Test
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01.09.2017

Paiste PSTX DJs 45 Cymbal Set Test

Becken Serie

Das Becken-Set für die Hosentasche

Eine 14 Zoll große Hi-Hat, zwei Crash-Becken in 16 und 18 Zoll, ein 20 oder 22 Zoll durchmessendes Ride und, für spezielle musikalische Momente, ein Splash oder gar ein China. Blickt man sich in den Setups moderner Drummer um, so findet man diese oder ähnliche Konfigurationen durchaus noch oft. Aber richtig hip ist eigentlich nur, wer übergroße Hi-Hats, sizzelnde Stacks, bizarr gelochte Blechskulpturen und andere, in Metall gegossene Kreativitäts-Booster in seinem Drumset unterbringt. Die musikalische Verschmelzung von akustischen mit elektronischen Elementen hat diese Entwicklung begünstigt, und nicht nur Hip Hop-, Acid Jazz- und Elektronika-Drummer verwenden Beckenklänge, die teils nur noch entfernt an die oben genannten Klassiker erinnern. 

Paiste ist mit seiner PST X Serie schon seit einigen Jahren vorn dabei, wenn es um neue Sounds und kuriose Optik geht. Mit Avantgarde-Drummer Daru Jones hat man die Serie nun um die DJs 45 Cymbals erweitert. 

Normal sind bei den DJs 45 nur die Bezeichnungen

Crash, Hi-Hats und Ride-Becken gibt es auch in dieser Serie, zumindest, was die Bezeichnungen angeht. Die drei winzigen Modelle wollen ihren „normalen“ Kollegen nämlich in keinster Weise Konkurrenz machen. Bei der Konzeption ging es eher darum, Herrn Jones weitere klangliche Spielzeuge für seine Groove-Arbeit in Bands wie dem Hip Hop-Jazz Ensemble The Ruff Pack, Talib Kweli oder Jack White an die Hand… entschuldigung, die Sticks zu geben. Was es sonst mit den, optisch an Vinyl-Platten angelehnten, Metallkreationen auf sich hat, lest ihr im folgenden Review. 

Details

Ein neues Becken-Set von Paiste war angekündigt, also viel Blech in großem, schweren Karton. Irgendwann kommt auch ein kleines Paket, Gewichtsklasse bis vier Kilogramm. Was mag das sein, falscher Adressat? Nein, der Inhalt ist musikalischer Natur, im Paket liegen offenbar vier Splash-Becken. Die nächste Irritation, es war doch von Crashes und Rides die Rede? Ein Blick auf die handlichen Bleche klärt auf: Herr Jones hat sich offensichtlich eine zwölf Zoll große Hi-Hat („nicht ungewöhnlich“), ein zwölf Zoll großes Crash („schon sehr klein“) und ein zwölf Zoll großes Ride („Moment...ein Ride?“) von Paiste bauen lassen. Damit enden die Kuriositäten aber noch nicht, denn die aus B8 Bronze gefertigten Instrumente weisen auch optisch einige Besonderheiten auf. 

Hi-Hat Top-Becken und Crash sind nahezu identisch gefertigt

Dass die Test-Zimbeln zu Paiste's PST X Serie gehören, erkennt der Kundige nicht nur an den Schriftzügen, zwei der Becken – das Hi-Hat Top sowie das Crash-Becken – verfügen zudem über die auf der Schulter verteilten, unterschiedlich großen Bohrungen, welche das Sustain verkürzen und „trashiger“ gestalten sollen. Auch das sehr feine Abdrehmuster sowie die angeschliffenen Oberflächen sind von anderen PST X Modellen bereits bekannt. Ein kaum erkennbares, extrem flaches, aber gleichmäßiges Hämmerungsmuster gehört ebenfalls zu den typischen Bearbeitungsmerkmalen der Reihe. Als optischer Akzent sind die relativ kleinen Kuppen mit dem aufgedruckten Konterfei des Meisters verziert. Mit 415 Gramm fällt das Crash etwas leichter aus als das 495 Gramm wiegende Hi-Hat Top. 

Beim Hi-Hat Bottom kommt Messing zum Einsatz

Anatomisch ähnelt das Hi-Hat Bottom den beiden oben beschriebenen Instrumenten stark. Profil und Kuppe sind nahezu gleich geformt, auch hier gibt es wieder die flachen, gleichmäßig gesetzten Hämmermale. Auf Bohrungen wurde allerdings verzichtet, stattdessen ist das Becken komplett in schwarz gehalten. Die Ränder verraten jedoch, dass Paiste hier – statt B8 Bronze – Messing verwendet. Als Lackiermethode kommt Paiste's patentierte Color Sound Technologie zum Einsatz, welche eine schlag- und kratzfeste, hochglänzende Oberfläche gewährleistet. Mit 835 Gramm ist das DJs 45 Bottom doppelt so schwer wie das Top. Mit Ausnahme der Kuppe ist auch das Ride schwarz eingefärbt, es unterscheidet sich aber anatomisch von den anderen drei Modellen. Da wäre zunächst die deutlich größer dimensionierte Kuppe zu nennen, auf deren Oberseite nicht nur das PST X Logo prangt, sondern auch ein scherzhaft gemeintes „Side A“. 45 steht übrigens für die Abspielgeschwindigkeit von Vinyl-Singles, zur Größe von zwölf Zoll würden allerdings eher 33 passen. Ob Musik auf dem Ride ist, wollte ich aus Sorge um meine Plattenspielernadel übrigens nicht ausprobieren. 525 Gramm wiegt das „Ridechen“. Alle Modelle sind tadellos verarbeitet.

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