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12.05.2021

Zildjian S Family FX Pack Test

Becken Set

„Mehr Effekt, bitte!“

Im Jahr 2016 hat Zildjian seine Einsteiger- und Mittelklasseserien komplett überarbeitet. Ein Ergebnis des großen Aufräumens war die S Family Serie, welche seitdem als Bindeglied zwischen den günstigen Modellen der i Family und der Planet Z Serie sowie den professionellen A Family Becken fungiert. Zum Start hatten wir damals das S Family Performer Set im Test, eine solides Basispaket ohne Schnickschnack. Frisch für 2021 hat Zildjian jetzt nachgelegt und präsentiert das fünfteilige S Family FX Pack, welches, neben Ride, Hi-Hat und Crash, gleich zwei spezielle Effektbecken beinhaltet. 

Die Effekte sind allerdings nicht der einzige Unterschied zum Performer Set, auch bei der Hi-Hat und dem Crash setzt Zildjian auf andere Modelle. Statt einer Mastersound Hi-Hat mit gewelltem Bottom-Becken und eines Medium Thin Crashes kommt in unserem Testset eine reguläre Hi-Hat sowie ein dünneres 16er Thin Crash zum Einsatz. Wie die Konfiguration harmoniert, erfahrt ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details & Praxis

Einen Basissatz und zwei Effekte beinhaltet das FX Pack

Wie bei den vorkonfigurierten Sets üblich, kommt auch das S Family FX Pack in einem eigens designten Pappkarton. Darin enthalten sind insgesamt fünf Instrumente, darunter die eingangs erwähnten 14 Zoll Hi-Hats, das 16er Thin Crash und ein 20 Zoll großes Medium Ride als Basisausstattung. Seine Bezeichnung verdankt das Set jedoch seinen Effektbecken, einem 18er Trash Crash und einem 8er Trashformer. Letzteres entstammt übrigens nicht der S Family, sondern gehört zu den Sound Effects Becken von Zildjian. B12 nennt sich die bei den S Family Modellen verwendete Bronze, es handelt sich um eine eigens entwickelte Beckenlegierung mit zwölf Prozent Zinnanteil.

Konstruktiv haben wir es bei den S Family Becken mit sogenannten Sheet Cymbals zu tun, im Gegensatz zu den teureren Zildjians werden sie nicht gegossen, sondern aus fertigen Blechen ausgeschnitten und dann weiter verarbeitet. Dies geschieht weitgehend maschinell, was sich gut an der sehr gleichförmigen Hämmerung erkennen lässt. Diese fällt bei allen S Family Becken des Sets weitgehend identisch aus und wird mit zur Mitte der Becken hin kleiner werdenden Hämmern ausgeführt. Ausgespart werden hier nur die Kuppen und ein schmaler Randbereich. Dieselbe Behandlung erfahren unsere Testbecken auch was das Abdrehmuster angeht. Relativ breite Messer sorgen für ein beidseitiges, vollflächiges Rillenprofil. Zum Schluss wird den Instrumenten ein edel funkelndes Brilliant-Finish samt hauchdünnem Schutzlack zuteil.

Anatomisch gibt es wenig Aufregendes zu berichten, eine Ausnahme bilden hier natürlich die beiden Effektbecken. So besitzt das 18er Trash Crash insgesamt acht Reihen Bohrungen, die sich sternförmig über das Profil erstrecken. Auf den zweiten Blick fällt auf, dass sich jeweils zwei Lochgrößen abwechseln. Ein zweites Merkmal stellt die leicht abgeflachte Kuppe dar. Der Außenseiter des Sets, das Trashformer, lässt sich am besten als sehr dünnes, absichtlich stark verbogenes Splashbecken beschreiben, eine spezielle chemische Behandlung sorgt zudem für ein unregelmäßig buntes Finish.  

Mit 2440 Gramm präsentiert sich das Ride als schon recht kräftiger Vertreter seiner Gewichtsklasse, das 16er Crash liegt mit 1020 Gramm im Normalbereich, dies gilt auch für die 14er Hi-Hats mit 977 zu 1320 Gramm. 1260 Gramm zeigt die Waage beim Trash Crash – berücksichtigt man den Materialverlust aufgrund der Bohrungen, dürfte die Materialstärke bei Medium Thin liegen. Sehr sauber wurde die Verarbeitung aller Becken ausgeführt, hier gibt es absolut nichts zu meckern. Jetzt geht es zum Soundcheck.

Die vier Hauptmodelle bieten ein stimmiges Gesamtpaket ...

Im Einsatz präsentiert sich das S Family FX Pack als durchsetzungsstarker Beckensatz für viele Anwendungen. Natürlich hat mich speziell der Vergleich mit den bereits von mir getesteten Modellen interessiert und ich muss sagen, dass mir dieses Set etwas besser gefällt. Der Grund dafür ist hauptsächlich die reguläre Hi-Hat ohne Mastersound Bottom. Sie klingt präzise, modern und leicht silbrig, ohne zu glockig oder hart rüber zu kommen. Dazu passt auch das leichtere und etwas schneller ansprechende 16er Crash, welches außerdem erstaunlich gut mit dem 18er Trash Crash harmoniert. Letzteres besitzt einen schön fauchigen Ausklang, die Konstruktion lässt es jedoch nicht zu trashig werden.

Deutlich glockiger geht es beim 20er Ridebecken zu. Dessen Gewicht, die Anatomie mit kräftiger Kuppe sowie das polierte Finish sorgen für klare Sounds, die sich eindeutig für Umgebungen mit höherer Lautstärke empfehlen. Auch die Kuppe hebt sich mit klarem Ping ab, kräftig angespielt lässt sie nichtsahnende Kollegen schonmal zusammenzucken. Mir persönlich ist das Sustain etwas zu lang, ich würde das Becken für eine bessere Kontrolle vermutlich etwas dämpfen.

... dem Trashformer fehlt es im Vergleich zum Rest an Präsenz

Ein zu langes Sustain lässt sich dem zweiten Effektbecken im Bunde sicherlich nicht vorwerfen. Kurz, dreckig und eher leise klingt das kleine Trashformer, welches sich aufgrund dieser Eigenschaften nicht nur optisch vom restlichen Set abhebt. Ich würde es daher eher als experimentelle Zugabe betrachten denn als nahtlos integrierten Sound. Hier könnt ihr euch die Becken anhören.

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