederum eine moderne Interpretation des Klassikers, während preisbewusste Produzenten bei Arturia und XLN Audio hochwertige Instrumente mit bemerkenswertem Klangcharakter finden.

Unterm Strich ist die Auswahl an Presets und Editiermöglichkeiten tatsächlich enorm. Doch bei aller Klangvielfalt gilt: Nicht spektakuläre Effekte machen den Unterschied, sondern ein ausdrucksstarkes, souveränes Spiel – auf der Bühne ebenso wie auf den Streaming-Plattformen.

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